Schober, Josef Vorstandsmitglied des Sozialdemokratischen Vereins München. Mitglied des Reichsbanners. Mitglied einer Widerstandsgruppe in München. Verhaftung, Untersuchungshaft und Prozess 1934, Gefängnis und KZ Dachau 1935-1937. Der gelernte Schneider Josef Schober war von 1930 an Mitglied der SPD und des Reichsbanners. Im Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins München übernahm er 1932 den Jugend-Ausschuss. Mit 14 Jahren war er 1925 in die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ) eingetreten. Zusammen mit den ehemaligen SAJ-Freunden Johann Fried und Josef Linsenmeier bildete er 1933 im Münchner Westen eine Widerstandsgruppe. Er hielt den Kontakt zu der Augsburger Widerstandsgruppe der Revolutionären Sozialisten um Bebo Wager und Eugen Nerdinger. Schober überbrachte im Herbst/Frühjahr 1933/34 regelmäßig illegales Schriftmaterial und nahm aus Augsburg gesammelte Nachrichten über die Vorgänge in dortigen Betrieben, die militärische Aufrüstung etc. mit. Von München aus wurden diese Aufzeichnungen zum Grenzsekretariat Waldemar von Knoeringens und von dort an den Vorstand der Sopade in Prag weitergeleitet.Die Münchner Gruppe wurde im Mai 1934 enttarnt und ihre Mitglieder verhaftet. Dem standhaften Schweigen Schobers in den Verhören der BPP ist es zu verdanken, dass die Augsburger Gruppe nicht entdeckt wurde. Sie konnte bis 1941 weiterarbeiten. Das Oberlandesgericht München verurteilte ihn im Oktober 1934 wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens zu einem Jahr Gefängnis abzüglich drei Monaten Untersuchungshaft. Nachdem er die Strafe verbüßt hatte, wurde er von Juni 1935 bis Oktober 1937 im KZ Dachau in „Schutzhaft“ genommen. Er war für wehrunwürdig erklärt worden und sollte 1942 zur Bewährungseinheit 999 eingezogen werden, kam aber in eine normale Einheit.Nach dem Krieg war er als Treuhänder bei einer Textilfirma beschäftigt. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD ab 1930 1, 2, 4Vorstandsmitglied des Sozialdemokratischen Vereins München 1932Jugend-Ausschuss Verfolgung Hausdurchsuchung und Verhaftung am 17.03.1933 6Verhaftung von SAJ-Funktionären am 16./17.03.1933Ort und Dauer unbekanntHausdurchsuchung und Verhaftung am 02.06.1934 2Beschlagnahme von DruckschriftenPolizeiarrest/-haft 1, 4Gefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße vom 02.06.1934 bis 09.06.1934Gefängnis München-Am Neudeck vom 10.06.1934 bis 12.06.1934Untersuchungshaft 1, 4Gefängnis München-Am Neudeck vom 12.06.1934 bis 18.10.1934ProzessOberlandesgericht MünchenAnklage: Verdacht der Vorbereitung zum HochverratUrteil vom 18.10.1934: Vorbereitung zum Hochverrat und fortgesetzte, in Mittäterschaft begangene VerbrechenUrteilsbegründung: Die Verhandlung war nichtöffentlich "wg. Gefährdung der öffentl. Ordnung, insbesondere der Staatssicherung." [1]Strafmaß: Gefängnis 1 Jahrunter Anrechnung von 3 Monaten UntersuchungshaftStrafhaft 1, 2Strafgefängnis Nürnberg vom 18.10.1934 bis 18.07.1935Schutzhaft 3Unabhängig von der Verbüßung der Strafe, mit der das Gerichtsverfahren endete, wurde Schober in Schutzhaft genommen.KZ Dachau vom 28.07.1935 bis 05.10.1937Häftlingsnummer 10093Erneute Verhaftung 1942 2Haftdauer unbekannt Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis 1 - StAM, GenStanw 3071 StAM, GenStanw Staatsarchiv München, Generalstaatsanwaltschaft Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 2 - StAM, Gestapo 36 StAM, Gestapo Staatsarchiv München, Geheime Staatspolizei Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 3 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - BLFA LEA, BEG 44 995 BLFA LEA Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - BLFA LEA, BEG 44 995 BLFA LEA, BEG Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt, Bundesentschädigungsgesetz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 5 - AMA, SPD-Geschäftsberichte 1931-1932 AMA, SPD-Geschäftsberichte Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, Geschäftsberichte der Münchner SPD Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - StAM, PolDir 15551 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 7 - BArch, NJ 9445 BArch, NJ Bundesarchiv Berlin, Nationalsozialistische Justiz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 8 - Asgodom, Maul S. 83 - 105 Asgodom, Maul Asgodom, Sabine (Hrsg.): "Halt´s Maul - sonst kommst nach Dachau!" Frauen und Männer aus der Arbeiterbewegung berichten über Widerstand und Verfolgung unter dem Nationalsozialismus. Köln 1983 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur