Gewerkschafts- kooperation

Demonstrierende Gewerkschafter_innen beim Tag der Arbeit 2025 in Johannesburg, Südafrika
Urheber: picture alliance / Anadolu | Ihsaan Haffejee

Die Gesellschaften der afrikanischen Länder stehen vor umfassenden sozialen, ökonomischen und politischen Transformationsprozessen. Angesichts der sich wandelnden Arbeitswelt, der demografischen Entwicklung, der zunehmenden Urbanisierung und Digitalisierung, den Auswirkungen der Klimakrise, der stetig wachsenden Macht multinationaler Unternehmen und komplexer regionaler und globaler Wertschöpfungsketten besteht die Gefahr, dass sich soziale Ungleichheiten in vielen Ländern weiter vertiefen. Rund 85 Prozent der Afrikaner*innen arbeiten ohne festes Einkommen oder soziale Absicherung, besonders betroffen sind junge Menschen und Frauen.

Wie weltweit stehen Gewerkschaften in Afrika unter Druck. Dabei ist eine starke Gewerkschaftsbewegung entscheidend, um Transformationsprozesse gerechter, inklusiver, friedlicher und demokratischer zu gestalten. Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist mit durchschnittlich zehn Prozent ausbaufähig und die afrikanischen Gewerkschaften zweifellos mit zahlreichen internen und externen Herausforderungen konfrontiert. Dennoch sind Gewerkschaften die stärkste Kraft der Schwachen: mit einer langen Geschichte als Bündnispartner von Befreiungsbewegungen, politischem Einfluss bis heute und dem höchsten Mobilisierungspotenzial aller zivilgesellschaftlichen Organisationen. 

Die Beratungsarbeit der FES für und mit Gewerkschaften sowie die Stärkung gewerkschaftlicher Machtressourcen zielen darauf ab, mehr Gerechtigkeit und sozialen Dialog – mit besonderem Fokus auf Geschlechtergerechtigkeit – zu erreichen, die Strategiefähigkeit der Partner zu erhöhen sowie Beschäftigtenrechte und Gewerkschaftsfreiheiten zu erweitern. Wo es die Rahmenbedingungen erlauben, kooperiert die FES in den Projektländern mit Branchengewerkschaften, Dachverbänden oder gewerkschaftsnahen wissenschaftlichen Instituten. Strategischen Allianzen zwischen Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft kommt eine wichtige Bedeutung zu, etwa mit der Klimabewegung für eine „just transition", mit feministischen Aktivistinnen oder mit Organisationen des informellen Sektors.

Die nationale Gewerkschaftskooperation wird durch das 2010 gegründete FES Kompetenzzentrum Arbeit und Gewerkschaften (Trade Union Competence Center, TUCC) in Johannesburg, Südafrika, ergänzt. Das TUCC fördert die transnationale Vernetzung, pflegt enge Beziehungen mit den Globalen Gewerkschaftsföderationen und zur Regionalorganisation des Internationalen Gewerkschaftsbundes in Afrika (ITUC-Africa), und setzt Schwerpunkte bei der sozial-ökologischen Transformation, der Schuldenkrise sowie der Anwendung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zur Stärkung von Arbeitsrechten entlang globaler Wertschöpfungsketten. Zudem unterstützt das TUCC die Integration von Beschäftigten aus der Plattformökonomie und informellen Sektoren in die Gewerkschaften.

Weitere Informationen zur Internationalen Gewerkschaftsarbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung finden Sie in unserem Themenportal Internationale Gewerkschaftspolitik. Für mehr Informationen zur Gewerkschaftsarbeit in Subsahara-Afrika besuchen Sie bitte die Homepages der Länderprojekte. Einen Einblick in die Lage der Gewerkschaften in verschiedenen Ländern bieten unsere Gewerkschaftsmonitore.

Le droit Béninois du travail / Tome 1 : Le droit Béninois du travail

Affodjou, David | 2e édition, Cotonou : Friedrich-Ebert-Stiftung ; [Cotonou] : CHRISTON éditions, 2025

guide pratique

Forging strong alliances

Adotey Buckman, David ; Essien, Lucy Abotare ; Meissner, Kathrin | Johannesburg : Friedrich-Ebert-Stiftung, Trade Union Competence Centre for Sub-Saharan Africa, [2024]

trade unions uniting across Sub-Saharan Africa and Germany

Seen but not heard

Chomola, Ruth | Harare : Friedrich-Ebert-Stiftung, [2024]

the socio-economic realities of street vendors in Bulawayo ; survey report 2024

Gewerkschaftsmonitor / Mosambik

Berlin : Friedrich-Ebert-Stiftung, Februar 2014-

FES briefing


Kontakt

Publikationen

nach oben