Faltner, Anna, geb. Hofinger Widerstand in der Gruppe „Rote Rebellen“ (Faltner). Verhaftung 1935, KZ Moringen und KZ Lichtenburg bis 1938. Anna Faltner, geb. Hofinger, hatte den Beruf der Modistin erlernt. Sie schloss sich der von ihrem Ehemann Franz Faltner aufgebauten Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“ an, der ehemalige Mitglieder des Reichsbanners im Münchner Osten und des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Aubing angehörten. Bei Entdeckung der Gruppe im April 1934 durch die Bayerische Politische Polizei (BPP) wurde sie verhaftet und mit weiteren Mitgliedern der „Roten Rebellen“ am 2.11.1935 eines Verbrechens der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens vor dem Oberlandesgericht München angeklagt. Bis zum 28.2.1936 war sie im Gefängnis München-Stadelheim inhaftiert, von dort kam sie in das KZ Moringen. Am 29.4.1936 wurde sie vom Oberlandesgericht München außer Verfolgung gesetzt und der Haftbefehl aufgehoben mit der Begründung: "Der Angeschuldigten […] kann nach dem Ergebnis der Voruntersuchung nicht nachgewiesen werden, dass sie von der illegalen Betätigung ihres Mannes gewusst oder sich selbst in hochverräterischer Weise betätigt hat" (BArch, NJ 9445). Unabhängig davon wurde sie weiter in „Schutzhaft“ genommen, zunächst im KZ Moringen bis zum 15.12.1937, danach im KZ Lichtenburg bis zum 17.1.1938. Eine weitere Haft bis zum Ende der NS-Herrschaft wie bei ihrem Ehemann ist nicht belegt. Über ihr weiteres Leben ist wenig bekannt. Verfolgung Verhaftung am 28.04.1935 6, 8einen Tag nach der Verhaftung ihres Mannes FranzSchutzhaft 1, 6Gefängnis München-Stadelheim vom 28.04.1935 bis 28.02.1936ProzessOberlandesgericht MünchenAnklage vom 02.11.1935: Verbrechen der Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensAußerverfolgungssetzung am 29.04.1936Begründung: "Der Angeschuldigten […] kann nach dem Ergebnis der Voruntersuchung nicht nachgewiesen werden, dass sie von der illegalen Betätigung ihres Mannes gewusst oder sich selbst in hochverräterischer Weise betätigt hat."Schutzhaft 3, 6, 8Unabhängig von der Außerverfolgungsetzung und der Aufhebung des Haftbefehls, mit der das Gerichtsverfahren endete, wurde Anna Faltner weiterhin in Schutzhaft gehalten.KZ Moringen vom 28.02.1936 bis 15.12.1937Häftlingsnummer 66KZ Lichtenburg vom 15.12.1937 bis 17.01.1938Häftlingsnummer 68 Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis 1 - BArch, NJ 9445 BArch, NJ Bundesarchiv Berlin, Nationalsozialistische Justiz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 2 - Zarusky/Mehringer, Widerstand Fiches 0082 f. Mehringer, Widerstand Mehringer, Hartmut: Widerstand und Emigration. Das NS-Regime und seine Gegner. München 1997 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 2 - Zarusky/Mehringer, Widerstand Fiches 0082 f. Zarusky/Mehringer, Widerstand Zarusky, Jürgen/Mehringer, Hartmut: Widerstand als "Hochverrat" 1933 - 1945. Die Verfahren gegen deutsche Reichsangehörige vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht. Mikrofiche-Edition und Erschließungsband. München 1994, 1998 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 3 - AG Lichtenburg, Zugangsliste AG Lichtenburg, Zugangsliste Archiv Gedenkstätte Lichtenburg, Zugangsliste Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - NLA HStAH, Hann. 158 Moringen Acc. 84/82, Nr. 6, Nr. 9 NLA HStAH, Hann. 158 Moringen Acc. Niedersächsisches Landesarchiv, Hauptstaatsarchiv Hannover, Landwerkhaus Moringen, Accession Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 8 - BayHStA, LEA 10741 BayHStA, LEA Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen