Internationale Arbeit

02.03.2018

Vielfalt und Ungleichheit in einem kontinentalen Land: FES Brasilien stellt sich vor

Bild: Das Team der FES Brasilien von © FES Brasilien

Die Vielfalt Brasiliens spiegelt sich wieder in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft, beeinflusst durch sehr diverse indigene Kulturen, Migrant_innen aus Europa, Asien und dem Mittleren Osten sowie Nachfahr_innen afrikanischer Sklav_innen und der Kolonialherr_innen. Aber auch Ungleichheit und Segregation der afrobrasilianischen und indigenen Bevölkerung sowie eine elitäre Klassengesellschaft bestimmen bis heute die soziale und wirtschaftliche Struktur.

Nach Jahrzehnten von Militärdiktatur und (semi)-autoritären Regimen verankerte die Verfassung von 1988 einen sozialen Rechtsstaat und leitete die Demokratisierung ein. Seit den 1990er Jahren konnte Brasilien zunehmend von der Globalisierung profitieren. Allerdings wuchs in Folge neoliberaler Wirtschaftspolitiken und mit zunehmender weltwirtschaftlicher Integration auch die Ungleichheit. Mit der ersten Präsidentschaft Lula da Silvas wurde der Sozialstaat ausgebaut und die historische Ungleichheit maßgeblich reduziert. Brasilien wurde  zum Vorbild des globalen Südens, v. a. in der Armutsbekämpfung. Seit der durch das Impeachment von Dilma Rousseff 2016 ausgelösten Krise der demokratischen Institutionen verstärken sich erneut politisches Chaos, Korruptionsskandale, eine Polarisierung der öffentlichen Debatten und eine Politisierung der Justiz.

Wir arbeiten seit 1985 in Brasilien, unser Kernthema ist die Demokratie und ihre Qualität für die Menschen, da die Institutionen den vielfältigen Demokratieanforderungen einer heterogenen und segregierten Gesellschaft noch nicht gerecht werden. Mit progressiven politischen und sozialen Kräften arbeiten wir zu den großen Zukunftsfragen des Landes, die auch für die Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien sowie Lateinamerika und Europa relevant sind. Dabei sind folgende Themen für uns besonders wichtig: soziale Gerechtigkeit, nachhaltige Entwicklung, Frieden und Sicherheit sowie Brasiliens regionale und globale Rolle.

Mit einem zwölfköpfigen Team sind wir gemeinsam mit Mexiko das größte FES-Büro der Region. Mit großem Engagement realisieren wir jährlich etwa 120 Seminare und Konferenzen, veröffentlichen politische Analysen und Studien und fördern den gesellschaftspolitischen Austausch zwischen unseren Ländern und Regionen.

Arbeitseinheit: Stimmen aus Lateinamerika und der Karibik


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