Donnerstag, 31.10.19 19:00

Rückblick: Integration à la IKEA


Terminexport im ICS-Format

Cartoon-Kabarett - Mit Bissigkeit, Humor und Sarkasmus brach Muhsin Omurca das Miteinander und Gegeneinander zwischen der Aufnahmegesellschaft und der Zugewanderten auf.

Bild: FES Header Generation Welt von FES Hessen

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Am Donnerstag, den 31.10.2019, lud die Friedrich Ebert Stiftung zu einem Kabarettabend „Integration à la IKEA“ am Hafen 2 in Offenbach ein. Ziel war es, hinter die Kulissen der Integrationsdebatten zu schauen. Mit Bissigkeit, Humor und Sarkasmus brach Muhsin Omurca das Miteinander und Gegeneinander zwischen der Aufnahmegesellschaft und der Zugewanderten auf.

 

Simon Schüler, Referent im Landesbüro Hessen der Friedrich Ebert Stiftung betonte die Wichtigkeit des außergewöhnlichen Formats der Veranstaltungsreihe. Ziel dieses Kabarettabends sei es, neue Impulse zu setzen und außergewöhnliche Künstler und Programme zu den Menschen in die Region zu bringen. Nach der Begrüßung stellte zunächst Zafer Cin, Gruppenleiter des Kooperationspartners HeRoes in Offenbach, die Zielsetzung des Projekts vor, das 2005 in Berlin gegründet wurde und unter der Trägerschaft vom DRK-Kreisverband Offenbach e.V. steht. HeRoes ist ein Projekt, in dem Jugendliche und Heranwachsende die Möglichkeit bekommen, über Themen zu reden, die im Alltag in ihren sozialen Wirkungskreisen (Familie, Freundeskreis, Schule etc.) tabuisiert werden. In Trainingsgruppen wird dazu bewegt, gesellschaftliche Themen, wie Gleichberechtigung, Identität, Ehre, Menschenreche und Extremismus zu reflektieren und neue Sichtweisen kennenzulernen. Mit Abschluss der etwa einjährigen Trainingsphase werden die jungen Männer zertifiziert und bieten selbst Workshops zu diesen Themen an Schulen, Jugendfreizeitheimen oder Jugendtreffs an.

Es vergeht kaum eine Diskussion über Integration, ohne dass früher oder später auf die Türken, die ewigen Integrationsfahrschüler, verwiesen würde. Muhsin’s Vorschlag: „Integrationsanleitung à la IKEA“. In seinem Solo- Programm entwickelte er das Cartoon-Kabarett, nutzte dabei seine Doppelbegabung als Kabarettist und Cartoonist. Seinen Vortrag ergänzte er optisch mit ausgezeichneten farbigen Cartoons, die er selbst angefertigt hat und schaffte es, dass seine spitzfindigen Zeichnungen dem Publikum einen unterhaltsamen Abend bescherten. Hier werden die dumpfen Aggressionen der Rechten und die vagen Vorstellungen von einer Multi-Kulti-Gesellschaft ebenso aufs Korn genommen wie die eigenen Landsleute, deren Borniertheit in eine Sackgasse führt. Der noch nicht anerkannte Integrationsexperte begibt sich auf den Pfad der normativen Einforderung von Anrechten und Anerkennung der Migrant_innen und verbrät dabei deutsche wie türkische Klischees. Mit Worten, Gesten und „Songs“ nach türkischer Art setzte er seine Akzente und Pointen.  Impulsiv und schlagfertig reagierte er auf Stimmen und Bemerkungen aus dem Publikum, in dem sich viele Landsleute befanden, und bezieht auch diese mit in das Geschehen ein. Dabei agiert er auch zweisprachig, um Missdeutungen vorzubeugen.

Nach dem Solo-Programm lud die FES ein, dem Künstler bei einem Imbiss im Anschluss zu begegnen und über das Gehörte und Gesehene auszutauschen.

 

Autorin: Rukiye Tekin, Praktikantin

Kontakt für Rückfragen zur Veranstaltung: Simon Schüler

Fotos: Landesbüro Hessen der Friedrich Ebert Stiftung

Länder / Regionen: Hessen

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