SPRACHE
Leichte
Sprache
Menü

Museum Karl-Marx-Haus in Trier

Mit Rücksicht auf ihre ei­gene Gesundheit, die Ge­sundheit der anderen Gäste sowie der Gesund­heit des Teams des Karl-Marx-Hauses bitten wir Sie, in den Ausstellungs­räumen wei­terhin eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Vielen Dank!


12.09.2022

Sonderausstellung "Die Weimarer Republik"

Vom 29. August bis zum 23. Oktober im Karl-Marx-Haus

Bild: Ausstellung zur Weimarer Republik von Karl-Marx-Haus/ Jeannine Huster

Die Weimarer Republik zwischen Moderne und Dauerkrise

 

Oft wird die Geschichte der Weimarer Republik von ihrem Ende im Jahr 1933 erzählt. Lange verwendete man den Begriff der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten. Heute sprechen Historiker und Historikerinnen viel eher von einer Machtübertragung. Nicht die Nationalsozialisten hatten in einem Gewaltakt die Herrschaft an sich gerissen, sondern die Macht wurde ihnen von den konservativ-reaktionären Eliten übergeben. Für die Republik und Demokratie jedenfalls bedeutete die Herrschaft der Nationalsozialisten den Untergang.

So zentral für die deutsche Geschichte das Ende der Weimarer Republik ist, die Jahre zwischen 1918 und 1933 verdienen einen breiteren und offeneren Blick. Zunächst und vor allem war die Weimarer Republik jene Zeit, in der die parlamentarische Demokratie zum Durchbruch kam. Die Menschen wählten – anders als in der Kaiserzeit – einen Reichstag, in dem die Parteien Macht und Einfluss hatten und die Regierung bildeten. Es waren Jahre der Moderne und der Experimentierfreude.

Die Weimarer Republik war darüber hinaus auch eine Zeit, in welcher der soziale Wohnungsbau Formen annahm. Nicht mehr in dunklen Mietskasernen wie in den Großstädten des Kaiserreichs sollten die Menschen leben, sondern in hellen großzügigeren Siedlungen. In Trier entstand zum Beispiel Anfang der 1930er Jahre eine Genossenschaftssiedlung in der Nähe des Stadions. Spät, zu spät wurde endlich in Weimar auch die Arbeitslosenversicherung eingeführt, jener Eckpfeiler der Sozialversicherungen, zu dem sich jahrzehntelang Politiker nicht hatten durchringen können.

Freilich war die Weimarer Republik auch die Zeit der Krisen. Die Inflation von 1923 und die Weltwirtschaftskrise ab 1929 machten den Menschen Angst. Sie brachen das Rückgrat des ohnehin nur Mitte der 1920er Jahren stabilen politischen und ökonomischen Systems. In Berlin lieferten sich Kommunisten und Nationalsozialisten Straßenschlachten. Viele Deutsche waren unfähig, die Niederlage im Weltkrieg anzuerkennen, und unterstützten daher offen von Anfang an konservative und rechtsradikale Parteien.

Schließlich waren die Weimarer Jahre auch „ganz normale“ Jahre, in denen Millionen Menschen noch auf dem Land und von der Landwirtschaft lebten. In den Hunsrück- und Eifeldörfern bekam man nicht viel von den Berliner „roaring twenties“ mit. Nach wie vor gingen die Menschen auf die traditionellen Volksfeste, mussten sich um ihre Existenz sorgen und hatten keine Zeit für großstädtischen Firlefanz.

Eine Ausstellung im Karl-Marx-Haus, die von dem Verein „Weimarer Republik e.V.“ in Weimar entwickelt wurde, zeigt diese Vielfalt der Weimarer Republik. Die Ausstellung ist vom 29. August bis zum 23. Oktober im „Freiraum“ des Karl-Marx-Hauses zu sehen.

 

Friedrich-Ebert-Stiftung
Museum-Karl-Marx-Haus

Brückenstr. 10
54290 Trier

 

Verwaltung Karl-Marx-Haus
Brückenstr. 5
54290 Trier

+49 (651) 970 68-0
+49 (651) 970 68-140
Karl-Marx-Haus(at)fes.de


Direkt zur Twitterseite:  @karlmarxhaus


nach oben