Klar, Max Dr. med.

Fluchthelfer für Wilhelm Hoegner mit Kontakt zur Widerstandsgruppe „Neu Beginnen“. Tod im KZ Dachau 1938.

 

Der Orthopäde und Chirurg Max Klar gehörte dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus an und war Vorsitzender der Deutschen Friedensgesellschaft in München. Beides kennzeichnet seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus, die ihm gleich nach der Machtübernahme Schutzhaft einbrachte.

Das Ehepaar Klar war mit Wilhelm Hoegner befreundet, den sie für einige Tage in ihrer Wohnung versteckten, als er von der Bayerischen Politischen Polizei verhaftet werden sollte. Sylvia Klar brachte Hoegner und drei weitere SPD-Widerständler mit ihrem Auto zur bayerisch österreichischen Grenze; von dort gelang ihnen die Flucht ins Exil. Klars hatten außer zu Hoegner auch mit der Gruppe „Neu Beginnen“ um das Ehepaar Branz Kontakt.

Max Klar wurde wegen seiner jüdischen Herkunft nach der Pogromnacht in das KZ Dachau gebracht, wo er am 30. November 1938 verstarb.

Seine Frau wurde im Dezember 1939 wegen eines Heimtückevergehens verhaftet. Stationen ihrer Gefangenschaft waren die Gefängnisse in der Ettstraße und in Stadelheim sowie das KZ Ravensbrück, wo sie am 9. Juni 1942 verstarb.

Verfolgung

Schutzhaft 8
Gefängnis München-Stadelheim ab 14.03.1933
Erneute Schutzhaft 5
KZ Dachau ab 10.11.1938 bis 30.11.1938
Häftlingsnummer 19986
Er war einer der mindestens 27 000 jüdischen Männer, die in der Pogromnacht am 09./10.1938 verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt wurden.

Weitere Daten

Schadenskategorie

  • Schaden an Freiheit

Quellenverweis

1 - Heusler, Gedenkbuch 1 S. 705

Heusler, Gedenkbuch

Heusler, Andreas: Biographisches Gedenkbuch der Münchner Juden 1933-1945 Bd. 1-2. München 2003. 2007

2 - Asgodom, Maul S. 124, 133

Asgodom, Maul

Asgodom, Sabine (Hrsg.): "Halt´s Maul - sonst kommst nach Dachau!" Frauen und Männer aus der Arbeiterbewegung berichten über Widerstand und Verfolgung unter dem Nationalsozialismus. Köln 1983

3 - Kulturladen, Widerstand S. 42

Kulturladen, Widerstand

Kulturladen Westend (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung im Münchner Westend 1933 - 1945. Ein Stadtteilführer. München 1997

5 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank

KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank

KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank

7 - Münchner Stadtadreßbuch 1939

Münchner Stadtadreßbuch

Münchner Stadtadreßbuch. Adreßbuch der Landeshauptstadt München Bd. 83 ff. München 1933 ff.

Anmerkungen:
in Monacensia, Theresienstr. 23
8 - StAM, PolDir 8563

StAM, PolDir

Staatsarchiv München, Polizeidirektion

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