Strobel, Hans Nach Abschluss einer Schriftsetzer Lehre begab sich H.S. für zwei Jahre auf Wanderschaft. Wieder heimgekehrt, wurde er in seinem angelernten Beruf tätig; dabei war er Vorsitzender der Buchdruckerjugend in Nürnberg. Später zählte er, neben weiteren Funktionen, die er innehatte (AD, Kinderfreunde, deren Landesverbandsvorsitzende bis 1933 seine Ehefrau Käte, die spätere Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit, war), zu den Vorstandsmitgliedern der hiesigen Buchdrucker-Gewerkschaft. Parteimitglied ist er 1922 geworden, 1932/33 gehörte er dem Vorstand der Nürnberger SPD an.Im April 1934 erfolgte seine Verhaftung durch die Gestapo; im „Hochverrats“-Prozess im Januar nächsten Jahres Verurteilung zu 15-monatiger Haft, die er in München-Stadelheim verbüßte, anschließend weitere 15 Monate bis November 1936 im KZ Dachau.Im August 1942 wurde Strobel zum sog. Bewährungsbataillon 999 eingezogen und geriet im Mai 1945 in jugoslawische Kriegsgefangenschaft. Während dieser Zeit leitete er den "Antifaschistischen Ausschuss" der 999er, so dass er, als anerkannter Antifaschist, beim ersten Kriegsgefangenen-Rückführungstransport Dezember 1946 mit dabei sein konnte. Wieder in der Heimat, nahm er wieder politische Funktionen ein: so wurde er zum Vorsitzenden des SPD-Betriebsgruppe in der Nürnberger Stadtverwaltung, war über lange Jahre Personalrat und im Stadtteil Gartenstadt als SPD-Funktionär aktiv. Er unterstützte von Anfang an die politische Arbeit seiner Frau Käte, die über Bundestag seit 1949 ins Europäische Parlament, deren Vizepräsidentin sie war, 1966 zur 1. SPD-Frau als Bundes-ministerin und zum Abschluss 1972 als Fraktionsvorsitzende im Nürnberger Stadtrat führte. Seit 1972 hatte Hans zunehmend gravierende Gesundheitsprobleme, zuerst erkannte man auf eine Lymphdrüsensarkomatose, hinzu kamen dann Parkinson und später noch Zerebralsklerose, so dass er die letzten Jahre von seiner Ehefrau gepflegt werden musste. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD von 1924 bis 1933 4 Werdegang in der SPD nach 1945 SPDVorsitzender SPD-Betriebsgruppe Stadtverwaltung Verfolgung Verhaftung am 22.03.1934 bzw. 11.05.1934Untersuchungshaft 2JVA Nürnberg/Untersuchungshaftanstalt ab 11.05.1934 2Prozess 3, 4Oberlandesgericht München (Hochverratsprozess Berthold Georg und Gen. ("Vorwärts") Teil: Erste Anklageschrift)Anklage vom 15.01.1935: Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensUrteil vom 28.01.1935: Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensStrafmaß: Gefängnis 1 Jahr, 3 Monateabzüglich 8 Monate UntersuchungshaftStrafhaftHaftort unbekannt Gefängnis bis 11.05.1935 1 Jahr 3 MonateKZ Dachau von 24.08.1935 bis 11.11.1936 5Gef.-Nr. 8030Bewährungseinheit 999 ab August 1942 Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis