Regionalbüro Regensburg

05.12.2018

Die Europäische Union macht schwere Zeiten durch, doch sie ist unverzichtbar. Welche Wege aus der Krise führen können, war Thema unseres 49. Regensburger Gesprächs

Für Rolf-Dieter Krause, den langjährigen Brüssel-Korrespondenten der ARD, steht fest: Nur ein geeintes Europa kann den wirtschaftlichen und politischen Machtzentren USA und China mit Aussicht auf Erfolg gegenüber treten. Er sieht vor allem die deutsch-französische Achse in der Verantwortung. Beide Länder müssten sich deutlicher und gemeinsam pro-europäisch positionieren und politisch mehr in Europa investieren.

 

Der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug sprach von einer „Gerechtigkeitslücke“ in vielen Mitgliedsländern der EU und sieht diese auch als Folge der Politik in der Europäischen Union. Dies sei Wasser auf die Mühlen von Rechtspopulisten, die die EU als Projekt von Eliten diffamierten. Die EU müsse daher „den solidarischen Aspekt“ ausbauen und stärken, forderte Ertug und betonte: „Allen voran die SPD ist bestrebt, die europäische Säule sozialer Rechte offensiv und ehrgeizig auszubauen.“

 

Die Bedeutung von Austauschprogrammen für eine positive europäische Perspektive hob die Regensburger Studentin und Vorsitzende des Vereins „Junges Europa“, Mattea Cordier: „Viele junge Leute aus allen Ecken der EU haben sich so kennen und schätzen gelernt.“ Es sei höchste Zeit, diese Programme noch stärker an den Bedürfnissen von Auszubildenden und jungen Berufstätigen auszurichten.

 

Unterstützt der Hinweis auf die lange Friedensperiode noch die europäische Idee, wollte Moderator Prof. Dr. Bernhard Stahl, Universität Passau, wissen. Die drei Podiumsteilnehmer waren sich einig: Je näher bewaffnete Konflikte und Kriege an die EU heran rückten, desto wertvoller werde dieser Aspekt des Zusammenlebens in Europa empfunden. Wichtig sei darauf zu achten, welche Abgeordneten nach den Wahlen am 26. Mai 2020 in das Europäische Parlament einziehen.

 

Rolf-Dieter Krause: „Wenn annährend die Hälfte der Parlamentarier der EU skeptisch oder gar feindlich gegenüber steht, bekommen Sie nur noch schwer vernünftige Entscheidungen hin.“ Seine Bitte: „Lassen Sie die Pro-Europäer an den Info-Ständen nicht alleine rum stehen. Überzeugen Sie selber fünf, besser zehn Wahlberechtigte für Parteien zu stimmen, denen etwas an der Weiterentwicklung der EU liegt.“

 

Bild: Bild Homepage min von Margarita Danderfer/FES

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