Botsuana

Botsuana hat seit seiner Unabhängigkeit 1966 unter stabilen politischen Bedingungen große wirtschaftliche und soziale Fortschritte erzielen können. Doch in den letzten 15 Jahren stagnierte die Entwicklung immer mehr. Wachsende soziale Ungleichheit, hohe Arbeitslosigkeit und anhaltende extreme Armut: Botsuana gilt nicht mehr als afrikanischer Sonderfall und wird nicht länger als afrikanisches „Wunder“ gepriesen. Zunehmend treten auch die Demokratiedefizite des politischen Systems in den Blickpunkt. Die institutionellen Strukturen einer Demokratie wie Rechtsstaatlichkeit, Mehrparteiensystem und regelmäßige Wahlen sind zwar vorhanden und die Bürgerrechte in der Verfassung und den Gesetzen festgeschrieben, die Institutionen wurden aber über die Jahre hinweg ausgehöhlt. Sie funktionieren immer schwerfälliger und haben sich von den Bürger_innen und ihren Interessen entfernt. Die Wirtschaft ist noch immer einseitig auf den Bergbau ausgerichtet und die angestrebte wirtschaftliche Diversifizierung ist gescheitert. Die Umweltprobleme in dem sensiblen Ökosystem Botsuanas nehmen dramatisch zu.

Botsuana steht an einem Scheideweg und die nächsten Jahre werden darüber entscheiden, ob die Politik und die Gesellschaft fähig sind, die notwendigen Reformen tatkräftig anzugehen und das Land auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad zuführen. In diesem Reformprozess werden die Bürger_innen eine entscheidende Rolle zu spielen haben. Noch immer wird Politik eher konsumiert, aktive Mitwirkung und öffentliches Engagement beschränken sich auf den Wahlgang. Auf der anderen Seite müssen sich die demokratischen Institutionen Botsuanas endlich einem Diskurs öffnen und sich den gesellschaftlichen Interessen stellen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) arbeitet seit 1973 in Botsuana und hat sich im Rahmen verschiedener Projekte für die Stärkung des Parlaments gegenüber der Exekutive, die Stärkung zivilgesellschaftlicher Positionen, eine aktivere Beteiligung Jugendlicher an politischen Prozessen sowie für die Unterstützung von Gewerkschaften bei der Mitgestaltung gesellschaftspolitischer Diskurse eingesetzt. Aktuell liegt der Schwerpunkt der Projektarbeit auf der Stärkung der Beteiligungsrechte und -möglichkeiten von Bürger_innen an Prozessen der politischen Willens- und Meinungsbildung. Direkte Zielgruppen sind Entscheidungs- und Funktionsträger_innen sowie Multiplikator_innen im zivilgesellschaftlichen Bereich, in Politik und Gewerkschaften.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit in Botswana auf der Website des Landesprojektes.

Publikationen zu Botsuana

Meinardus, Marc

Die Basarwa der Kalahari

(k)eine Zukunft für die Ureinwohner von Botswana?
Bonn, 2004

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Maundeni, Zibani

Mapping local democracy in Gaborone City

Gaborone, 2004, 2007

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Trade unions in Botswana

country report 2003
Gaborone, 2004, 2007

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Economic policy in labor surplus economies - strategies for growth and job creation in Southern Africa

report on the proceedings of a Southern African conference, Gaborone, May 3 - 5, 2000
New, 2000

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Appropriate technology for small and medium enterprises in SADC countries

papers presented to the workshop of the SEPAC Working Group "Information, Technology and Technology Transfer", Kanye, 2-3 November 1998
Bonn, 2000

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