Gender Matters - wie Geschlecht unser Leben bestimmt

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In einer gerechten und solidarischen Gesellschaft sind allen Menschen Freiheit und Selbstbestimmung, Sicherheit, gute Arbeit sowie politische Teilhabe möglich. Keins dieser Güter und die damit verbundenen Ressourcen, Einflussnahme und Wertschätzung sind gegenwärtig gleichberechtigt auf die Geschlechter verteilt: Frauen leben weniger frei, selbstbestimmt und sicher, haben seltener gute Arbeit und haben weniger an der politischen Gestaltung von Gesellschaft teil. Geschlecht ist auf vielfältige Weise in unser Leben und unsere Gesellschaft eingewoben.
Zwar sind heute bezüglich der Teilhabe, Mitgestaltung und auch der sozioökonomischen Situation von Frauen in Gesellschaft und Politik Fortschritte zu verzeichnen. Doch nach wie vor sind Frauen und Männer in Deutschland und weltweit nicht gleichberechtigt: Das zeigen beispielsweise Gender-Analysen der FES zu Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich, Schweden, Schweiz, Ungarn und USA.

Sicherheit

Körperliche und psychische Unversehrtheit sind Menschenrechte, die durch Gewalt und Krieg bedroht und verletzt werden. Deshalb sind häusliche Gewalt gegen Frauen , aber auch die Rolle von Gender in bewaffneten Konflikten und in Friedensprozessen Themen der nationalen und internationalen FES-Gender-Arbeit.

Arbeit

"Wer hat welche Arbeit?" lautet die Kernfrage, um den Geschlechterverhältnissen am Arbeitsmarkt und in Institutionen auf die Spur zu kommen. Weil der Zugang zu „guter Arbeit“ sowie die Verteilung von Arbeit eine zentrale Rolle für die Lebensqualität und soziale Absicherung von Menschen spielt, ist ihre gerechte Ausgestaltung nicht nur ein Kernliegen der Sozialen Demokratie, sondern auch ein zentraler Hebel für Geschlechtergerechtigkeit.

Wer hat gute, wer prekäre Erwerbsarbeit? Wie wird Arbeit entlohnt? Wer leistet unter welchen Bedingungen Sorgearbeit für Kinder bzw. wer kümmert sich um fürsorgebedürftige Familienangehörige? Wie sind Erwerbsarbeit und Sorgearbeit miteinander vereinbar, in Deutschland und weltweit? Wie verhandeln Paare ihre Arbeitsteilung, und was wünschen sich Mütter und Väter?

Soviel steht fest: Frauen schultern den Hauptanteil an Familien- und Hausarbeit (Gender Care Gap), sie verdienen weit schlechter als Männer (Gender Pay Gap, dazu im Fersehinterview: das FES-Büro Niedersachsen), und sie sind häufiger von Altersarmut betroffen als Männer (Gender Pension Gap). Dies zu ändern, ist das Anliegen der zahlreichen FES-Aktivitäten in diesem Feld, u.a. im Austausch mit internationalen Expertinnen, zum Beispiel im Feld der internationalen Ökonomie. Klar ist aber auch: Veränderungen können nur gemeinsam erreicht werden, weshalb es wichtig ist, Allianzen zu schmieden und Einfluss auf die Ausgestaltung von Care-Arbeit und Erwerbsarbeit, gerade auch im globalen und gewerkschaftlichen Kontext, zu nehmen. 

Teilhabe und Repräsentation

Gesellschaft mitzugestalten, an ihr teilzuhaben, geschieht unter anderem durch Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen in Politik und Gewerkschaften wie in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Auch im Jahr des 100jährigen Jubiläums des Frauenwahlrechts in Deutschland lässt sich hinsichtlich der politischen Repräsentanz von Frauen und Männern jedoch bilanzieren, dass wir von Geschlechterparität in den Parlamenten weit entfernt sind und es gilt, die politische Teilhabe von Frauen, insbesondere in den Parlamenten, voranzubringen. Wie wichtig es ist, dass Frauen ihre eigenen Interessen artikulieren, berichtet Kelly Dittmar, Professorin für Politikwissenschaft, mit Blick auf die aktuelle Situation in den USA im Interview. Neben zahlreichen FES-Aktivitäten fokussiert auch unser aktueller Arbeitsschwerpunkt „#100 Jahre Frauenwahlrecht“ die politische Teilhabe von Frauen. Gerade für die Situation von Frauen in der Arbeitswelt ist auch ihre Repräsentanz in den Gewerkschaften entscheidend, wie beispielhaft aus Uruguay berichtet wird.

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Das Märchen von der Gender-Verschwörung

 
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Auf dem Weg zur Geschlechtergerechtigkeit?

 
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Gender Matters Newsletter No. 7

Stand Up For Women's Rights


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