Walz, Ernst Nach Beendigung seiner Schreinerlehre trat Ernst Walz 1927 in die Nürnberger SPD ein.Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung engagierte sich Walz im Widerstand für die Partei und leistete unter anderem Kurierdienste in die Tschechoslowakei. Im Mai 1934 wurde er erstmals verhaftet. Nach dreiwöchigen Verhören durch die Gestapo wurde er die folgenden acht Monate zur Untersuchungshaft in einem Nürnberger Gefängnis inhaftiert. Im Januar 1935 wurde er vom Obersten Landesgericht München als Rädelsführer im sogenannten „Vorwärtsprozess“, da der Vorwärts von den Kurieren eingeschmuggelt worden war, zu einerHaftstrafe von vier Jahren verurteilt. Seine Haftstrafe verbüßte Ernst Walz zuerst im Zuchthaus Ebrach, dann im Zuchthaus Amberg und nach Verhängung der Schutzhaft im Juni 1938 bis zur Befreiung am 11. April 1945 im KZ Buchenwald.Nach seiner Befreiung und insgesamt beinahe elf Jahren Haft kehrte Walz nach Nürnberg zurück. Dort engagierte er sich bis zu seinem Tod im April 1994 wieder für die SPD.Belege: Schreiben von Willy Prölß (Altbürgermeister von Nürnberg) an Franz Müntefering vom 12. Januar 2001; Kopie der Broschüre „Widerstand und Verfolgung der Sozialdemokraten in Loher Moos“; Röll, Wolfgang (2000): Sozialdemokraten im Konzentrationslager Buchenwald 1937-1945, Wallstein Verlag, S. 314. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD von 1927 bis 1933 4 Werdegang in der SPD nach 1945 SPDFunktionär im OV Loher MoosZeitzeugenspräche in SchulenStellvertretender Vorsitzender Verfolgung Verhaftung wie die meisten Genossen am 03.05.1934Polizeigefängnis Nürnberg 03.05.1934 - 22.05.1934Untersuchungshaft 1, 2Ernst Walz sollte unter Gewaltmaßnahmen "Mittäter" verraten.Gefängnis Nürnberg Mannerstraße (Untersuchungsgefängnis) 22.05.1934 - 05.01.1935Gefängnis München-Stadelheim 06.01.1935 - 22.01.1935Prozess 1, 2, 3, 4Oberlandesgericht München (Hochverratsprozess Berthold Georg und Gen. ("Vorwärts") Teil: Erste Anklageschrift)Anklage vom 15.01.1935: Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensUrteil vom 28.01.1935: Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, hier: "wobei die Tat auf Beeinflussung der Massen durch Verbreitung von Schriften gerichtet war."Strafmaß: Zuchthaus 4 Jahreabzüglich 8 Monate UntersuchungshaftEhrverlust 5 JahreBemerkenswert ist dabei auch, dass die drei Angeklagten Andreas Umrath, Heiner Stöhr und ihn, die im "Vorwärts"-Prozess 1934/1935 zu den höchsten Strafen verurteilt wurden, in drei verschiedene Konzentrationslager (Oranienburg-Sachsenhausen, Dachau und Weimar-Buchenwald) brachte.StrafhaftGefängnis Ebrach 23.01.1935 bis Mitte Oktober 1935 9Ablehnung des Gnadengesuchs am 6. Juli 1938Schutzhaft nach der StrafhaftPolizeigefängnis Nürnberg 22.05.1938 - 08.06.1938KZ Buchenwald ab 09.06.1938 bis 11.04.1945 7, 10Häftlingsnummer 4905Ablehnung des Haftentlassungsgesuchs seines Vaters durch die Gestapo vom 27. März 1939Befreiung durch die Amerikaner am 11.4.1945Wehrunwürdigkeit am 04.10.1940 8 Weitere Daten Religion/Konfession konfessionslos 7 Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis