Referat Lateinamerika und Karibik

22.01.2018

Arbeiten in der Mitte der Welt: Die FES in Ecuador stellt sich vor

Bild: Das Team der FES Ecuador von © FES Ecuador

Bei einer Landfläche, die nur wenig größer als die Großbritanniens ist, vereint Ecuador vielfältige geographische Zonen: die Anden, den Amazonas, die Küste und die Galapagos Inseln. Das FES-Büro in Quito, das 1974 eröffnet wurde, liegt direkt am Äquator, auf 2800m Höhe in einem Anden-Tal, umgeben von Vulkanen. Der ökologische Reichtum des Landes geht auch politisch, sozial und kulturell mit einer bemerkenswerten Heterogenität einher.

In unserer Arbeit legen wir großen Wert darauf, dieser Diversität gerecht zu werden. Uns ist es wichtig, dass bei unseren Veranstaltungen, Dialogen, den Publikationen und Reformvorschlägen Indigene, Schwarze Ecuadorianer_innen und andere diskriminierte und marginalisierte soziale Gruppen einen Raum haben, um ihre Positionen zu vertreten und in politische Prozesse einzuspeisen.

Seit 11 Jahren ist die zuvor neugegründete Partei Alianza PAÍS in Ecuador an der Regierung und setzt die sogenannte Bürgerrevolution um. Unter Präsident Rafael Correa bedeutete dies einerseits umfassende Infrastruktur-, Bildungs- und Sozialprogramme, die gut 1,3 Millionen Menschen aus der absoluten Armut holten und die Ungleichheit im Land signifikant verringerten. Andererseits war sein autoritärer Regierungsstil ein permanenter Angriff auf die Demokratie und hat zur gesellschaftlichen Polarisierung insbesondere innerhalb der Linken beigetragen. Wir von der FES versuchen diese Polarisierung zu überwinden, indem zu bestimmten Themen z.B. zur Erarbeitung von Reformen der Sicherheits-, Drogen- und Medienpolitik Vertreter_innen  aller Richtungen an einen Tisch gebracht werden.

Der neue Präsident Lenin Moreno grenzt sich im Stil deutlich von seinem Vorgänger ab und sucht den Dialog mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen. Doch steht das vom Extraktivismus geprägte Land vor der großen Herausforderung, die bisherige Sozialpolitik bei sinkenden Einnahmen aufrechtzuerhalten und auszuweiten. Als FES erarbeiten wir daher mit unseren Partnern Strategien, zur sozial und ökologisch nachhaltigen Transformation der Wirtschaft.

Besondere Aufmerksamkeit widmen wir jungen Nachwuchskräften mit den »Diálogos juveniles« für junge progressive Politiker_innen, Gewerkschafter_innen und zivilgesellschaftliche Aktivist_innen sowie der »Escuela de Liderazgo Sindical«, die gezielt junge Gewerkschafter_innen fördert. Geschlechtergerechtigkeit als elementarer Teil von sozialer Gerechtigkeit ist ein weiterer wichtiger Aspekt in unseren Arbeitsbereichen. Wir halten es jedoch zusätzlich für erforderlich, einen expliziten Raum für feministische Auseinandersetzungen mit gesellschaftspolitischen Themen anzubieten. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit der Konstruktion von Männlichkeiten, denn strukturelle Veränderungen von Geschlechterverhältnissen lassen sich nur erreichen, wenn sich auch die Männer bewegen.

Im Rahmen unserer Arbeit zur Neuen Urbanen Agenda ist die Idee der Andotecas (siehe Foto) entstanden. Von diesen öffentlichen Bibliotheken gibt es mittlerweile 22 in den Parks und Cafés von Quito. Wie genau die Andotecas funktionieren? Das haben wir hier erklärt.

Mehr zur Arbeit der FES in Ecuador finden Sie auf unserer spanischsprachigen Bürowebseite sowie auf der Facebook-Seite.

Arbeitseinheit: Stimmen aus Lateinamerika und der Karibik


  • Kontakt

    Kontakt

    Claudia Freimann
    Hiroshimastr. 28
    10785 Berlin

    +49 30 269 35-7484
    +49 30 269 35-9253

    Claudia.Freimann(at)fes.de

  • Expertise
    Bild: von FES 

    Das Referat Lateinamerika und Karibik arbeitet in folgenden Themenfeldern:

    • Soziale Gerechtigkeit
    • Demokratie
    • Sozial-ökologische Transformation
    • Friedens- und Sicherheitspolitik
    • Internationale Politik

    Wir fördern den politischen Austausch zwischen Lateinamerika, Deutschland und Europa.

    Hier finden Sie unsere thematischen Ansprechpartner_innen

    weiter

nach oben