Gerstmeier, Josef

Mitglied der SPD und des Reichsbanners. Verlust des Arbeitsplatzes aus politischen Gründen 1933. Schutzhaft 1933.

Politischer Werdegang und Funktion in der SPD

SPD 6

Verfolgung

Verhaftung am 11.03.1933 1, 2, 3, 5, 8
Er wurde nicht im Arbeitsamt, sondern in seiner Wohnung verhaftet, wo er seinen letzten Urlaubstag verbrachte. Von dort wurde er zur Polizeistation Zenettistraße gebracht und dann über das Gefängnis des Polizeipräsidiums in das Gefängnis München, Stadelheim überstellt.
Schutzhaft 3, 5, 6, 9
Gefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße am 11.03.1933
Gefängnis München-Stadelheim vom 11.03.1933 bis 18.03.1933
Er musste vor seiner Entlassung aus der Schutzhaft eine vorgefertigte schriftliche Erklärung unterschreiben: "Ich bin auf eigenen Wunsch aus der Schutzhaft entlassen worden, weil ich glaube, in der Lage zu sein, mich selbst schützen zu können. Ich weiß, daß ich zu meinem persönlichen Schutz in Schutzhaft war. Mir wurde erklärt, daß ich freiwillig in Schutzhaft zurückkehren darf, wenn ich glaube, mich selbst nicht mehr schützen zu können." [6]
Entlassung aus politischen Gründen nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (GWB) am 30.06.1933 5
Aus dem Politischen Personalakt:„Die Kündigung Gerstmeier musste aus folgenden Gründen erfolgen:Gerstmeier ist Angehöriger des Reichsbanners und der Eisernen Front. Außerdem war er im Arbeitsamt als Funktionär des Z.d.A. und als Betriebsrat tätig.Gerstmeier ist ein unbelehrbarer Marxist dessen Tätigkeit im Arbeitsamt München darin bestand, während der Dienststunden unter dem Personal des Amtes kräftig für die sozialdemokratische Partei und dem[!] Z.d.A. zu agitieren. Als Betriebsratsvorsitzender drückte Gerstmeier das nichtmarxistisch eingestellte Personal bei jeder Gelegenheit, während er seine sozialdemokratischen Gesinnungsgenossen immer und immer wieder zu fördern und zu unterstützen wusste.“„Während der Tätigkeit Gerstmeiers im Betriebsrat des Arbeitsamtes München standen die national eingestellten Angestellten des Amtes immer unter der Ungewissheit, ob nicht bereits die nächste Zeit wieder Entlassungen bringen könne. Gerstmeier steht der heutigen Regierung feindlich gegenüber und wird seine bisherige Agitationstätigkeit für die marxistischen Interessen niemals aufgeben.Am 11.3.33 wurde Gerstmeier in Schutzhaft genommen.“ [5]
Arbeitslosigkeit aus politischen Gründen vom 01.07.1933 bis 31.03.1936 6

Weitere Daten

Schadenskategorie

  • Schaden an Freiheit
  • Schaden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen

Quellenverweis

1 - BayHStA, LEA Adolf Donaubauer 9337

BayHStA, LEA

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt

2 - StAM, JVA München 904

StAM, JVA München

Staatsarchiv München, Justizvollzugsanstalt München

3 - StAM, PolDir 8563

StAM, PolDir

Staatsarchiv München, Polizeidirektion

4 - StAM, Arbeitsämter 1027

StAM, Arbeitsämter

Staatsarchiv München, Arbeitsämter

5 - StAM, SpKA 338 Karl Eggers, Bl. 77/3, S.6; Bl. 13

StAM, SpKA

Staatsarchiv München, Spruchkammerakten

6 - BayHStA, LEA Josef Gerstmeier K 541

BayHStA, LEA

Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt

8 - StAM, SpKA 1297 Alois Nicklas

StAM, SpKA

Staatsarchiv München, Spruchkammerakten

9 - BLFA LEA, BEG Anton Fischer 71433

BLFA LEA

Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt

9 - BLFA LEA, BEG Anton Fischer 71433

BLFA LEA, BEG

Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt, Bundesentschädigungsgesetz

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