Hoegner, Wilhelm Prof. Dr. iur. "Im Herbst 1935 erfüllte sich das Schicksal unseres Freundes Karl Lechler, der vormals Sekretär des Tabakarbeiterverbandes in München gewesen war. Die Nationalsozialisten hatten ihn im Mai 1933 entlassen, dann wiederholt verhaftet und misshandelt […] Seit Juli 1933 befand er sich als politischer Flüchtling in der Schweiz. In München hatte er eine Braut zurücklassen müssen. Sie wurde wiederholt von der Polizei vorgeladen und ständig mit Verhaftung bedroht. Dadurch verdüsterte sich Lechlers Gemüt immer mehr, schließlich bekam er Verfolgungswahn. Ich suchte ihm zu helfen, ihn aufzumuntern. Meine Zuversicht auf eine Änderung der Dinge in Deutschland zu unseren Gunsten richtete ihn immer auf, er ging dann getröstet von mir weg. Aber eines Tages stürzte er sich doch aus dem Fenster seines Zimmers im 4.Stock eines Miethauses auf die Straße: Er war sofort tot. Ich hielt ihm die Trauerrede.“ [4] Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD ab 1919Vorstandsmitglied des Sozialdemokratischen Vereins München von 1927 bis 1932 102. Schriftführer; BildungsausschussMitglied des Landtags (MdL) von 1924 bis 07.04.1932 1, 9, 11Mitglied des Landtags (MdL) vom 28.04.1933 bis 04.05.1933 1, 11Hoegner wurde von der NSDAP gezwungen, sein Landtagsmandat zum 05.05.1933 niederzulegen. Für ihn rückte Christian Roith nach.Mitglied des Reichstags (MdR) von September 1930 bis 07.07.1933 1, 3, 4, 7, 8 Werdegang in der SPD nach 1945 SPD 1Ministerpräsident vom 28.09.1945 bis 21.12.1946Bayerischer Staatsminister der Justiz vom 22.10.1945 bis 20.09.1947Stellvertretender Ministerpräsident vom 22.12.1946 bis 20.09.1947Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung 1946 1, 11Hoegner gestaltete auf der Basis seiner Vorarbeiten im Schweizer Exil maßgeblich die Bayerische Verfassung mit.Mitglied des Landtags (MdL) von 1946 bis 1970 1, 3, 4Bayerischer Staatsminister des Inneren vom 18.12.1950 bis 14.12.1954Mitglied der Bundesversammlung 1949, 1959, 1969 11Ministerpräsident vom 14.12.1954 bis 16.10.1957Fraktionsvorsitzender der SPD-Landtagsfraktion vom 28.05.1958 bis 1962 1, 4Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) von September 1961 bis Januar 1962 4, 111. Vizepräsident des Bayerischen Landtages von 1962 bis 1970 1, 4, 11Ehrenvorsitzender der SPD in Bayern ab 1971 Verfolgung Entlassung aus politischen Gründen nach dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (GWB) am 01.05.1933 1zunächst mit gekürztem, ab Mai 1934 ohne RuhegehaltFlucht 12, 13nach Österreich am 11.07.1933zusammen mit Franz Blum, unterstützt von Karl Erhart , Hans Fischer und Wilhelm Glade. Das Ehepaar Max und Sylvia Klar versteckte den von der BPP gesuchten Wilhelm Hoegner einige Tage in seiner Wohnung und stellte das Auto für seine und Blums Flucht zur Verfügung. Sylvia Klar fuhr Hoegner und Blum bis in die Nähe der österreichischen Grenze, Fischer führte sie über die Grenze.Exil 1in Österreich von Juli 1933 bis Februar 1934Tätigkeit als Parteisekretär der Österreichischen SDAP in Innsbruck 1933/34Beschlagnahme des gesamten Vermögens im August 1933 1Emigration und Exil 1in der Schweiz von Februar 1934 bis Juni 1945Im Schweizer Exil verfasste Hoegner Entwürfe für eine Reichsverfassung und für die Verfassung eines bayerischen Staates in einem föderalistischen Bund.Entzug des Vermögens im Mai 1934 1Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit im Oktober 1938 1 Weitere Daten Religion/Konfession röm.-katholischspäter konfessionslos Schadenskategorie Schaden an FreiheitSchaden im beruflichen und wirtschaftlichen FortkommenSchaden an Eigentum und VermögenSchaden am beruflichen Fortkommen und Eigentum Ehrung Straßenname in München, Neuperlach-Süd München (Stadtbezirk: Ramersdorf - Perlach) 1981 3Wilhelm-Hoegner-Straße Quellenverweis 1 - Bayerischer Landtag, Opfer Bayerischer Landtag, Opfer Bayerischer Landtag/Haus der Bayerischen Geschichte/Institut für Zeitgeschichte: Opfer und Verfolgte des NS-Regimes aus Bayerischen Parlamenten http://www.bayern.landtag.de/opfer_doku/web_gedenk_v2/#http://www.bayern.landtag.de/opfer_doku/web_gedenk_v2/#URL Datum LZ: letzter Zugriff am 09.10.2013Quellenart:Internet-VeröffentlichungenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 3 - Dollinger, Straßennamen S. 335 Dollinger, Straßennamen Dollinger, Hans: Die Münchner Straßennamen. 6. Aufl. München 2007 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 4 - Schumacher, M. d. L. S. 69 Schumacher, M. d. L. Schumacher, Martin (Hrsg.): M. d. L. Das Ende der Parlamente 1933 und die Abgeordneten der Landtage und Bürgerschaften der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933 - 1945. Ein biographischer Index. Düsseldorf 1995 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 5 - StAM, PolDir 6881 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - Weyerer, München 1919 S.183 Weyerer, München 1919 Weyerer, Benedikt: München 1919 - 1933. Stadtrundgänge zur politischen Geschichte. München 1993 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 8 - Bureau, Reichstags-Handbuch V, S.370; VI, S. 106; VII S. 295; VIII, S. 161 Bureau, Reichstags-Handbuch Bureau des Reichstags (Hrsg.): Reichstags-Handbuch, I. - VIII. Wahlperiode. Berlin 1920-1933 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 9 - Hoegner, Flucht S. 175 ff., 180 ff. Hoegner, Flucht Hoegner, Wilhelm: Flucht vor Hitler. Erinnerungen an die Kapitulation der ersten deutschen Republik 1933. München 1977 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 10 - AMA, SPD-Geschäftsberichte 1927-1932 AMA, SPD-Geschäftsberichte Archiv der Münchner Arbeiterbewegung, Geschäftsberichte der Münchner SPD Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 11 - HdBG, Geschichte HdBG, Geschichte Haus der Bayerischen Geschichte: Geschichte des Bayerischen Parlaments seit 1819 #http://www.hdbg.de/parlament/content/index.html#URL Datum LZ: letzter Zugriff am 09.10.2013Quellenart:Internet-VeröffentlichungenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 12 - Asgodom, Maul S. 124 Asgodom, Maul Asgodom, Sabine (Hrsg.): "Halt´s Maul - sonst kommst nach Dachau!" Frauen und Männer aus der Arbeiterbewegung berichten über Widerstand und Verfolgung unter dem Nationalsozialismus. Köln 1983 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 13 - Kulturladen, Widerstand S. 42 Kulturladen, Widerstand Kulturladen Westend (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung im Münchner Westend 1933 - 1945. Ein Stadtteilführer. München 1997 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur