Andrä, Josef Mitglied der SPD. Mehrfach verhaftet, zuletzt im Februar 1945. Am 6. Mai 1945 im KZ Dachau an Hungertyphus gestorben. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD ab 1905 2, 4 Verfolgung Hausdurchsuchung am 04.07.1939 4aufgrund einer DenunziationEr war von einem 13-jähringen Hitlerjungen aus seiner Verwandtschaft beschuldigt worden, aufhetzende und beleidigende Äußerungen über Goebbels und Hitler gemacht zu haben.ProzessSondergericht MünchenEinstellung des Ermittlungsverfahrens am 14.07.1939Die Angaben des einzigen Belastungszeugen seien keineswegs geeignet, den Beschuldigten zu überführen, da der Hitlerjunge mit ihm verfeindet sei und dessen Lehrer erklärt habe, dass die Angaben des Jungen mit Vorsicht zu behandeln seien.Verhaftung am 01.04.1940 durch die Gestapo 2, 4Er wurde beschuldigt, bei der Hopfenernte Anfang September 1938 in Zell / Pfaffenhofen gehässige und beleidigende Äußerungen über Hitler sowie die Reichsregierung gemacht zu haben:Hitler maße sich zu viel an, vertreibe Schuschnigg aus Österreich und nehme dann das Land weg. Im Krieg habe er den Schützengraben nicht gesehen, noch viel weniger betreten, war bloß Meldegänger auf Patrouillen, nicht im Schützengraben wie er selbst. Auf Frage des Zeugen [der ihn vermutlich denunziert hatte], wie’s Hitler zum Reichskanzler geschafft habe: Weil er ein gutes Mundwerk hatte, mit dem man mehr schaffe als mit Arbeit; je größer der Lump, desto größer das Glück. Es komme der Tag, an dem der Nationalsozialismus wieder verschwindet, wie er gekommen ist; die Hitlerregierung habe die längste Zeit gedauert. Zeuge: "Inwiefern?" Andrä: "Wirst´s schon erleben." Auf Warnung des Zeugen vor solchen Äußerungen: "Halt's Maul, was verstehst du davon. Das dumme Volk glaubt, was man ihm vormacht, ich aber nicht. Ich habe den Nationalsozialismus von jeher gehasst und hasse ihn noch."Andrä gab vor Gericht die Möglichkeit dieser Äußerungen zu.Schutzhaft 3, 4Gefängnis der Gestapo im Wittelsbacher Palais, München vom 01.04.1940 bis 03.04.1940Untersuchungshaft 3, 4Gefängnis München-Am Neudeck vom 03.04.1940 bis 30.07.1940ProzessSondergericht MünchenUrteil vom 30.07.1940: Vergehen gegen das HeimtückegesetzStrafmaß: Gefängnis 7 Monateunter Anrechnung von 3 Monaten UntersuchungshaftStrafhaft 3, 4Gefängnis München-Am Neudeck vom 30.07.1940 bis 30.11.1940Schutzhaft 4Unabhängig von der Strafverbüßung wurde Andrä erneut in Schutzhaft genommen.Gefängnis des Polizeipräsidiums München, Ettstraße vom 30.11.1940 bis 16.12.1940Erneute Verhaftung am 21.02.1945 1, 2wegen DiebstahlsverdachtPolizeiarrest/-haft 1, 2Gefängnis des Polizeipräsidiums München, Ettstraße vom 21.02.1945 bis 23.02.1945Erneute Schutzhaft 1, 2KZ Dachau vom 23.02.1945 bis 06.05.1945Häftlingsnummer 141807Erklärung der Tochter vom 03. 07.1954:Im Februar 1945 wurde Andrä in seiner Wohnung verhaftet, weil er in seiner Firma Speck und Butter entwendet hatte, und ohne Gerichtsverfahren ins KZ Dachau gebracht. Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis 1 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 2 - BayHStA, LEA 4402 BayHStA, LEA Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 3 - StAM, JVA München 9115 StAM, JVA München Staatsarchiv München, Justizvollzugsanstalt München Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - StAM, Stanw 9875 StAM, Stanw Staatsarchiv München, Staatsanwaltschaften Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 5 - Münchner Stadtadreßbuch 1940 Münchner Stadtadreßbuch Münchner Stadtadreßbuch. Adreßbuch der Landeshauptstadt München Bd. 83 ff. München 1933 ff. Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und LiteraturAnmerkungen:in Monacensia, Theresienstr. 23