Uganda

Obwohl das Mehrparteiensystem in Uganda nach Dekaden von Diktatur und Bürgerkrieg 2006 formal wieder eingeführt wurde, mangelt es dem Land an unabhängigen Akteuren und einem durchsetzbaren Rechtsrahmen. Ziel des politischen Handelns der regierenden Elite ist nicht eine weitreichende Demokratisierung und Entwicklung des Landes, sondern der eigene Machterhalt. Dieser zeichnet sich durch die personalisierte, restriktive und autokratische Herrschaft des seit 1986 regierenden Präsidenten Yoweri Museveni aus, die auf einer Militarisierung von Politik und Gesellschaft beruht. Die militärische Überlegenheit in der Region wird auch durch die Entsendung von Truppen in Friedensmissionen auf dem Kontinent oder in Nachbarländer wie dem Südsudan oder der Demokratischen Republik Kongo demonstriert. Die so genannte „Versicherheitlichung von Entwicklung“ verdeutlicht den illiberalen Charakter der Politik in Uganda.

Das semi-autoritäre Regime kontrolliert den zur Verfügung stehenden Raum für politische und gesellschaftliche Akteure und  kritischen Diskurs sorgfältig. Divergierende Meinungen in den eigenen Reihen werden vom Präsidenten und dem ihn umgebenden Personenkreis aus den zentral und westlich gelegenen Regionen unterdrückt. Das Interesse der Regierungspartei NRM an einer sozial gerechten Gesellschaftsordnung und politischen Partizipationsmöglichkeiten für weite Teile der Bevölkerung ist begrenzt.

In dieser Situation versucht die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die mit Unterbrechungen bereits seit 1967 im Lande tätig ist, Freiräume zu erhalten, einen kritischen Dialog zu ermöglichen und eine Plattform für demokratische Kräfte und unterschiedliche Positionen zu bieten. Es geht ihr darum, die Missstände systematisch zu untersuchen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass alternative Ansätze, insbesondere in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, notwendig und möglich sind, diese jedoch nur in einem partizipativen, demokratischen System verwirklicht werden können. Arbeitsansätze im Bereich der Arbeitsmarkt-und Sozialpolitik befassen sich u.a. mit dem Mindestlohn und Ungerechtigkeiten der Wachstumsagenda.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Uganda auf der Website des Landesprojektes.

Publikationen zu Uganda

Asiimwe-Mwesige, Jacqueline

Women's experiences in the transition from the movement system to multiparty system of governance

by Jacqueline Asiimwe-Mwesige. - [Kampala] : Friedrich-Ebert-Stiftung, Uganda Office, 2006. - 11 S. = 58 KB, PDF-File. - (Briefing paper
Kampala, 2006, 2008

Publikation herunterladen (58 KB, PDF-File)


Peters, Jürgen

Politische Parteien und Parteiensystem in Uganda

Bonn, 2005

Publikation herunterladen


Terlinden, Ulf

IGAD - Papiertiger vor Mammutaufgaben

Bonn, 2004

Publikation herunterladen (480 KB, PDF-File)


Kopsieker, Fritz

Der schwierige Weg von einer Bewegung zur Partei - das National Resistance Movement (NRM) in Uganda

Sachbericht
Bonn, 2004

Publikation herunterladen


Kopsieker, Fritz

Einen Schritt vorwärts und zwei zur Seite: Uganda auf dem Weg in den politischen Pluralismus

Bonn, 2003

Publikation herunterladen


  • Kontakt

    Referat Afrika

    Kontakt Inland

    Bodo Schulze

    Friedrich-Ebert-Stiftung
    Hiroshimastraße 17
    10785 Berlin

    030-269 35-74 09

    030-269 35-92 17

    E-Mail-Kontakt


    Kontakt Ausland

    Büro Uganda

    Rolf Paasch
    Friedrich-Ebert-Stiftung
    P.O.Box 3860
    EAU Kampala
    Uganda

    00256-414-34 55 35

    00256-414-25 65 59

    E-Mail-Kontakt

  • Expertise

    Referat Afrika

    Ansprechpartner

    Wir freuen uns, wenn Sie mit uns in den Austausch treten.

    Hier finden Sie unsere Ansprechpartner_innen nach Regionen und Themen.

    weiter

nach oben