Simbabwe

Simbabwe steht vor großen Herausforderungen. Seit dem Ende der Koalition zwischen der langjährigen Regierungspartei ZANU-PF und der MDC, die von 2009 bis 2013 regierte, ist der demokratische und wirtschaftliche Aufbruch zum Stillstand gekommen. Noch 2012 wuchs die Wirtschaft um zirka neun Prozent, 2015 ist das Wachstum auf etwa ein Prozent geschrumpft. Keine der tiefgreifenden demokratischen Reformen, für die die MDC angetreten war, konnte während der Koalitionsregierung umgesetzt werden.

Selbst die relativ progressive Verfassung aus dem Jahr 2013, die der Bevölkerung zu mehr Bürgerrechten verhelfen sollte, bleibt bislang nur ein Dokument. Es fehlt nicht nur an starken demokratischen Institutionen zur Implementierung der Verfassung und einer effektiven demokratischen Kontrolle durch Parlament und zivilgesellschaftliche Organisationen; es fehlen auch die notwendigen finanziellen Ressourcen.

Eine tiefgreifende Reform des Wirtschaftssystems ist erforderlich, die soziale Gerechtigkeit und Infrastrukturinvestitionen in den Vordergrund stellt und das Patronage- und Korruptionssystem auflöst, das in weiten Teilen der öffentlichen und parastaatlichen Institutionen herrscht. Nur noch fünf Prozent der Erwerbstätigen sind in der formalen Wirtschaft beschäftigt. Es gilt daher, eine Wirtschafts-, Steuer- und Arbeitsmarktpolitik zu entwickeln, die den Erwerbstätigen in der informellen Wirtschaft eine auf Formalisierung und ökonomische Stabilisierung gerichtete Grundlage gibt, und somit menschenwürdige Arbeit und nachhaltiges Wirtschaften ermöglicht.

Die 2014 begonnene Wiederaufnahme von politischen Gesprächen zwischen der ZANU-PF-geführten Regierung und internationaler Gemeinschaft, mit dem Ziel Simbabwe ein Entschuldungsprogramm zu ermöglichen, haben erste Erfolge erzielt: Das Land könnte wieder Zugang zu internationalen Krediten erhalten. Dazu müsste die Regierung nicht nur ein ehrgeiziges Schuldenabbauprogramm umsetzen, sondern vor allem wirtschaftliche Reformen anpacken und den Kampf gegen Korruption wirksam und glaubhaft führen. Nur so könnte Vertrauen gewonnen werden  – nicht nur bei Investoren, sondern vor allem bei der mehrheitlich aus jungen Menschen bestehenden Bevölkerung, denen jegliche berufliche und ökonomische Perspektiven fehlen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat ihr Büro in Harare im Jahr 1982 eröffnet und arbeitet mit progressiven Akteuren in Politik, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und unabhängigen Medienorganisationen zusammen. Darüber hinaus werden Partner in regionale und internationale Arbeitslinien zur Klima- und Nachhaltigkeitspolitik sowie Frieden und Sicherheit eingebunden.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Simbabwe auf der Website des Landesprojektes.

Publikationen zu Simbabwe

WTO new round of negotiations

the Doha ministerial conference and post Doha agenda
Berlin, 2003Harare,FES[u.a.],2002, 2002

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The impact of genetic engineering on agriculture and human health

2-3 September 1999, Kadoma Range Motel Centre
Bonn, 2001

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Privatisation: the way forward

commercialisation, privatisation techniques and financing options ; 23 - 24 November 1999, Harare Sheraton Hotel
Bonn, 2001

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Towards the new millennium

budget and advocacy ; 27 November 1999, Holiday Inn, Harare
Bonn, 2001

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WTO Seattle Ministerial Meeting - "what are Zimbabwe's concerns and interests?"

25 to 26 October 1999, Harare International Conference Centre ; workshop
Bonn, 2001

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