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Mehr als nur ein Job. Wie steht es um die qualitative Dimension der Integration in Arbeit von Geflüchteten in Deutschland?

Ein Job ist immer besser als kein Job? Trotzdem darf die Qualität bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten nicht einfach außen vor gelassen werden.

Zoom auf die Jobqualität von Geflüchteten

Gut lief es vor Corona in der Wirtschaft. Auch für die Menschen, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchtete waren, hatte sich das ausgezahlt. Die Arbeitsmarktintegration hatte  große Fortschritte gemacht, womit viele Beobachter_innen so nicht gerechnet hatten. Der Trend war eindeutig positiv.

Damit ist es an der Zeit, einmal genauer hinzuschauen. Denn Arbeit haben ist das eine, wie es aber um die Qualität dieser Arbeit bestellt ist, das ist eine andere Frage.

Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung hat  Dr. Yuliya Kosyakova, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aktuelle Daten aus der IAB-BAMF-SOEP-Befragung im Abgleich mit weiteren Datensätzen wie dem „DGB-Index Gute Arbeit“ und Indizes, die Arbeitsqualität messen, ausgewertet.
 

Mehr als nur ein Job

Die gute Nachricht ist: Die Arbeitsqualität der Jobs, in denen Geflüchtete arbeiten, entspricht im Durchschnitt der Arbeitsqualität aller Jobs in Deutschland. Die weniger erfreuliche ist: Auch fünf Jahre nach erfolgter Arbeitsmarktintegration liegt der Bruttostundenlohn weit unter des Bruttomedianstundenverdienstes aller voll- und teilzeitbeschäftigter in Deutschland. Das heißt konkret: Geflüchteten arbeiten auch nach fünf Jahren vor allem im Niedriglohnbereich.

Das ist übrigens ein Befund, der auch auf Migrant_innen am deutschen Arbeitsmarkt insgesamt überproportional zutrifft, wie andere Studien gezeigt haben.
 

Niedriglohnsektor darf keine Sackgasse sein

Es braucht also dringend Lösungen für das strukturelle Problem des Niedriglohnsektors, denn natürlich hat das Lohnniveau zum einen tagtäglich vielfache Auswirkungen auf die Lebensqualität der Menschen und ihrer Familien. Zum anderen hat eine Gesellschaft, die sich mit einem großen Niedriglohnsektor arrangiert, auch spätestens dann ein Problem, wenn diese Menschen in Rente gehen und die Rente nicht zum Leben reicht.

Das im Kopf zu behalten ist gerade jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren dramatischen wirtschaftlichen Auswirkungen wichtig. Eine Ausweitung des Niedriglohnsektors darf nicht die Konsequenz aus dieser Krise sein und die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten muss sie perspektivisch aus diesem Sektor hinausführen.

Ein guter Anfang war vor der aktuellen Krise gemacht, so zeigt die Studie klar auf. Es bleibt zu hoffen, dass hieran nun auch in Zeiten des einsetzenden Wideraufschwungs der Wirtschaft angeknüpft werden kann.
 

Podcast

Mit Susan Javad (FES), Lars Castellucci (SPD) und Sascha Schießl (Seebrücke)


Ansprechpartnerin in der FES:

Susan Javad
030 26935 - 8313

Kosyakova, Yuliya

Mehr als nur ein Job

Die qualitative Dimension der Integration in Arbeit von Geflüchteten in Deutschland
Bonn, 2020

Publikation herunterladen (470 KB, PDF-File)

Ansprechpartner

Susan Javad
Susan Javad
030 26935 - 8313
Jana Weber
Jana Weber
030 26935-8314
030 26935-9229
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