KommunalAkademie

08.07.2018

Mächtig. Engagiert. - 16. Kommunalpolitische Sommerakademie - Rückblick und Fotogalerie

Vom 6. bis 8. Juli diskutierten kommunalpolitisch Aktive u.a. mit Bärbel Dieckmann, Prof. Jochen Dieckmann, Moritz Küpper und Dr. Marcel Lewandowsky in Bonn. Rund um das Thema Macht und Politik lernten sie von hervorragenden Trainer_innen und Expert_innen.

Mächtig. Engagiert.

Um politisch zu gestalten und Gesellschaft zu verändern, braucht es Gestaltungs-Macht. Wer nicht mächtig oder machtvoll ist, kann keine Veränderungen vorantreiben. In einer Demokratie wird diese Macht zeitlich begrenzt und durch Wählerinnen und Wähler an Parteien und ihre Kandidat_innen verliehen.

Wir diskutierten u.a. mit Dr. Marcel Lewandowsky, Helmut Schmidt Universität Hamburg, Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe e.V. und Oberbürgermeisterin a.D., Prof. Jochen Dieckmann, Staatsminister a.D. und Moritz Küpper, Deutschlandfunk, das Thema Macht und Politik!

Programmflyer zum Download.

„Macht tritt in allen Lebenslagen auf“ – ein persönlicher Rückblick auf die 16. kommunalpolitische Sommerakademie in Bonn

Autorin: Anne Claßen, Kommunalpolitikerin aus Wadersloh, Absolventin der KommunalAkademie kompakt der Friedrich-Ebert-Stiftung

Macht wird meist in Verbindung gebracht mit Führungspositionen. Mit Politiker_innen und Manager_innen. Mit Autorität und Geld. Was Macht aber noch bedeutet, wie man damit umgeht, wie man sie erkennt und wie man sie wieder loslässt, das wollten die Teilnehmer_innen der 16. Kommunalpolitischen Sommerakademie der KommunalAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung vom 06. bis 08. Juli 2018 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn unter dem Titel „Mächtig. Engagiert.“ herausfinden.

Grußwort der Akademieleiterin

Anne Haller, die Leiterin der KommunalAkademie, hieß am Freitagnachmittag die aus ganz Deutschland angereisten Kommunalpolitiker_innen willkommen. Sie fragte in ihrer Begrüßung zunächst auch nach positiven Assoziationen mit dem Wort „Macht“, die es im deutschen Sprachraum nicht so häufig gäbe. Aber in der englischen „Power“ stecke zum Beispiel auch die Bedeutungen Kraft, Elektrizität oder Schwung.

Anne Haller stellte die zentralen Fragen für die Tagung vor: "Wie sind die Zugänge zu politischer Macht innerhalb der Parteien? Welche Bedeutung haben informelle Netzwerke, Kontakte und Mikropolitik, besonders auf kommunaler Ebene? Wie organisiert man politische Macht? Wenn man einmal an der Macht ist, wie gelingt es, damit verantwortungsvoll umzugehen? Wie schwierig ist es, die Macht wieder loszulassen? Haben Männer und Frauen ein unterschiedliches Verhältnis zu Macht? Wie üben sie Macht aus und wie unterscheiden sie sich in der Außenwahrnehmung und -darstellung?" Sie lud neben der Betrachtung der Zusammenhänge von Macht und Politik auch dazu ein, eine persönliche Perspektive einzunehmen und den eigenen Antreibern und Motiven auf den Grund zu gehen, die kommunalpolitisch Aktive anspornen, Macht übernehmen zu wollen.

Veränderung von Machtstrukturen nur in der Opposition? Thesen von Lewandowsky in der Diskussion

Anschließend an ihr Grußwort übergab Anne Haller an Dr. Marcel Lewandowsky von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, der den Eröffnungsvortrag über Machtstrukturen in politischen Parteien hielt. Der Politikwissenschaftler beschrieb hier unter anderem die Erwartungen der Bürger_innen an Parteien und diskutierte im Anschluss mit den Teilnehmer_innen in Form der „Fishbowl“-Methode, bei der die Fragesteller_innen Teil der Podiumsdiskussion werden. So kam es zu einem dynamischen Meinungsaustausch, zum Beispiel über Lewandowskys These, dass sich politische Parteien besser in der Opposition erneuern können. Kontrovers wurde auch über seine Aussage diskutiert, dass Parteien sich in einer Regierungsbeteiligung zentralisierten und die Logik des Machterhalts in der Folge andere Themen überlagert.

„Ich glaube, wir sind wir selbst geblieben“ - Gespräch mit dem Ehepaar Dieckmann

Nach dem Abendessen folgte ein spannendes Gespräch mit Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe und ehemalige Oberbürgermeisterin der Stadt Bonn, und Prof. Jochen Dieckmann, ehemaliger Justizminister des Landes NRW, zu der Frage, was politische Macht eigentlich mit einer Person macht. Die Eheleute berichteten über ihre politischen Entwicklungswege und wie sie diese gemeinsam beschritten haben. „Ich glaube, wir sind wir selbst geblieben“, äußerte Jochen Dieckmann nachdenklich. Zur Frage nach ihrer persönlichen „klassischen Ochsentour“ in der SPD sagte Bärbel Dieckmann: „Ja, für uns gab es diese Ochsentour. Aber die Partei war unsere Familie. Es hat Spaß gemacht, es war eine schöne Zeit!“ Ganz privat und sehr sympathisch schilderten Beide, wie sie selbst die Macht empfunden haben und wie sie es geschafft haben, während dieser Zeit auf dem Boden zu bleiben. Den richtigen Zeitpunkt für den Rückzug vom Amt der Bonner Oberbürgermeisterin habe sie klar erkannt, denn, so Bärbel Dieckmann: „Ich hätte mich sonst komplett neu erfinden müssen.“ Auch im Leben nach der Kommunalpolitik lerne sie als Präsidentin der Welthungerhilfe immer wieder neue Perspektiven kennen und genieße ihre ehrenamtliche Aufgabe dort.

