Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern

25.09.2019

Kleine Hände – großer Profit

Benjamin Pütter zu Gast bei der FES in Schwerin (24.09.2019). Weitere Termine in Rostock (25.09.) und Ludwigslust (26.09.)

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Bild: Benjamin Pütters bei der FES

Der renommierte Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter war am Dienstag, 24.9.2019, um 18.30 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung MV in der Arsenalstr. 8 zu Gast.

18 Menschen hörten gespannt den Ausführungen von Benjamin Pütter, Berater für die Bereiche Kinderrechte und Kinderarbeit beim Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und Autor des Buches „Kleine Hände – großer Profit“ zu. Schwerpunkt der Ausführungen waren Steine aus Indien, die mittels Kinderarbeit aus Felsen gebrochen werden. Diese Steine gelangen als Grabsteine oder Pflastersteine u.a. nach Deutschland.

Im Anschluss gab es eine sehr angeregte Diskussion, da auch ein Steinmetz aus Schwerin zugegen war, der selbst Grabsteine gestaltet. Seine Sicht auf die Situation eröffnete eine Diskussion zu den Möglichkeiten einzelner Akteure aber auch staatlichen Handelns.


Grabsteine aus Kinderarbeit – NRW als Vorreiter

Die Schwierigkeit, Grabsteine aus Kinderarbeit in Friedhofsatzungen zu verbieten, wurde diskutiert und ist hier kurz & knapp zusammengefasst: Keine Grabsteine aus Kinderhand (Zeitschrift welt-sichten).

Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland in sein Bestattungsgesetz in §4a (In-Kraft-Treten am 1.10.2014) das Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit integriert: §4a Grabsteine aus Kinderarbeit. Hinweise zur Auslegung von §4a wurden am 4.9.2018 per Runderlass veröffentlicht: Länderliste NRW.

Auf https://www.mags.nrw/bestattungswesen finden sich in der rechten Randspalte unter Downloads diverse Studien zur „Kinderarbeit in Naturstein-Sektor“. Das gesamte Bestattungsgesetz NRW hier.


Situation in Mecklenburg-Vorpommern und Schwerin

Aktuell wird das Bestattungsgesetz von Mecklenburg-Vorpommern novelliert (Expertenkommission „Bestattungskultur in MV“). Wie die Lobbyarbeit für ein Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit aussehen kann, werden wir mit dem Eine-Welt-Landesnetzwerk MV besprechen.

Die Schweriner Stadtvertretung hat bereits 2005 und 2010 Beschlüsse gegen Kinderarbeit (Natursteine, Grabmale) gefasst und im Vergabehandbuch der Landeshauptstadt steht u.a., dass bei der Beschaffung von Natursteinprodukten, faire Arbeitsbedingungen berücksichtigt werden sollen. Wie dies jedoch praktisch umgesetzt wird, konnte mangels Kenntnis des Verwaltungshandelns nicht erörtert werden.

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Weitere Termine am 25. und 26. September 2019:
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