Wirtschaftspolitik

Staat und Wirtschaftswachstum

Es klingt paradox: Afrika ist einerseits die ärmste Region der Welt, andererseits gelten einige afrikanische Länder als die am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. Dem aktiven Staat kommt – wie Studien zu Europa und Ostasien zeigen – bei der Gestaltung und Förderung eines sich selbst tragenden Wachstumsprozesses eine Schlüsselrolle zu. Inwiefern afrikanische Staaten, die oft als „schwach“ bezeichnet werden, diese Aufgabe erfüllen können und welche gesellschaftspolitischen Voraussetzungen hierfür vorliegen müssen, sind zentrale Fragestellungen der wirtschaftspolitischen Arbeitslinie.

Struktureller Wandel und Industriepolitik

Wirtschaftswachstum ist kein Selbstzweck. Das ist gerade in den Staaten Afrikas, die eine starke Einkommensungleichheit aufweisen und in denen die Bevölkerungsmehrheit nach wie vor von extremer Armut betroffen ist, offensichtlich. Das notwendige Wirtschaftswachstum muss daher möglichst viele Arbeitsplätze auf allen Qualifikationsniveaus schaffen. In vielen Ländern des Kontinents beruht das gegenwärtige Wachstum jedoch allein auf dem Export begehrter Rohstoffe, was wenig zur Reduzierung von Armut und Ungleichheit beiträgt. Ein struktureller Wandel der Wirtschaftssysteme Afrikas ist stattdessen notwendig: Die wenig diversifizierten und vorwiegend landwirtschaftlich orientierten Produktionssysteme müssen transformiert werden – hin zu einer stärker verarbeitenden Landwirtschaft, zu industrieller Produktion und qualifizierten Dienstleistungen. Ein solcher Strukturwandel ist nur langfristig möglich und erfordert von staatlicher Seite auch eine aktive Wirtschafts- und Industriepolitik. Die dabei zentrale Herausforderung, das dringend benötigte Wirtschaftswachstum und eine inklusive Entwicklung mit ökologischer Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen ist, notwendige Kompromisse bei Zielkonflikten zu bewältigen. Akteure wie Parlamente, zivilgesellschaftliche Organisationen und Wissenschaftler_innen müssen in den innergesellschaftlichen Suchprozess einbezogen werden, um die demokratische Einbettung dieses Prozesses zu gewährleisten.

Publikationen zum Thema

Digital trade in Africa

Implications for inclusion and human rights
Geneva, 2019

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Study report on industrial policy and state of industrialisation in Nigeria

Abuja, 2020

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Tall, Moulaye Hassane

Promouvoir un développement inclusif et durable en faveur de la réduction de la pauvreté et des inegalités au Mali

le défi du plein emploi
Bamako, 2018

Publikation herunterladen (1,5 MB PDF-File)


Rasoarahona, Jean

L'Industrialisation basée sur l'agriculture pour le développement de Madagascar

(Agri-led industrialization for Madagascar)
Antananarivo, 2019

Publikation herunterladen (2 MB, PDF-File)


Ggoobi, Ramathan; Wabukala, Benard Musekese; Ntayi, Joseph

Economic development and industrial policy in Uganda

Kampala, 2017

Publikation herunterladen (2,8 MB PDF-File)


Aktuelle Meldungen

  • 04.11.2019 | Weltwirtschaft und Unternehmensverantwortung | Wirtschaft | Publikation | News

    Studie "G20 Compact with Africa: The Audacity of Hope"

    Im Auftrag der FES ergründen Robert Kappel und Helmut Reisen die Wirkung des CwA und geben Politikempfehlungen.

    weitere Informationen

  • 16.09.2019 | Weltwirtschaft und Unternehmensverantwortung | Wirtschaft | News

    „Economic Transformation Barometer" (ETB)

    FES entwickelt Instrument zur regelmäßigen Bewertung nachhaltiger wirtschaftlicher Transformation in Afrika.

    weitere Informationen

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