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Eine neue Plattform für feministische Bewegungen in Lateinamerika und in der Karibik

In Lateinamerika und in der Karibik stehen die feministischen Bewegungen vor unterschiedlichen Herausforderungen. Nach ihrer entscheidenden Rolle im Widerstand gegen die Militärregime in den 80er Jahren und ihrem politischen und gewerkschaftlichen Kampf für eine Re-Demokratisierung in vielen Ländern der Region in den 90ern, zeichnet sich die heutige Generation durch eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze aus. Postkoloniale, ökologische, indigene, queer-feministische oder post-neoliberale Perspektiven finden ihren Eingang in die Debatte und stellen den eurozentrischen, „weißen“, elitären, feministischen Diskurs in Frage. Trotz ihrer unterschiedlichen Perspektiven stellen alle Gruppierungen die sich überschneidenden Strukturen der Vorherrschaft des kapitalistischen Wirtschaftssystems und der patriarchalischen Gesellschaftsordnung in Frage und unterbreiten Vorschläge für eine radikale, sozio-ökologische Transformation.

Geschlechtsbezogene Gewalt und ökonomische Ungleichheit prägend

Im Zuge der #MeToo-Bewegung und durch die Protestwelle im Zusammenhang mit der Bewegung zu #NiUnaMenos (NotOneLess) haben feministische Gruppierungen neuen Schwung bekommen. Diese Bewegung hat Feminist_innen aus allen Teilen der Gesellschaft in ihrem Kampf gegen verschiedene Formen der Ungleichheit zusammengeführt. Diese Ungleichheiten schränken die Frauen ein und führen dazu, dass tagtäglich Frauen umgebracht werden. Lateinamerika und die Karibik bilden den Kontinent, der am stärksten von geschlechter-spezifischer Gewalt betroffen ist; vor allem werden Frauen dort am häufigsten wegen ihres Geschlechts ermordet. Den Zahlen der UN -Women zufolge befinden sich unter den 25 Ländern mit der höchsten Anzahl an Morden an Frauen 14 in Lateinamerika und der Karibik.

Abgesehen von Mord an Frauen bekämpfen feministische Bewegungen auch die große Ungleichheit zwischen den Geschlechtern bei der Bezahlung (dem Weltwirtschaftsforum zufolge sind das fast 30%). Das führt oft zu miserablen Rentenansprüchen für Frauen, eine Feminisierung der Armut und eine fehlenden Eingliederung von Frauen in den formellen Arbeitsmarkt, obwohl die Frauen die Hauptlast für Erziehung und Pflege in der Region zu tragen haben (bei schlechter oder gar keiner Bezahlung). Feminismus oder eher Feminismen, die auf dem Kontinent gegen diese Bedingungen protestieren, sind vielschichtig und in manchen Ländern fragmentiert, sie teilen aber alle gewisse Werte und Ziele.

FES als Plattform für transformative feministische Visionen

Das regionale Projekt der FES versucht, diese verschiedenen Feminismen zusammenzubringen und den Feminist_innen dabei zu helfen, sich Gehör zu verschaffen, um die vorherrschenden Entwicklungen und Wirtschaftsmodelle der Region transformieren zu können. Die regionale Gruppe der Feminist_innen spiegelt unterschiedliche Formen des Feminismus wieder, von Gewerkschafts-Aktivist_innen bis zu Ökofeminist_innen, Journalist_innen und feministischen Wirtschaftswissenschaftler_innen aus unterschiedlichen Generationen und 14 verschiedenen Ländern. Sie sind alle aktiv in verschiedenen Organisationen und Netzwerken in der gesamten Region tätig.

Die FES bietet eine Plattform für den Austausch und die Bildung von Allianzen unter Feminist_innen aus Lateinamerika und der Karibik, so dass diese sich mit ihrer feministischen Kritik am Kapitalismus und Neoliberalismus vereinigen und mehr Sichtbarkeit erzielen können. Eine “Regionale Feministische Aktionsgruppe” wurde ins Leben gerufen, während die Länderbüros der FES ihre Aktivitäten zu den Themenbereichen Feminismus und Geschlechtergleichheit weiter verstärken. Wir wollen vor allem feministische Botschaften und Vorschläge zur sozial-ökologischen Transformation. Innerhalb der regionalen Aktionsgruppe arbeiten Untergruppen an feministischen Reaktionen auf politische Reformen und Extraktivismus, zu Fragen der physischen und wirtschaftlichen Autonomie sowie zu den Bereichen Versorgungswirtschaft und Steuerpolitik.

Nueva Sociedad

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