Friedrich-Ebert-Stiftung in Myanmar

Die Aktivitäten der Friedrich-Ebert-Stiftung in Myanmar

Der demokratische Transformationsprozess in Myanmar hat mit den landesweiten Parlamentswahlen im November 2015 und der friedlichen Übergabe der Regierungsverantwortung an Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi im April 2016 seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die „Lady“, wie Aung San Suu Kyis in Myanmar genannt wird, und ihre Partei, die National League for Democracy (NLD) bilden heute eine große Mehrheit im nationalen Parlament sowie im Großteil der regionalen Landesparlamente. Darüber hinaus kann die NLD aus eigener Kraft den Präsidenten und Vize-Präsidenten wählen. Formal stehen Parlament und Regierung damit unter Kontrolle der NLD. Doch das Militär wird auch in Zukunft das politische Geschehen mit steuern. Für die weitere erfolgreiche Transformation ist daher entscheidend, dass die Eliten aus Militär, NLD und bewaffneten ethnischen Gruppen einen Machtkompromiss über die Zukunft des Landes finden. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) begleitet diesen Dialog durch ihre Arbeit zur Föderalisierung und Dezentralisierung Myanmars.

Selbst wenn der Machtausgleich gelingt, so hat die Demokratie mittelfristig nur eine Chance, wenn der wirtschaftliche Aufschwung sozial gerecht gestaltet wird. Außerhalb der urbanen Zentren konnten die Arbeiter_innen und Beschäftigten in der Landwirtschaft bisher kaum vom Wirtschaftsboom profitieren. Ferner haben etwa 96 Prozent der rund 52 Millionen Einwohner_innen Myanmars keinen Zugang zu grundlegender sozialer Absicherung gegen Lebensrisiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Unfall oder Alter. Die FES unterstützt die jungen Gewerkschaften dabei, für die sozialen Rechte von Arbeiter_innen einzutreten und ihre politische Verhandlungsmacht im sozialpartnerschaftlichen Dialog zu stärken. Ein weiterer Ansatzpunkt richtet sich auf das Parlament: Die zuständigen Ausschüsse werden bei der Einführung und Umsetzung eines sozialen Basisschutzsystems (Social Protection Floor) beraten.

Schließlich sind die außenpolitischen Rahmenbedingungen ein wichtiger Faktor, ob die demokratische Transformation Myanmars erfolgreich sein wird. Noch sucht Myanmar nach einer außenpolitischen Strategie, um in einer der dynamischsten Regionen der Welt seinen Platz als friedlicher und konstruktiver Akteur zu behaupten. Die FES fördert daher den außenpolitischen Dialog und arbeitet dazu eng mit dem Myanmar Institute of Strategic and International Studies (MISIS) und dem Außenministerium Myanmars zusammen.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit auf der Website des FES-Büros in Myanmar

Publikationen

Saxer, Marc

[How Corona broke the system]

Yangon, 2020, 23032020

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Thura Aung; Win Win May

Public trust in the Myanmar police force

Exploring the influencing factors
Yangon, 2019

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Htoo Htet Naing; Kyaw Zin Lin

Hidden truths of the invisible

The experiences of double minorities in Northern Rakhine State during violent conflict
Yangon, 2019

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Naw Wai Hnin Kyaw; Soe Soe Nwe

From margin to center

Experiences of political and social marginalization of ethnic minorities in Karenni State
Yangon, 2019

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Htet Lynn Oo; Myo Myo Kyaw

Collaboration as a plus for peace

Increasing youth participation in Myanmar's peace-building process through collaboration
Yangon, 2019

Publikation herunterladen (190 KB, PDF-File)


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    Im Mittelpunkt der Arbeit des Referats Asien und Pazifik steht die Förderung der demokratischen Entwicklung und der sozialen Dimension des Wirtschaftswachstums in Süd-, Südost- und Ostasien. Dem internationalen Dialog in Asien selbst sowie zwischen Asien und Europa und den Fragen der Krisenprävention misst die Stiftung in den letzten Jahren eine immer größere Bedeutung bei.

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