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Museum Karl-Marx-Haus in Trier

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27.07.2022

70 Jahre Luxemburger Abkommen und der Beitrag der Sozialdemokratie

Vortrag von Friedhelm Boll am 06.09.2022 um 18 Uhr

Am 10.09.1952 wurde das „Luxemburger Abkommen“ zwischen der Bundesrepublik Deutschland, dem Staat Israel und der Jewish Claims Conference geschlossen. Dieses „Wiedergutmachungsabkommen“ regelt eine materielle Entschädigung für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus.  

Das „Luxemburger Abkommen“ wird in der Regel nur Bundeskanzler Konrad Adenauer zugeschrieben. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass der Bundeskanzler weder in seiner Fraktion noch in seiner Regierung eine Mehrheit für dieses Abkommen hatte. Antijüdische und antisemitische Kräfte waren noch sehr stark. Die CSU wie die FDP und ein beträchtlicher Teil der CDU-Abgeordneten verweigerten die Zustimmung.

 Ohne die SPD und ihre Kontakte zu jüdischen Stellen hätte Adenauer das aus außenpolitischen Gründen notwendige Abkommen nicht verabschieden können. Nur mit Hilfe führender Vertreter der SPD-Bundestagsfraktion gelang es Adenauer, die Verhandlungen in Gang und zu einem positiven Ergebnis zu führen.

Die Wiedergutmachung war – besonders in den 1950er Jahren - ein kontroverses Thema, da es die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte und Schuld bedeutete. Dieser Prozess in der Aufarbeitung zeigt, von welcher Bedeutung der Mut und das Durchsetzungsvermögen einzelner Personen sowie der parlamentarischen Opposition war, um diesem für die Geschichte der Bundesrepublik zentralen Reformwerk zum Durchbruch zu verhelfen.

Prof. Dr. Friedhelm Boll studierte in Bonn und Toulouse Geschichte und arbeitete von 1975 bis 2010 als Historiker am Institut für Sozialgeschichte e.V. in Braunschweig und am Historischen Forschungszentrum der Friedrich-Ebert-Stiftung. 1993 habilitierte sich Boll in Kassel und wurde dort 1999 zum Professor ernannt.

 

Anmelden können Sie sich unter https://www.fes.de/lnk/luxemburger-abkommen

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