Der erste Tag fand seinen Ausklang beim WM-Viertelfinale Brasilien - Belgien in der Pianobar des Gustav-Stresemann-Instituts. Lange über das Spiel hinaus saßen viele Teilnehmer_innen beisammen. Denn das ist neben dem offiziellen Programm das Schöne an der Sommerakademie: neue Menschen kennenlernen, Kontakte knüpfen, Freundschaften schließen und sich von Jahr zu Jahr wiedersehen.

„Was treibt mich an, Kommunalpolitik zu gestalten und Macht zu übernehmen?“ Zeit zur Selbstreflexion in den Workshops

Der Samstag war geprägt durch die Tagesworkshops. Zur Wahl standen spannende Themen, wie  „Machtspiele, Manipulationen und Mikropolitik“ mit Celina Schareck, „(Persönlich-politische) machtvolle Antreiber“ mit René Märtin und „Macht braucht Erneuerung – Politik neu gestalten und Menschen begeistern“ mit Leif Neugebohrn.
Die Workshops machten Lust auf mehr. Ein Blick in das Jahresprogramm der KommunalAkademie der Friedrich-Ebert-Stiftung lohnt sich, um mit weiteren Seminaren auf das Erlernte aufzubauen.

„Gibt es den perfekten Rücktritt?“ Eine Betrachtung vom Ende der Macht mit Moritz Küpper

Am Abend ging es um ein Thema, das jeden (Kommunal-)Politiker und jede (Kommunal-)Politikerin eines Tages beschäftigen wird (und sollte).
Moritz Küpper, Redakteur beim Deutschlandfunk und Autor, hat für sein Buch „Rücktritte: Über die Kunst, ein Amt zu verlassen“ mit Prominenten wie Kurt Beck, Matthias Platzeck, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Rudolf Scharping und anderen gesprochen, die die Erfahrung eines Rücktrittes gemacht haben. Er berichtete, wie einzelne Interviewte zu ihrer Entscheidung kamen, wie sie sich dabei fühlten und anschließend damit umgingen, ihre Macht abgegeben zu haben. Besonders nachdenklich stimmten die Lesepassagen über den gesundheitlich begründeten Rückzug von Matthias Platzeck aus der Politik.

Am letzten Tag gab es die Möglichkeit, die Kurzworkshops „Kleine Ethik der Macht“ mit René Märtin, „Die Macht im Netz – wie online Meinung gemacht und beeinflusst werden kann“ mit Leif Neugebohrn und „Schlagfertig kontern, Grenzen setzen und nicht durchschaubar agieren!“ mit Celina Schareck zu besuchen. Auch hier fiel die Wahl nicht leicht.

Nach der Sommerakademie ist vor der Sommerakademie…

Wie im Flug sind die Tage in Bonn vergangen. Es hat wieder wahnsinnig viel Spaß gemacht. Zu alten Bekanntschaften sind neue hinzugekommen. Die Vorfreude auf die nächste Sommerakademie steigt.

Der Eindruck, der neben den Bekanntschaften und dem Spaß von diesem Wochenende bleibt, ist, dass Macht vielfältig ist und viele Facetten hat. Sie tritt in allen Lebenslagen auf. Bewusst und unbewusst. Jede_r übt in irgendeiner Art und Weise Macht aus – im Beruf, in der Politik, im Freundeskreis, beim Sport, beim Einkaufen, im Internet. Die Liste ist endlos.

 

Fotogalerie Sommerakademie 2018

  • Bild: Eröffnung der Sommerakademie durch Anne Haller von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Eröffnungsdiskussion zum Thema Macht von Leif Neugebohrn 
  • Bild: René Märtin und Klaus Tovar von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Einführung in das Thema Macht und Politik von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Moderatorin Katharina Letzelter von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Input Dr. Marcel Lewandowsky von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Abstimmung "Wer hat die Macht?" von Leif Neugebohrn 
  • Bild: "Wer hat die Macht?" von Leif Neugebohrn 
  • Bild: "Welche dieser Akteure haben Macht?" von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Fishbowl Diskussion mit Dr. Lewandowsky von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Eröffnung der Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Podiumsdiskussion mit Bärbel und Jochen Dieckmann von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Was macht politische Macht mit uns? von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Jochen Dieckmann, NRW Staatsminister a.D. von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Anne Haller, Leiterin der KommunalAkademie von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Fragen aus dem Publikum von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Workshop mit Trainer René Märtin von Leif Neugebohrn 
  • Bild: "Kleine Ethik der Macht" mit René Märtin von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Moderator Dennis Feldmann von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Input Moritz Küpper von Leif Neugebohrn 
  • Bild: "Die Kunst des Rücktritts" von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Podium mit Moritz Küpper, Redakteur beim Deutschlandfunk von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Fragen aus dem Publikum von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Pausen während der Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: sommerliches Ambiente bei der Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn 
  • Bild: Trainerin Celina Schareck von Leif Neugebohrn 
  •  

Bild: FES Sommerakademie 2018 von Leif Neugebohrn

Arbeitseinheit: Kommunal Akademie


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