Reisbeck, Josef Mitglied der SPD und der Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“ (Faltner). Untersuchungshaft und Prozess 1935/1936, KZ Dachau 1936-1937. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD von 1923 bis 1931 2, 4 Verfolgung Verhaftung am 28.04.1935 2Schutzhaft 1, 2, 5, 7Gefängnis München-Stadelheim vom 28.04.1935 bis 01.05.1935Erneute Verhaftung am 18.06.1935 5, 7Schutzhaft 5, 7Gefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße am 18.06.1935Gefängnis München-Stadelheim vom 19.06.1935 bis 15.08.1935Untersuchungshaft 2, 4, 7Gefängnis München-Stadelheim vom 16.08.1935 bis 09.07.1936ProzessOberlandesgericht MünchenAnklage vom 25.03.1936: Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, hier: "wobei die Tat auf Beeinflussung der Massen durch Verbreitung von Schriften gerichtet war."Er habe von Franz Faltner von Sommer 1934 bis Oktober 1934 die Schriften "Neuer Vorwärts", "Sozialistische Aktion" und "Sozialistische Monatsschrift" erhalten. Er habe im Sommer 1934 zusammen mit Josef Aidelsburger, Alois Endl, Franz Feidl, Johann Gleixner, Otto Kiesel und Michael Meier an Treffen der Gruppe teilgenommen, bei denen Faltner die Broschüre "Die Kunst des Selbstrasierens" vorlas.Im Oktober 1934 habe Faltner derselben Gruppe, mit Ausnahme von Meier, in Gleixners Wohnung über seine Reise zu Josef Lampersberger jun. berichtet. Damals habe Reisbeck eine Geldspende von 53 Pfennig für die Sopade an Endl abgeliefert.Urteil vom 09.07.1936: Verbrechen der Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensStrafmaß: Gefängnis 1 Jahr, 2 Monateverbüßt durch die Anrechnung der Haftzeiten; Aufhebung des HaftbefehlsErneute Schutzhaft 1, 2, 3, 8Unabhängig von der Verbüßung der Strafe und Aufhebung des Haftbefehls, mit der das Gerichtsverfahren endete, wurde Reisbeck in Schutzhaft genommen.Gefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße vom 09.07.1936 bis 15.07.1936Gefängnis der BPP im Wittelsbacher Palais, München vom 15.07.1936 bis 21.07.1936KZ Dachau vom 22.07.1936 bis 03.02.1937Häftlingsnummer 10234Geschäftsboykott 7Nach der Entlassung aus dem KZ Dachau übersiedelte er mit seiner Frau nach Freising und gründete dort ein Orthopädie-Fachgeschäft. Der NSDAP-Kreisleiter erfuhr von seiner Schutzhaft im KZ Dachau und bewirkte daraufhin, dass ihm die Fürsorgeaufträge entzogen wurden.Erneute Verhaftung und Verhör durch die Gestapo am 18.04.1940 2aufgrund einer DenunziationEr habe in einem Geschäft gesagt, dass der Krieg verloren sei.Untersuchungshaft 2, 7Gefängnis München-Am Neudeck vom 26.04.1940 bis 06.06.1940ProzessSondergericht MünchenAnklage: Vergehen gegen das HeimtückegesetzUrteil vom 06.06.1940: FreispruchUrteilsbegründung: Der Denunziant sowie weitere Augenzeugen hatten ihre Aussagen über die Äußerung Reisbecks abgeschwächt.Schutzhaft 7Gefängnis der Gestapo im Wittelsbacher Palais, München vom 06.06.1940 bis 12.06.1940Erpressung am 06.06.1941 7Im Entschädigungsantrag (o.D) schrieb seine Witwe: "Im März 1941 kamen zwei Herren der Gestapo, um meinen Mann zu Spitzel- diensten zu zwingen […] Da mein Mann als Kzler bekannt war, sollte er in Freisinger Lokalen horchen, was die Leute reden und jeden Monat einen Bericht an die Gestapo senden. Bei Verweigerung des Auftrags hätte er sein Leben verwirkt, sagten die Männer. Wir wussten uns beide keinen anderen Ausweg als die freiwillige Meldung bei der Wehrmacht." Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an FreiheitSchaden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen Quellenverweis 1 - Mehringer, Sozialdemokratie S. 382 Mehringer, Sozialdemokratie Mehringer, Hartmut: Die Bayerische Sozialdemokratie bis zum Ende des NS-Regimes. Vorgeschichte, Verfolgung und Widerstand. In: Broszat, Martin/Mehringer, Hartmut (Hrsg.): Bayern in der NS-Zeit Bd. 5. Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand. München/Wien 1983, S. 287 ? 432 Quellenart:SammelwerkeStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 2 - StAM, Stanw 9825 StAM, Stanw Staatsarchiv München, Staatsanwaltschaften Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 3 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - BArch, NJ 9445 BArch, NJ Bundesarchiv Berlin, Nationalsozialistische Justiz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 5 - StAM, PolDir 8575 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - Bretschneider, Widerstand S. 98 Bretschneider, Widerstand Bretschneider, Heike: Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in München 1933-1945. Miscellanea Bavarica Monacensia Bd. 4. München 1968 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 7 - BLFA LEA, BEG 3634 BLFA LEA Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 7 - BLFA LEA, BEG 3634 BLFA LEA, BEG Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt, Bundesentschädigungsgesetz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 8 - StAM, PolDir 8580 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen