08.04.2019

FES-Jugendstudie Südosteuropa 2018/19: Europa hoch im Kurs

Anfang 2018 wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung in zehn Ländern Südosteuropas (SOE) eine Studie unter rund 10.000 Jugendlichen im Alter von 14 bis 29 Jahren durchgeführt. Gefragt wurde nach deren Erfahrungen, Einstellungen und Wünschen in verschiedenen Lebensbereichen, so z.B. Bildung, Beschäftigung, politische Teilhabe und Migration.


Zentrale Ergebnisse:

Zwischen 63 Prozent (Bulgarien) und 92 Prozent (Mazedonien) der befragten Jugendlichen äußert sich besorgt über fehlende berufliche Perspektiven. In der gesamten Region sind Jugendliche weiterhin von hoher Arbeitslosigkeit betroffen (zwischen 12 Prozent in Bulgarien und 43 Prozent in Kosovo), wobei viele junge Menschen weder einen Arbeitsplatz haben, noch sich in Bildungs- oder Ausbildungsmaßnahmen befinden.

Die negative Wahrnehmung der wirtschaftlichen Lage vor allem in den sechs Ländern des Westlichen Balkans (WB6) scheint ausschlaggebend beim Auswanderungswillen Jugendlicher. Zwischen 14 (Montenegro) und 27 Prozent (Albanien) der Befragten in den WB6 Ländern äußerten den Wunsch, für mehr als zehn Jahre aus ihren Heimatländern zu emigrieren. Die Wahrscheinlichkeit einer dauerhaften Emigration ist bei Jugendlichen aus den EU-Mitgliedsstaaten der Region erheblich geringer. Dort wünschen sich nur fünf Prozent der Befragten, für länger als zehn Jahre zu emigrieren.

Die Idee eines starken Sozialstaats findet vor allem unter Jugendlichen mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status großen Anklang. Bei allen Jugendlichen in allen Ländern liegt die Zustimmung zu einem starken Sozialstaat bei über 50 Prozent, teilweise bei über 80 Prozent.

Die große Mehrheit fühlt sich in der nationalen Politik nicht vertreten, kennt sich nach eigenen Angaben in der Politik aber auch wenig aus und steht dieser gleichgültig gegenüber.

Gleichzeitig sehen in einigen Ländern zwischen 39 (Bulgarien) und 54 Prozent (Albanien) der jungen Menschen, „eine Führung, die das Land mit starker Hand zum Wohl der Gemeinschaft regiert“ als gute Option an. Seit 2008 (World Value Survey) hat diese Meinung in der gesamten Region stark an Zustimmung gewonnen.

Bis zu 95 Prozent (Albanien) und mit Ausnahme von Serbien (56%) immer über drei Viertel der Befragten unterstützen die Mitgliedschaft in der/den Beitritt zur Europäischen Union. Damit sind Jugendliche in SOE in der überwältigenden Mehrheit pro-europäisch eingestellt.

Die Jugendstudie Südosteuropa 2018/2019 sowie die nationalen Jugendstudien der zehn beteiligten Länder finden Sie unter dieser Internetadresse: https://www.fes.de/jugendstudien-suedosteuropa/

Kontakt:
Martin Güttler
030 26935 7727
martin.guettler(at)fes.de


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