Julius-Leber-Forum

Regionalbüro für Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Der politische Film der FES 2018

Bild: ­Die Preisverleihung am 5.10.2018 ­von ­FES ­

26. Filmfest Hamburg - 27. September bis 6. Oktober 2018

"On Her Shoulders" ist der Preisträger des Jahres 2018

Regie: Alexandria Bombach

Der Film „On Her Shoulders“ der US-amerikanischen Filmemacherin Alexandria Bombach hat den Preis des politischen Films der Friedrich-Ebert-Stiftung 2018 gewonnen. Der Film begleitet die vor kurzem mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete irakische Jesidin Nadia Murad bei ihrem Einsatz für Frauenrechte und die Verfolgung der Kriegsverbrechen des sog. Islamischen Staats.

Murad selbst geriet in Gefangenschaft und wurde schwer misshandelt, bevor ihr die Flucht gelang und sie zu der weltweit wichtigsten Stimme der Jesid/innen wurde. Der Film schlachtet aber nicht das erlebte Grauen aus, sondern begleitet Murad in der Gegenwart dabei, wie sie gegen das Vergessen des Verbrechens anrennt und anredet. So macht der Film deutlich, wie die junge Frau Verantwortung übernimmt und damit gleichzeitig eine große Verantwortung auf Ihren Schultern trägt – „On her Shoulders“.

Zwölf Filme stellten sich auch in diesem Jahr dem Urteil einer dreiköpfigen Jury, die mit einem Preisgeld von 5000 Euro politisch ambitioniertes Kino zu belohnen hatte. Mit dem Preis werden Filmschaffende gefördert, die mit ihren Themen anregen, bewegen und neue Einsichten möglich machen; prämiert wird die beste Regiearbeit. Die für den Preis „Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung“ im Jahr 2018 nominierten Filme umfassten sowohl Spiel- als auch Dokumentarfilme, darunter Arbeiten aus Grönland, Iran, Nordirland, Rumänien, Frankreich, Deutschland und dem Inselstaat Tuvalu. 

Die Wettbewerbsfilme im Überblick.

 

"On Her Shoulders" von Alexandria Bombach

Bild: ­Collage ­von ­Oscilloscope Laboratories und FES ­

 

Zur Homepage des Films

Der Friedensnobelpreis für Nadia Murad

Die Regisseurin Alexandria Bombach

Die Begründung der Jury

Wie machen wir das Unsichtbare sichtbar? – In zerstörten Ländern, in brüchigen Gesellschaften, in verwüsteten Seelen?

Kriege erzählen, Menschen wiederfinden, die vergessen werden sollen. Damit das, was passiert ist, nicht im Rückspiegel der Geschichte verschwindet: Das bedarf Ausdauer. Eine Kamera. Und Mut. Gegen das Vergessen andrehen: Das war wie ein Auftrag, eine Mission, der internationalen Filmemacherinnen und Filmemachern in unserer Sektion „VETO!“.

Wir haben zwölf Dokumentar- und Spielfilme gesehen, die diesen Auftrag sehr ernst genommen haben. Jedes Frame, jedes Archivbild, jeder Mensch war ihnen wichtig, um Geschichten zu erzählen, die drohen im Halbdunkel zu verschwinden. Ausgezeichnet wird heute ein Film über eine junge Frau, der genau das tut. Er handelt von einer Frau, die gegen das Vergessen anrennt, anredet, Podien besteigt und daran fast zerbricht.

Nadia Murad ist 23 Jahre alt. Sie ist irakische Jesidin und hat den Genozid des so genannten  »Islamischen Staats« an ihrer Volksgruppe überlebt. Sie war Geisel und Sexsklavin. Sie hat Unvorstellbares erlebt – und überlebt. Sie konnte aus der Gefangenschaft fliehen und ist heute eine der wichtigsten Stimmen, die der Welt vom Schicksal der Jesidinnen und Jesiden berichten kann.

Der Film von Alexandria Bombach begleitet Nadia Murad um die Welt. Er zeigt ihren Kampf um Aufmerksamkeit und Gerechtigkeit. Und dieser Film wagt etwas: Er konzentriert sich nicht auf das Grauen, das Nadia erlebt hat. Er rückt die müden Augen einer jungen Frau in den Vordergrund, die ihr Erlebtes fast jeden Tag erzählen muss. „Wir brauchen nicht mehr Worte, wir brauchen endlich Taten“ sagt sie einmal vor der UNO. Der Applaus ist ihr sicher, es folgen Worte, Worte und wieder Worte. Und dann bleibt die Kamera bei ihr, wenn das Licht ausgeht, wenn die Leere zurückkehrt. Das ist der Preis derjenigen, die das Unsichtbare sichtbar machen wollen: alles auf Nadias Schultern – ON HER SHOULDERS.

Wir gratulieren der Filmemacherin Alexandria Bombach zum diesjährigen Preis des politischen Films der Friedrich-Ebert-Stiftung.

 

 

Die Jury des Jahres 2018

Bild: ­Die Jury, verstärkt durch die FES  ­von ­FES ­

Christian von Brockhausen
Regisseur, Redakteur, Dokumentation
und Reportage Norddeutscher Rundfunk (NDR)


Timo Hempel
Lektor, Leiter des Arbeitskreises Medien
und Digitales der SPD Hamburg


Eva Hubert
langjährige Geschäftsführerin der
Filmförderung Hamburg/ Schleswig-Holstein

Alle Preisträger

2018: On Her Shoulders

Beim Filmfest 2018 wurde der Dokumentarfilm "On Her Shoulders" von Alexandria Bombach über die Arbeit der Friedensnobelpreisträgerin 2018 Nadia Murad mit dem Preis "Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" ausgezeichnet.

2017: The Wait

Beim Filmfest Hamburg 2017 wurde Emil Langballe für seinen Dokumentarfilm "The Wait" als "Politischer Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" ausgezeichnet. Mehr dazu hier.

2016: Tadmor

Beim Filmfest Hamburg 2016 wurden Monika Borgmann und Lokam Slim für ihren Dokumentarfilm "Tadmor" als "Politischer Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" ausgezeichnet. Mehr dazu hier.

2015: Every Face Has a Name

Beim Filmfest Hamburg 2015 wurde Magnus Gerttens Film "Every Face Has A Name" als "Politischer Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" ausgezeichnet. Mehr dazu hier.

2014: Children 404

Beim Filmfest Hamburg 2014 wurden Askold Kurov und Pavel Loparev für ihren Dokumentarfilm "Children 404" mit dem Preis "Politischer Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" ausgezeichnet. Mehr dazu hier.

2013: Fire in the Blood / Manuscripts don't burn

Beim Filmfest Hamburg 2013 wurde der Preis "Der politische Film der Friedrich-Ebert-Stiftung" zum ersten Mal verliehen - und gleich geteilt. Ausgezeichnet wurden Dylan Mohan Gray für seinen Dokumentarfilm "Fire in the Blood" und Mohammad Rasoulof für sein Drama "Manuscripts don't burn". Mehr dazu hier.

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Gerne schicken wir Ihnen persönliche Einladungen.

  • Bild: ­von ­Oscilloscope Laboratories ­

Trailer zu "On Her Shoulders"

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