Referat Naher/Mittlerer Osten und Nordafrika

28.11.2017

Podiumsdiskussion: Der Jemen-Konflikt und die Golfstaaten

Am 28. November 2017 wurden die Auswirkungen regionaler Interessen und Dynamiken auf den Jemen-Konflikt sowie die Konsequenzen des Konfliktes für die Region in der Friedrich-Ebert-Stiftung diskutiert.

Bild: von Konstantin Börner Jens Heibach

Bild: von Konstantin Börner

Bild: von Konstantin Börner

Mehr als zwei Jahre nach dem Eingreifen einer von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition ist der Jemen-Konflikt, der mit dem Zerfall des Huthi-Saleh-Bündnisses und dem Tod von Ali Abdullah Saleh zuletzt auch in den deutschen Medien wieder Schlagzeilen machte, militärisch in eine Pattsituation geraten. Der Militärkoalition ist es bisher nicht gelungen, die Houthi-Kräfte aus der Hauptstadt Sana’a zu verdrängen, die international anerkannte Regierung um Präsident Hadi befindet sich größtenteils noch immer im Exil. Die humanitäre Situation des Landes ist katastrophal.

Diese Entwicklungen haben jedoch auch sicherheits-, wirtschafts- und innenpolitische Konsequenzen für die Golfstaaten. Ein mögliches Übergreifen des Konfliktes stellt mittlerweile eine Bedrohung für die gesamte arabische Halbinsel dar. Gleichzeitig verfolgen regionale Akteure unterschiedliche Ziele und Strategien im Jemen und beeinflussen regionale politische Entwicklungen wie die Katar-Krise den Konflikt.

Zu den Auswirkungen regionaler Interessen und Entwicklungen auf Konfliktmuster im Jemen sowie den Konsequenzen des Konfliktes für die Golfstaaten diskutierten Maysaa Shuja al-Deen, jemenitische Wissenschaftlerin und Journalistin, Dr. Abdullah Baabood, Direktor des Gulf Studies Center an der Qatar University und Jens Heibach, wissenschaftlicher Mitarbeiter des GIGA-Instituts für Nahost-Studien. Die Paneldiskussion wurde moderiert von Markus Bickel, Leiter des „Amnesty Journal“.

Im Anschluss an die öffentliche Diskussion wurde eine Ausstellung des Kunstprojektes „Diwan Al-Fan“ in Anwesenheit der beiden jemenitischen Künstler_innen Hanan Ishaq (Fotografie) und Osama Khaled (Film) eröffnet. Die beiden Künstler_innen haben in Berlin an Kunstwerken zum Thema „Wahrnehmung des Jemen-Konflikts“ gearbeitet. Die während dieses Aufenthalts entstandenen Kunstwerke sind noch bis Ende Dezember im Haus 1 der Friedrich-Ebert-Stiftung zu sehen.


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