Referat Mittel- und Osteuropa


Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind in Zentralasien fünf neue Nationalstaaten entstanden. Die FES unterstützt die postkommunistische Transformation in der Region seit den 1990er Jahren. Außer in Turkmenistan ist die FES in allen Ländern mit Büros vor Ort präsent. Die Ökonomien der Zone zwischen Russland, China und dem Iran laborieren immer noch an den Folgen der Ablösung von der Sowjetunion: Wertschöpfungs- und Lieferketten wurden unterbrochen, Märkte gingen verloren. Die Finanzierung der staatlichen Ausgaben für Bildung und Soziales unterliegt seit dem Wegfall der Transfers aus Moskau erheblichen Beschränkungen. Dies führte zu Qualitätsverlusten im Erziehungssystem und zum Abbau von Sozialleistungen. Selbst Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan, die über erhebliche Gas- und Öllager verfügen, haben es nicht vermocht, ein tragfähiges neues Wirtschaftsmodell zu entwickeln; alle drei sind Beispiele für die Strukturen verzerrende Wirkung von Rohstoffrenten.

Die rohstoffarmen Länder Kirgistan und Tadschikistan können ihren Bewohnern keine ausreichenden Existenzmöglichkeiten bieten. Dies hat eine enorme Arbeitsemigration ausgelöst, die nicht nur ein Ventil für potenzielle soziale Spannungen darstellt, sondern der zentrale Stabilisator der Wirtschaft ist: Überweisungen der Gastarbeiter in die Heimat machen einen wesentlichen Teil des Bruttosozialprodukts aus. Die FES leistet in den Ländern der Region einen Beitrag zur Debatte über die Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Sozialmodells sowie über Reformmöglichkeiten und –Notwendigkeiten.

Die Transformation der politischen Systeme in Richtung Demokratie ist in den Ländern der Region bereits in den 1990er Jahren ins Stocken geraten, noch bevor sie richtig begonnen hatte. Der vorherrschende Regimetyp ist die parlamentarische Autokratie, in einigen Fällen mit operettenhaften Zügen. Lediglich in Kirgistan entspricht das politische System trotz Defekten den demokratischen Mindestanforderungen der einschlägigen Demokratie-Rating-Institutionen. Die FES engagiert sich bei der Förderung pluralistischer Ansätze, unterstützt die politische Partizipation der Zivilgesellschaft, setzt sich mit Partnern für die Stärkung von Demokratieelementen ein und führt, wo dies möglich ist, einen Politikdialog über demokratische Standards.

Zentralasien liegt an den Schnittpunkten von diversen Interessen- und Konfliktvektoren. Russland, China, der Iran und in geringerem Maße die Türkei und Indien betrachten die Region als Einflusszone. Durch den andauernden Afghanistankrieg sind auch die USA und Europa präsent. Hinzu kommt, dass es in den Ländern, die überwiegend islamisch geprägt sind, immer wieder Anzeichen gibt, dass radikalislamische Kräfte versuchen Fuß zu fassen. Die FES leistet in den Ländern der Region einen Beitrag zur Debatte über außenpolitische Optionen sowie zum Spannungsabbau zwischen Nachbarländern.

Unsere Büros in der Region

Kasachstan

Almaty
Henriette Kiefer

Büroanschrift:

Friedrich-Ebert-Stiftung
Bogenbai Batyra 42a
KZ - 050010 Almaty

+7 727 291 41 08
+7 727 291 03 64
E-Mail-Kontakt
Homepage: www.fes-centralasia.org


Astana
Zauresh Shutova

Büroanschrift:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Uliza Dostyk 1, office 63
KAS-010000 Astana


+7 717 252 42 96
+7 717 252 42 96
E-Mail-Kontakt
Homepage: www.fes-centralasia.org

Die Arbeit der FES in Kasachstan:

Kasachstan ist das wirtschaftlich erfolgreichste Land Zentralasiens. Enorme Bodenschatzreserven und der Preisboom der 2000er Jahren sorgten über Jahre für stabiles Wachstum und spürbare Erfolge in der Armutsbekämpfung. Der aktuelle Verfall der Rohstoffpreise stellt das Land jedoch vor große Herausforderungen.  Statt überwiegend auf die Energie- und Finanzwirtschaft zu vertrauen, ist es dringend notwendig, dass Kasachstan breit gefächerte Wirtschaftsstrukturen entwickelt,  die zu einem selbstragenden Wachstum fähig sind.

Die politische Zukunft des extrem dünn besiedelten, multiethnischen und stark regionalisierten Landes  wird hingegen maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, die Interessen der breiten Bevölkerung dauerhaft in das politische System zu integrieren.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) arbeitet seit 1993 mit einem Büro in Almaty und seit 2007 mit einem weiteren Büro in Astana.  Im Zentrum der Arbeit stehen die Stärkung  zivilgesellschaftlicher Akteure und die Entwicklung des Dialogs zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Zusammen mit lokalen Partnern  wird am Schutz der Menschenrechte und  der Förderung der Rechte benachteiligter Gruppen  gearbeitet. Ein weiteres zentrales Thema ist die Bearbeitung von sozialen Konflikten, orientiert an einem Modell der friedlichen Aushandlung von Lösungen.

