Internationale Arbeit

12.06.2018

El Salvador: Ein Land in permanenter Krise

Trotz der höchsten Mordrate der Welt, schwacher staatlicher Institutionen und der extremen Abhängigkeit von den USA sucht die FES in El Salvador Wege zu politischer und sozialer Gerechtigkeit.

Bild: Team FES El Salvador von © FES

Bild: Team FES El Salvador von © FES

El Salvador ist ein kleines und überbevölkertes Land mit schwachen staatlichen Institutionen, in dem die Menschenrechte seit Generationen mit Füßen getreten werden. Bewaffnete Konflikte und permanente soziale Auseinandersetzungen behindern die Entwicklung. Hegemoniale Familien verstehen es nach wie vor, die öffentlichen Institutionen für die rücksichtslose Durchsetzung ihrer finanziellen, wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen zu nutzen. Das Land ist überdies extrem abhängig von den USA: Ein Drittel der Bevölkerung lebt dort. Ihre Rücküberweisungen machen 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Gleichzeitig zementiert der US-Dollar als Landeswährung die Kolonisierung des Landes durch den Norden. 60.000 Mitglieder von Jugendbanden, den sog. maras - kriminalisiert und brutalisiert in den Ghettos der USA - liefern sich mit dem überforderten Sicherheitssektor des Landes kriegsähnliche Auseinandersetzungen um Territorien und Ressourcen. Das Land hat die höchste Mordrate der Welt, die Aufklärungsquote liegt unter fünf Prozent. Ausgrenzung, extrem ungleiche Einkommensverteilung, Übergriffe durch die Polizei, Misstrauen, Gewalt und Vertreibung sind tägliche Herausforderungen für die Bevölkerung. Die Politik steht vor enormen Herausforderungen, doch leider ist der Entscheidungsprozess im Parlament durch kompromisslose Parteipolitiken blockiert. Das Land befindet sich in einer permanenten sozialen und politischen Krise.

Das fünfköpfige Team der FES El Salvador sucht angesichts dieser Entwicklung kreative Ansätze und Methoden, um progressive Akteure bei der Entwicklung von Bündnissen für politische und soziale Gerechtigkeit unterstützen.

Die FES setzt besonders auf den Aufbau und die Vernetzung einer demokratischen, progressiven Führungsschicht mit dem politischen Willen zur Transformation hin zu einer sozial, ökonomisch und ökologisch gerechten Gesellschaft.

Arbeitseinheit: Stimmen aus Lateinamerika und der Karibik


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