Julius-Leber-Forum

Regionalbüro für Bremen, Hamburg & Schleswig-Holstein

08.09.2020

Arbeit 4.0 – digital und global

Eine Diskussionsreihe der W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V. und der Friedrich-Ebert-Stiftung, Julius-Leber-Forum

 

Die Organisation und Bedingungen von (Lohn-)Arbeit befinden sich in einem ständigen Wandel. Abläufe und Prozesse am Arbeitsmarkt werden beeinflusst von politischen Entscheidungen, lokaler Nachfrage und globalen Lieferketten. Alle Menschen weltweit sind von diesem Wechselspiel in irgendeiner Form betroffen. Die Digitalisierung lässt zudem einstmals lokale Arbeitsmärkte zusammenwachsen. Gerade im IT-Bereich können Tätigkeiten von nahezu jedem Ort ausgeübt werden. Dies bietet Chancen für arbeitslose Menschen, eine Lohnarbeit zu finden oder sie anders zu organisieren, und Risiken für die Verlagerung ganzer Arbeitsbereiche oder einzelner Arbeitsschritte in Länder mit niedrigen Löhnen und schlechten Sozialstandards.

Angesichts der Vielzahl an Veränderungen und Unsicherheiten, die eine globalisierte Arbeitsteilung und zunehmend digitalisierte Arbeitsprozesse mit sich bringen, fühlen Menschen sich oftmals hilf- und machtlos. Doch kann gerade die Digitalisierung nicht auch Chancen bieten für eine global gerechtere Gestaltung der Arbeitswelt? Wie können sich Arbeiter*innen weltweit im digitalen Zeitalter organisieren, um Arbeitskämpfe zu führen oder politisch Einfluss zu nehmen? Wie können wir die Mitbestimmung am Arbeitsplätz dort stärken, wo es sie gibt, und dort etablieren, wo Mitbestimmung noch ein Fremdwort ist? Wie wirkt sich die Digitalisierung der Arbeitswelt im globalen Süden und Norden aus? Und wie hängt alles miteinander zusammen?

In einer digitalen gemeinsamen Veranstaltungsreihe beleuchten die W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.und die Friedrich-Ebert-Stiftung die Herausforderungen digitaler Arbeit aus globaler Perspektive und laden dazu ein,  nötige und mögliche Veränderungen der Arbeitswelt im digitalen 21. Jahrhundert zu diskutieren.

Die Diskussionen finden online statt auf der Plattform zoom. Bitte melden Sie sich an unter info(at)w3-hamburg.de. Sie erhalten zeitnah vor der Diskussion die Zugangsdaten zum Zoom-Meeting sowie Datenschutzhinweise für die Nutzung von Zoom per E-Mail zugesandt.

 

Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

 

 


8.9., 18 – 19:30 Uhr: Chancen und Risiken digitaler Arbeit für den Globalen Süden

Die digitale Umwälzung der Welt hat den Globalen Süden längst erfasst. Der Internet- und Breitbandausbau schreitet voran und damit auch die Nutzung digitaler Informations- und Kommunikationstechnologien. Apps und digitale Plattformen strukturieren Arbeitskontexte neu und treiben die Vernetzung des Globalen Nordens und Südens voran. Dies bringt auch die digitalen Arbeitswelten näher zusammen. Gerade im Bereich der computerbasierten Arbeit entstehen in den Ländern der südlichen Hemisphäre neue Arbeitsmärkte.

 

Doch zu wessen Regeln erfolgt diese Entwicklung? Diktieren die großen Digitalunternehmen alleine die Spielregeln oder können internationale Institutionen wie die Weltarbeitsorganisation (ILO) Einfluss auf die Gestaltung der digitalen Arbeitswelt nehmen? Wie wird die Digitalisierung in den Ländern des globalen Südens gesehen? Welche Einschätzungen zur digitalen Arbeitswelt haben die dortigen Gewerkschaften? Und droht dem Süden eine neue Form der Ausbeutung durch den Norden, dieses Mal in digitaler Form?

 

Darüber diskutieren miteinander und mit Ihnen

 

Kerstin Fritzsche, Forschungsleiterin des Themenfelds Digitalisierung am Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT). Kerstin Fritzsche forscht zu den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für sozial-ökologische Transformationsprozesse. Sie analysiert zudem digitale Entwicklungsprozessen in den Ländern des Globalen Südens und untersucht wie diese nachhaltig, gerecht und inklusiv gestaltet werden können.

Uta Dirksen, Leiterin des regionalen Gewerkschaftsprojekts der FES in Lateinamerika, mit Sitz in Montevideo, Uruguay. Vorher war sie für die FES in Deutschland und Benin tätig. Uta Dirksen ist Entwicklungsökonomin und hat mit ihrem Projekt die Diskussion der lateinamerikanischen Gewerkschaftsbewegung zur Zukunft der Arbeit begleitet.

 


22.9., 18 – 19:30 Uhr: Globale KI Ethik – Grenzlose Chancen oder Grenzerfahrung?

Die Gestaltung von Algorithmen fußt immer auf Werten, die für Menschen und Gesellschaft wichtig erscheinen. Als Leitbild kann dabei der Schutz der Einzelnen oder der Schutz des Kollektivs, einer gesamten Gemeinschaft, dienen.  Für die Entwicklung und den Einsatz von Algorithmen braucht es Regeln, die insbesondere ethische und soziale Folgen des Technologieeinsatzes beachten. Dies gilt umso mehr, da Algorithmen zunehmend über den Zugang zu Berufen, zu medizinischer Versorgung oder staatlichen Leistungen mitentscheiden. Doch nach welchen Werten sollen diese Regeln gestaltet werden? Wessen Werte werden in den Debatten berücksichtigt? Wer setzt diese um und ist an der Entwicklung von algorithmischen Systemen beteiligt? Unterscheiden sich die KI-Ethik Richtlinien über Ländergrenzen hinweg? Welchen Einfluss üben koloniale Vergangenheiten und globale Ungleichheiten auf die Debatte und die Entwicklung von Algorithmen aus? Welche Chancen bieten sich auch dem Globalen Süden?

 

Darüber spricht und diskutiert mit Ihnen Lajla Fetic

 

Lajla Fetic arbeitet als Wissenschaftlerin und Beraterin zu den gesellschaftlichen Folgen von Technologieeinsatz. Sie beschäftigt sich mit der Frage, unter welchen Bedingungen Technologie einen Beitrag zur Stärkung des Gemeinwohls leisten kann. Lajla Fetic war als Projektmanagerin für die Bertelsmann Stiftung tätig. Im Projekt „Ethik der Algorithmen“ verantwortete sie unter anderem die Weiterentwicklung ethischer Regeln für KI in Unternehmen und im öffentlichen Sektor. Sie ist Co-Autorin mehrerer Praxisleitfäden und einer Studie zur Entwicklung eines KI-Ethik-Labels.

 


6.10., 18 – 19:30 Uhr: Arbeitskämpfe 4.0: Wie können Arbeitnehmer_innen sich weltweit vernetzen und Mitbestimmung durchsetzen

 

+++ folgt +++


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