Gender-Blog

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Wie müs­sen sich In­sti­tu­tio­nen und die po­li­tische Kul­tur ver­ändern, um da­mit die wir­kliche de­mo­kra­tische Teil­ha­be von Frauen sicher­zu­stellen?


21.03.2018

Mit den Fäden fest in der Hand

Buchvorstellung "Mit den Fäden fest in der Hand" in Südthüringen über das Wirken der AWO-Frau Lotte Lemke und ihre Vorbildfunktion für Frauen heute

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Wenn Lotte Lemke im Raum war, wurde geflüstert
Der Titel des Buches der Kulturanthropologin Lydia Struck betont eine der Stärken von Lotte Lemke.  Netzwerke knüpfen, Menschen mit miteinander verbinden, organisiert und strukturiert sein – das sind Eigenschaften, die auch heute oft Frauen zugeschrieben werden. Lotte Lemke wurde durch ihre beharrliche Art, ihre Fähigkeit alle Fäden in der Hand zu behalten und ihre Ausdauer zur ersten weiblichen Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt.

Sozialpolitik als erster Weg für Frauen Fuß zu fassen
Frauen, wie Marie Juchacz, Hedwig Wachenheim und Lotte Lemke haben für das Frauenwahlrecht und Gleichberechtigung gekämpft.  Erst seit 100 Jahren steht Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht zu. Sozialpolitische Themen waren dabei für viele Frauen die erste Möglichkeit überhaupt in der männerdominierten Politik Fuß zu fassen.

Mut nicht verlieren – immer weiter
Lotte Lemke hielt auch in schwierigen Zeiten der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche an ihren Idealen fest. Lydia Struck sieht eine Quelle diese Ausdauer in der Sozialisation Lemkes in der Arbeiter_innenbewegung der Weimarer Republik. Mit Lotte Lemke konnte die AWO auch während des 2. Weltkrieges Kinder und Jugendliche versorgen. Sie baute mit Hilfe von Marie Juchacz die AWO nach 1945 schnell wieder auf und organisierte Ausbildungen für junge Frauen zu Krankenschwestern.

Lotte Lemke wurde bewundert und gefürchtet
Bei der Veranstaltung des Landesbüros Thüringen in Suhl berichtete die Geschäftsführerin der AWO Südthüringen Gertraude Eck von den besonderen Leistungen der Männer und Frauen, die die AWO nach 1990 in den neuen Bundesländern wieder aufgebaut haben. Heute wünscht sich Gertraude Eck von der AWO gerade in ländlichen Regionen stärkere sozialpolitische Präsenz. Diana Lehmann, Landtagsabgeordnete im Thüringer Landtag, fragte Lydia Struck, wie sich Lotte Lemke ihre einflussreiche Position erarbeiten konnte. Man traute es Lotte Lemke einfach zu. Sie war auch in schwierigen Zeiten immer da und wurde ebenso bewundert, wie gefürchtet.


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