Aschauer, Anton Mitglied der SPD, Angehöriger der Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“, Münchener Stadtrat nach 1945 Der gelernte Monteur Anton Aschauer war von 1922 bis 1931 Geschäftsführer im Gasthaus Klostergarten in München, Breisacher Straße; dort trafen sich die Mitglieder der Arbeiterorganisationen aus dem Münchner Osten. Ab 1932 arbeitete er im Sanitärbetrieb seines Bruders. Als Sektionsführer der SPD Ramersdorf bereitete er in den ersten Monaten des Jahres 1933, als die politischen Handlungsmöglichkeiten der SPD durch die neuen Machthaber immer stärker eingeschränkt wurden, die Arbeit seiner Partei in der Illegalität vor. Ehemalige SPD-Mitglieder trafen sich nach der NS-Machtübernahme zu politischen Gesprächen, die als Familienausflüge getarnt waren. Die Gruppe um Aschauer verfasste 1933 zwei Flugblätter: "21 Thesen gegen den Nationalsozialismus" und "Hitler sägt sich den Ast ab, auf dem er sitzt." 1934 wurde er von einem Mitglied der „Roten Rebellen“ angeworben, einer Widerstandsgruppe um Franz Faltner, der ehemalige Mitglieder des Reichsbanners im Münchner Osten und des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Aubing angehörten. Bei der Vorbereitung einer Flugblattaktion gegen die Volksabstimmung am 19.8.1934 wurde er am 12.8.1934 in der Wohnung von Johann Deubzer verhaftet. Am 25.3.1936 wurde er vor dem Oberlandesgericht München wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens angeklagt, "wobei die Tat auf Beeinflussung der Massen durch Verbreitung von Schriften gerichtet war" (BArch, NJ 9445). Das Urteil vom 9.7.1936 lautete: ein Jahr und neun Monate Gefängnis, verbüßt durch die Untersuchungshaft. Unmittelbar anschließend wurde Aschauer im Gefängnis der Polizeidirektion München in „Schutzhaft“ genommen und vom 21.7.1936 bis zum 19.2.1938 im KZ Dachau gefangen gehalten. Dort erlittene Misshandlungen führten zu dauerhaften Gesundheitsschäden.Ab Frühjahr 1946 war Aschauer als Leiter der Geschäftsstelle für politisch und rassisch Verfolgte in München tätig, von Herbst 1946 bis Juli 1952 als stellvertretender Beauftragter des Staatskommissars bei der Regierung von Oberbayern beim Landesentschädigungsamt. 1948 wurde er für die SPD in den Münchner Stadtrat gewählt, ein Amt, das er bis 1966 ausübte. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD ab 1917 2, 4SektionsleiterSPD ab Herbst 1922 2 Werdegang in der SPD nach 1945 SPDMitglied im Wirtschaftsbereinigungsausschuss 1945 2Stadtrat von 1948 bis 1966 2Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat 22. Vorsitzender SPD-Unterbezirk München Verfolgung Verhaftung am 12.08.1934 4Er wurde zusammen mit Deubzer in dessen Wohnung verhaftet, als er Klebezettel und Flugblätter zur Volksabstimmung am 19.08.1934, die dort abgeliefert worden waren, zum Verteilen abpackte.Schutzhaft 1Gefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße vom 12.08.1934 bis 20.09.1934Gefängnis München-Stadelheim vom 20.09.1934 bis 15.08.1935Untersuchungshaft 4Gefängnis München-Stadelheim vom 16.08.1935 bis 09.07.1936ProzessOberlandesgericht MünchenAnklage vom 25.03.1936: Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, hier: "wobei die Tat auf Beeinflussung der Massen durch Verbreitung von Schriften gerichtet war."Urteil vom 09.07.1936: Verbrechen der Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensStrafmaß: Gefängnis 1 Jahr, 9 Monateverbüßt durch Anrechnung der Haftzeiten.Nach Aufhebung des Haftbefehls Rücküberstellung an die BPP zur Prüfung der Schutzhaftfrage.Erneute Schutzhaft 1, 3Unabhängig von Strafverbüßung und Haftaufhebung, mit der das Gerichtsverfahren endete, wurde Aschauer in Schutzhaft genommen.Gefängnis München-Stadelheim vom 09.07.1936 bis 20.07.1936KZ Dachau vom 21.07.1936 bis 19.02.1938Häftlingsnummer 13433Gesundheitliche Schäden 1, 3Im KZ Dachau wurde Aschauer schwer misshandelt und erlitt bleibende gesundheitliche Schäden. Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an FreiheitSchaden an Körper und Gesundheit Quellenverweis 1 - BayHStA, LEA 163 BayHStA, LEA Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 2 - Gerstenberg, Freiheit 2 S. 255 Gerstenberg, Freiheit Gerstenberg, Günther: Freiheit! Sozialdemokratischer Selbstschutz im München der zwanziger und frühen dreißiger Jahre Bd. 1-2. Andechs 1997 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 3 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - BArch, NJ 9445 BArch, NJ Bundesarchiv Berlin, Nationalsozialistische Justiz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - Münchner Stadtadreßbuch 1934 Münchner Stadtadreßbuch Münchner Stadtadreßbuch. Adreßbuch der Landeshauptstadt München Bd. 83 ff. München 1933 ff. Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und LiteraturAnmerkungen:in Monacensia, Theresienstr. 23 7 - Graf, Leben S. 53, 92 Graf, Leben Graf, Otto/Graf, Wolfgang: Leben in bewegter Zeit 1900 - 2000. Schriftenreihe des Archivs der Münchner Arbeiterbewegung Bd. 5. München 2003 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 8 - SZ v. 24./25.04.1976 SZ Süddeutsche Zeitung Quellenart:PresseStatus:Veröffentlichte Quellen und LiteraturAnmerkungen:Sehr geehrte/r Frau/Herr , vielen Dank für Ihre Anfrage. Da wir keine Rechercheaufträge annehmen, und unser Archiv erst ab 1992 digitalisiert ist, können Sie SZ-Beiträge vor 1992 online in einer nur sehr geringen Auswahl zurück bis 1951 über die kostenpf