Durch die Förderung des internationalen Austausches  über Fragen des Jugendstrafrechts wird außerdem  die Rechtstaatlichkeit gestärkt. Im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit fördert die FES die Diskussion über die Rolle Kasachstans in der Region.

Kirgistan

Bild von: hja1306 Licence: CC0 1.0

Bischkek
Alexander Rosenplänter

Büroanschrift:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Moskowskaja Str. 154, Whg. 19
KIG-720017 Bischkek

+996 312 62 42 37
+996 312 66 48 52
E-Mail-Kontakt
Homepage: www.fes-kirgistan.org

Die Arbeit der FES in Kirgistan:

  • Entwicklung der Zivilgesellschaft
  • Politische und soziale Stabilität durch Friedenssicherung
  • Stärkung rechtsstaatlicher Strukturen

Tadschikistan

verantwortlich:

Alexander Rosenplänter
Regionalbüro Bischkek

Die Arbeit der FES in Tadschikistan:

Wegen der fortschreitenden Verengung der Handlungsmöglichkeiten in- und ausländischer zivilgesellschaftlicher Organisationen führt die Friedrich-Ebert-Stiftung in Tadschikistan nur noch sporadisch Maßnahmen durch, die vom Regionalbüro in Bischkek koordiniert werden.

Usbekistan

Bild von: LoggaWiggler Licence: CC0 1.0

Taschkent
Nailja Resjapowa

Büroanschrift:
Friedrich-Ebert-Stiftung
Kibrai 8
UZ - 100077 Taschkent

+998 71 2 68 00 60/97
+998 71 1 40 02 61
E-Mail-Kontakt
Homepage: www.fes-centralasia.org

verantwortlich:
Henriette Kiefer
Regionalbüro Almaty

Die Arbeit der FES in Usbekistan:

Usbekistan gilt als das Kernland Zentralasiens. Es stellt die Hälfte der Bevölkerung der Region und ist, aufgrund seiner zentralen Lage mit Grenzen zu allen anderen zentralasiatischen Staaten, ein wichtiger Akteur für die wirtschaftliche wie auch die weitere friedliche Entwicklung der Region. Entscheidend wird hierbei nicht zuletzt die Entwicklung in Afghanistan sein. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich die Politik Usbekistans außenpolitisch vor allem auf die Beziehungen in der direkten Nachbarschaft und innenpolitisch auf den Erhalt der Stabilität.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) ist seit 1997 mit einem Büro in der usbekischen Hauptstadt Taschkent vertreten. Die FES fördert die Einbindung Usbekistans in die regionale Zusammenarbeit durch die Schaffung von Dialogräumen und unterstützt die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Entwicklung des Landes.

Eine besondere Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Förderung der Zivilgesellschaft. Zusammen mit nichtstaatlichen Partnern und staatlichen Stellen arbeitet die FES daran, gesellschaftspolitische Initiativen und den Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Staat zu stärken. Gesetzesinitiativen der Regierung zur Förderung der Zivilgesellschaft werden durch den Erfahrungsaustausch mit Expert_innen aus Deutschland und der Region unterstützt.

Darüber hinaus wirkt die Stiftung mit bei der Entwicklung rechtstaatlicher Strukturen, sowie der besseren Integration von Frauen in das politische und wirtschaftliche Leben. Vornehmlich durch Projekte zur politischen Bildung von Frauen und ihrer rechtlichen Stärkung. Ein weiterer Arbeitsbereich ist die Organisierung eines Dialogs zwischen usbekischen und deutschen Wissenschaftler_innen, Politiker_innen und zivilgesellschaftlichen Akteuren.

  • Kontakt

    Referat Mittel- und Osteuropa

    Leitung

    Matthias Jobelius

    Kontakt

    Petra Kusserow-Feike

    Hiroshimastraße 28
    D- 10785 Berlin

    +49 (0)30/269 35-7740
    E-Mail-Kontakt

     


    Ansprechpartner für die Projekte in Zentralasien:

    Dr. Sonja Schirmbeck

    +49(0)30 2 69 35-7728
    E-Mail-Kontakt

  • Expertise
    Bild: von FES 

    Das Referat Mittel- und Osteuropa arbeitet zu und in folgenden Regionen:

    • Ostmitteleuropa
    • Südosteuropa
    • Osteuropa
    • Zentralasien
    • Süd-Kaukasus

     Wir freuen uns, wenn Sie mit uns in den Austausch treten.

    Hier finden Sie unsere Ansprechpartner_innen in Deutschland

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