Liebe Gäste der Friedrich-Ebert-Stiftung,

die Ausbreitung der Covid-19-Epidemie in Deutschland verschärft sich leider immer weiter. Deshalb wurde nach gründlicher Abwägung zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Gäste entschieden, alle geplanten Präsenzveranstaltungen bis zum 15. Juni abzusagen. Mit diesem Vorgehen folgen wir den Einschätzungen maßgeblicher Institutionen und bitten um Ihr Verständnis.

Aus Gründen des Gesundheitsschutzes bleiben unsere Gebäude bis auf weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen.

Überdies wird ab sofort ein Großteil unserer Mitarbeiter_innen von zu Hause aus arbeiten. Dadurch kann es vorkommen, dass Ihre Anfragen verzögert beantwortet werden. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

 
Dienstag, 12.05.20 - Erfurt

LITERARISCHER SALON - Auf den Spuren vergessener und bekannter Dichterinnen - Teil 1

Veranstaltungsnummer: 246067

Inge Müller und Brigitte Reimann repräsentieren, auf eine je unterschiedliche Weise, in ihrer Biographie und in ihren literarischen und essayistischen Werken jene Hoffnungen auf ein Land ohne Krieg, in dem der Sozialismus errichtet werden sollte. Inge Müller, herausragende Lyrikerin, rückte mit Stücken wie Korrektur oder Lohndrücker gemeinsam mit ihrem Mann Heiner Müller in die erste Reihe der Stückeschreiber nach Brecht. Brigitte Reimann, gefeierte Schriftstellerin, schrieb mit ¿Ankunft im Alltag¿ einen Roman für die Jugend der Neuzeit.
Viele Hoffnungen erwiesen sich alsbald als schiere Illusion. Gleichwohl versuchten beide Autorinnen, nicht zu resignieren, und gingen bis zum bitteren Ende. Sie sind heute, zumal im Westen Deutschlands, weitgehend unbekannt. Doch ihr literarisches Werk verdient es vorgestellt und gewürdigt zu werden. Heute mehr denn je.

Historischer Hintergrund zum Literarischen Salon der Friedrich-Ebert-Stiftung: Der II. Weltkrieg war zu Ende, Deutschland eine Trümmerlandschaft. Das Grauen war zurückgekehrt an den Ort, an dem es seinen Ausgang genommen hatte. Dichter wie Anna Seghers, Johannes R. Becher und Bertolt Brecht kehrten aus dem Exil zurück, bereit, am Aufbau eines neuen und besseren Deutschland mitzuhelfen. Ihr Optimismus und ihre Hoffnungen übertrugen sich auf die junge Generation begeisterter Dichterinnen und Dichter. Diese nahmen die gesellschaftlichen Veränderungen kritisch an, entdeckten neue Themen, gingen in die Produktion, entwickelten neue Schreibstile.
Doch es folgten auch politische Enttäuschungen. Zensur und Gängelung herrschten im Kunstbetrieb der jungen Deutschen Demokratischen Republik. Vor allem für junge Frauen war trotz mancher Förderung der Weg in den Literaturbetrieb schwierig, standen doch alte Frauenbilder und männliches Machtbewusstsein im Wege.

Vortrag und Lesung durch Franziska Bronnen und Lutz Götze. Der Eintritt ist frei.

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Donnerstag, 3. September 2020 19:00 Uhr - Teil 2

Christa Wolf und Sarah Kirsch waren enge Freundinnen. Über beinahe dreißig Jahre hinweg, von 1962 bis 1992, wechselten sie Briefe, tauschten Gedanken aus, begegneten einander und debattierten heftig. Beide wurden schon in den Sechzigerjahren Opfer von Attacken der SED-Führung, die ihnen Dekadenz, Schwarzmalerei und fehlende Linientreue vorwarf. Beide wehrten sich auf ihre je eigene Weise: Wolf eher rational, erklärend und um Verständnis bittend, Kirsch poetisch, gelegentlich aufbrausend und durchgängig pointiert. Über allem aber stand die Frage nach dem Leben und Überleben von Schriftstellerinnen und Frauen in widrigen Zeiten: Utopie (so Christa Wolfs Motto im Titel), Weiterleben oder Resignation?



Termin

Dienstag, 12.05.20
19:00 bis 21:00 Uhr

Teilnahmepauschale
keine

Veranstaltungsort

Anger 37
99084 Erfurt



Ansprechpartner_in

Irina Mohr

Kontaktanschrift
Kultur: Haus Dacheröden
Anger 37
99084 Erfurt



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