Umrath, Andreas Aus dem Zeitzeugenbericht. "Ich, Andras Umrath, bin am 18.November 1904 in Nürnberg geboren und gegenwärtig in der Jugendwerkstätte des städtischen Sozialamtes mit arbeitstherapeutischen Maßnahmen befasst. Ich bin Mitglied der Freireligiösen Gemeinde in Nürnberg. Mitglied der Jungsozialisten in Nürnberg war ich seit 192o, zeitweise in der Funktion eines Straßenvertrauensmanns und eines Kassiers. Ich tat auch während der 20er Jahre Dienst in der Schutzformation des Reichsbanners, die den Saalschutz bei Versammlungen der SPD und …" Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD von 1924 bis 1933 4, 5 Werdegang in der SPD nach 1945 SPD Verfolgung Verhaftung am 07.04.1934Schutzhaft ab 20.04.1934 2 S. 9, 7Polizeigefängnis Nürnberg ab 07.04.1934 9KZ Dachau April 1934 bis 09.01.1935 9direkt nach der Verhaftung, ohne Untersuchungshaft.Die ersten vier Wochen war Andreas Umrath Tag und Nacht in einer Einzelzelle an Ketten gefesselt.Prozess 1, 3, 4Oberlandesgericht München (Hochverratsprozess Berthold Georg und Gen. ("Vorwärts") Teil: Erste Anklageschrift)Anklage vom 15.01.1935: Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensUrteil vom 28.01.1935: Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensUrteilsbegründung: als "Rädelsführer"Strafmaß: Zuchthaus 5 Jahre und Ehrverlust 5 JahreStrafhaftGefängnis München-Stadelheim vom 09.01.1935 bis 15.01.1935 6, 9, 10Zuchthaus Ebrach vom 15.01.1935 bis 15.01.1940 9In der Entlassungsurkunde [6] heißt es 22.1.1935 bis 22.1.1940Zuchthaus Amberg vom 22.01.1940 bis 19.02.1940nach dem „Erlebnisbericht“ der Nürnberger Nachrichten vom 6.2.1960 „wochenlange Fahrt im Schubwagen“KZ Oranienburg-Sachsenhausen vom 09.03.1940 bis 05.05.1945 9Eheschließung am 24.10.1942 mit Babette Huber, Nürnberg, Hasensprung 9im KZ Sachsenhausen (offiziell lt. Dokument Standesamt II Oranienburg)Trauzeugen Schwestern Emma Huscher und Hedwig UmrathSchutzhaftKZ DachauAls Schneider hatte er "Glück", überwiegend in der Häftlingsschneiderei beschäftigt zu werden. 1941 brachte Rudi Lodes, der entlassen wurde, der Familie Umrath eine Botschaft von Andreas: die Freundin seiner Schwester Hedwig, Babette Huber, solle ihn heiraten. Sie erwirkte einen Besuch und wie sie 1981 berichtete, konnten sie sich weder schriftlich noch mündlich darüber verständigen, wie es um ihre Gefühle wirklich stand. Am 24.01.1942 heirateten sie im KZ Sachsenhausen. Gesuche um seine Freilassung waren erfolglos. Die Ehe bestand ihre Bewährungsprobe, sie hatten zwei Kinder.KZ Oranienburg-Sachsenhausen im April 1940 bis 05.05.1945 8nur noch 44 kg schwer, nach einem Evakuierungsmarsch bei Meinburg befreit. Weitere Daten Religion/Konfession konfessionslos Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis 12 - Weißbuch S. 54 Weißbuch Weißbuch der deutschen Opposition. Gegen die Hitlerdiktatur. o.O. o.J. Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur