Branz, Gottlieb Verfolgtes SPD-Mitglied, Leiter der Münchner Gruppe von „Neu Beginnen“, Mitglied des ersten Münchner Stadtrats nach 1945 1911 wurde Gottlieb Branz SPD-Mitglied. Seit 1920 arbeitete er als Bibliothekar im Gewerkschaftshaus Pestalozzistr. 40/42, bis die SA am 9.3.1933 das Haus überfiel. Er war am 30.6.1933 unter den leitenden SPD-Mitgliedern, die bayernweit in „Schutzhaft“ genommen und in das KZ Dachau verbracht wurden. Im Oktober 1933 wurde er aus dem KZ entlassen. Er war Leiter eines der drei Münchner Stützpunkte der Untergrundorganisation „Neu Beginnen“, einer von SPD- und KPD-Mitgliedern im Exil gegründeten Widerstandsgruppe. Für diese Tätigkeit hatte ihn Waldemar von Knoeringen gewonnen, mit dem er sich wiederholt in dessen Exil in der Tschechoslowakei traf. Schwerpunkte der illegalen Arbeit waren Schulung, Aufbau einer Organisation und Kurierdienste. In München hatte er Kontakte zu den „Revolutionären Sozialisten“ um Johann Fried. Zusammen mit seiner Frau verhalf er 1934 Berthold Feuchtwanger, Mitglied der Widerstandsgruppe um Anton Aschauer, zur Flucht in die Tschechoslowakei. Branz wurde am 3.1.1939 verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat am 7.9.1939 zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt, verbüßt durch Untersuchungshaft. Unmittelbar danach kam er erneut in „Schutzhaft“ im KZ Buchenwald, wo er von 1939 bis 1945 inhaftiert war.Er gehörte zu den Persönlichkeiten, die 1945 in den ersten Münchner Stadtrat berufen wurden. 1946 wurde er erneut gewählt und gehörte bis 1956 der SPD-Fraktion im Stadtrat an. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD ab 1911 1Vorsitzender Sektion München - Obergiesing ab 1912 1Vorsitzender Sektion München - Gasteig ab 1924 5Vorsitzender Sektion München - Obergiesing I ab 1929 1, 2, 5, 13 Werdegang in der SPD nach 1945 SPDStadtrat von 1945 bis 1956 1, 9, 10Branz gehörte zu den Persönlichkeiten, die in den ersten Münchner Stadtrat 1945 berufen wurden. In den nachfolgenden Wahlperioden wurde er wieder in den Stadtrat gewählt. Verfolgung Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund der Auflösung der Gewerkschaften im Mai 1933Schutzhaft 6, 7Verhaftungsaktion gegen führende SPD-MitgliederGefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße am 30.06.1933KZ Dachau vom 30.06.1933 bis Oktober 1933Häftlingsnummer 2320Erneute Verhaftung 1, 3Gefängnis München-Corneliusstraße ab 03.01.1939ProzessOberlandesgericht MünchenAnklage vom 12.07.1939: Vorbereitung zum HochverratUrteil vom 07.09.1939Strafmaß: Gefängnis 7 Monateverbüßt durch UntersuchungshaftErneute Schutzhaft 1Unabhängig von der Strafverbüßung wurde Branz erneut in Schutzhaft genommen.KZ Buchenwald von 1939 bis 1945 Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an FreiheitSchaden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen Quellenverweis 1 - Gerstenberg, Freiheit 2 S. 257/258 Gerstenberg, Freiheit Gerstenberg, Günther: Freiheit! Sozialdemokratischer Selbstschutz im München der zwanziger und frühen dreißiger Jahre Bd. 1-2. Andechs 1997 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 2 - StAM, Gestapo 29 StAM, Gestapo Staatsarchiv München, Geheime Staatspolizei Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 3 - StAM, GenStanw 3322 StAM, GenStanw Staatsarchiv München, Generalstaatsanwaltschaft Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - Mehringer, Sozialdemokratie S. 396 Mehringer, Sozialdemokratie Mehringer, Hartmut: Die Bayerische Sozialdemokratie bis zum Ende des NS-Regimes. Vorgeschichte, Verfolgung und Widerstand. In: Broszat, Martin/Mehringer, Hartmut (Hrsg.): Bayern in der NS-Zeit Bd. 5. Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand. München/Wien 1983, S. 287 ? 432 Quellenart:SammelwerkeStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 5 - StAM, Gestapo 28 StAM, Gestapo Staatsarchiv München, Geheime Staatspolizei Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - StAM, PolDir 8565 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 7 - BayHStA, LEA 7569 BayHStA, LEA Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 8 - Münchner Stadtadreßbuch 1934 Münchner Stadtadreßbuch Münchner Stadtadreßbuch. Adreßbuch der Landeshauptstadt München Bd. 83 ff. München 1933 ff. Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und LiteraturAnmerkungen:in Monacensia, Theresienstr. 23 9 - StadtAM, BuR 2969 StadtAM, BuR Stadtarchiv München, Bürgermeister und Rat Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 10 - SPD Stadtratsfraktion, 100 Jahre S. 98 SPD Stadtratsfraktion, 100 Jahre SPD-Stadtratsfraktion (Hrsg.): 100 Jahre SPD im Münchner Rathaus. München 1994 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 12 - BLFA LEA, BEG 44 995 BLFA LEA Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 12 - BLFA LEA, BEG 44 995 BLFA LEA, BEG Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt, Bundesentschädigungsgesetz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 13 - AMA, SPD-Geschäftsberichte 1929-1930 AMA, SPD-Geschäftsberichte Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, Geschäftsberichte der Münchner SPD Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 14 - Mehringer, Knoeringen S. 118 Mehringer, Knoeringen Mehringer, Hartmut: Waldemar von Knoeringen - eine politische Biographie. Der Weg vom revolutionären Sozialismus zur sozialen Demokratie. Schriftenreihe der Georg-von-Vollmar-Akademie Bd. 2. München/Wien 1989 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 15 - Asgodom, Maul S. 18 Asgodom, Maul Asgodom, Sabine (Hrsg.): "Halt´s Maul - sonst kommst nach Dachau!" Frauen und Männer aus der Arbeiterbewegung berichten über Widerstand und Verfolgung unter dem Nationalsozialismus. Köln 1983 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur