Transnationale Interessenvertretung

In einer globalisierten Wirtschaft kann sich eine effektive Interessenvertretung von Arbeitnehmer_innen nicht länger innerhalb nationaler Grenzen abspielen. Gewerkschaften haben dies schon vor vielen Jahren erkannt und transnationale Unternehmens- oder Branchennetzwerke aufgebaut. Diese sollen gewerkschaftliche Handlungsmacht herstellen und transnationale Unternehmen dazu bringen, Arbeitnehmerrechte an allen Standorten sicher zu stellen. Dass dies erkämpft werden muss und kann, beweisen die Vielzahl von abgeschlossenen Internationalen Rahmenabkommen (IRA), unterschiedliche Formen sozialen Dialogs oder neuartige verbindliche Abkommen wie der Bangladesh Accord, der den Arbeitsschutz in den Textilfabriken des Landes verbessern soll. Das Globale Gewerkschaftsprojekt der FES unterstützt eine Reihe von Initiativen der Global Unions, derartige Netzwerke zu errichten und so die Interessenvertretung von Beschäftigten im globalen Norden und Süden zu gewährleisten.

Da immer größere Teile der Produktentwicklung, -herstellung, des -transports und der -vermarktung in Wertschöpfungsketten organisiert werden, stehen die Gewerkschaften vor der Herausforderung, die Interessen von Beschäftigten auch branchen- und damit zuständigkeitsübergreifend zu vertreten und gleichzeitig für entsprechende organisationspolitische und regulative Rahmenbedingungen zu sorgen. Denn die Verletzung von Arbeitsnormen und Sozialstandards in vielgliedrigen Wertschöpfungsketten ist eher Norm als Ausnahme. Hier unterstützt und leistet die FES die Erarbeitung konzeptioneller Beiträge, schafft Räume für den Dialog zwischen Gewerkschaften und unterstützt die Interessenartikulation in internationalen Foren.

Weiterführende Informationen:

Manual
South Africa Multinational Corporations in Africa - Bargaining with MNCs
Marie Daniel (LRS), 2018
 

Internationale Politikanalyse
Globale Wertschöpfungsketten organisieren
Markus Hübner, August 2015
 

IndustriALL Global Union über
Globale Rahmenvereinbarungen (Englisch)

 

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