Zukunftsfähige Gewerkschaften

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Viele Gewerkschaften haben erkannt, dass sie sich wandeln müssen, um in der globalen Ökonomie des 21. Jahrhunderts wirkungsmächtig zu bleiben bzw. zu werden. So reagieren sie auf strukturelle und demografische Veränderungen auf den Arbeitsmärkten, indem sie prekär Beschäftigte organisieren, ihre Arbeits- und Kommunikationsformen an die jeweiligen Zielgruppen anpassen, mehr in die eigenen Analyse- und Artikulationskapazitäten investieren sowie jünger und weiblicher werden. (siehe auch unser Projekt Trade Unions in Transformation)

Die Global Unions und die FES unterstützen diese Veränderungen auf vielfältige Weise. Um das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit in den eigenen Strukturen und politischen Entscheidungen zu erreichen, lancierte der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) die Kampagne Count Us In!. Gezielte Förderprogramme für Gewerkschafterinnen werden bei UNI Global Union im Rahmen der That’s Why Kampagne, bei IndustriALL Global Union unter der Überschrift „A Global Trade Union for Women and Men“ und bei der Bildungsinternationale gefördert. Mit einer stärkeren Repräsentanz von Frauen in den Gewerkschaften bekommen politische Auseinandersetzungen um das unterschiedliche Lohnniveau zwischen Frauen und Männern, soziale Sicherung, Arbeitsschutz, Diskriminierung sowie  Gewalt gegen Frauen einen größeren Stellenwert.

Jedes Jahr strömen Millionen junge Menschen auf die Arbeitsmärkte. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt erfolgt, wenn überhaupt (steigende Jugendarbeitslosigkeit), oft über prekäre Beschäftigung mit ungewissen Aussichten, schlechter Bezahlung und geringen Möglichkeiten der Interessenvertretung. Das Ziel von guter Arbeit auch für junge Menschen verfolgend, setzt sich das Globale Gewerkschaftsprojekt der FES für die Organisierung von jungen Beschäftigten und ihre Integration in gewerkschaftliche Organisationen ein. Dies umfasst:  in Gewerkschaften die Perspektive und die Sprache der jungen Generation stärker verankern;  eine gezielte Nachwuchsförderung mit spezifischen Qualifizierungsangeboten betreiben;  verstärkt Themen in den Vordergrund stellen, die die Lebenswirklichkeit junger Menschen aufgreifen, wie z. B. Bildung und Ausbildung oder Einstiegsmöglichkeiten in den Arbeitsmarkt.

Die Gewerkschaftsbewegung investiert stärker in die Qualifizierung ihres eigenen Personals, um wirtschafts- und sozialpolitische Auseinandersetzung kompetent führen und interne Wandlungsprozesse vorantreiben zu können. Das FES-Projekt fördert hierbei insbesondere die Global Labor University, die durch ein akademisches und gleichwohl praxisorientiertes Programm an weltweit sechs Standorten zu einer zentralen Institution der internationalen gewerkschaftlichen Nachwuchsförderung geworden ist. Jährlich stattfindende Konferenzen und Summer Schools sind nicht nur Ausdruck aktiver Alumni-Arbeit, sondern verknüpfen praktische Erfahrungen mit politischen Debatten, wie etwa im Projekt zu „Combating Social Inequality“. Online-Kurse bieten zudem selbstbestimmte Lernmöglichkeiten zu zentralen Themen wie Arbeitsstandards, faire Löhne und Wertschöpfungsketten.

Weiterführende Informationen:

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