Kiesel, Otto Mitglied der Eisernen Front. Mitglied der Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“ (Faltner). Verhaftung 1935, Prozess 1936, Gefängnis 1936/1937. Verfolgung Verhaftung am 28.04.1935 4Schutzhaft 2, 4Gefängnis München-Stadelheim vom 28.04.1935 bis 16.08.1935Polizeiarrest/-haft 2, 3Gefängnis München-Stadelheim vom 16.08.1935 bis 09.07.1936ProzessOberlandesgericht MünchenAnklage vom 25.03.1936: Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, hier: "wobei die Tat auf Beeinflussung der Massen durch Verbreitung von Schriften gerichtet war."Er habe von Faltner bzw. in dessen Auftrag von Karl Feidl im Zeitraum von Sommer 1934 bis März 1935 z.T. gegen Bezahlung Druckschriften wie "Sozialistische Aktion", "Braunbuch" [eine KPD-Broschüre zum Reichstagsbrand] und Tarnschriften wie "Mercedes-Benz", "Opfert für das Winterhilfswerk" erhalten und diese auch an Katharina Gritsch, Waldemar Hilz und Georg Waid weitergegeben. Er sei von Faltner beauftragt worden, Klebezettel und Flugblätter zur Volksabstimmung am 19.08.1935 zusammen mit Feidl in der Schleißheimer Straße und am Oberwiesenfeld mit dem Fahrrad durch Abwurf zu verteilen.Urteil vom 09.07.1936: Verbrechen der Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensStrafmaß: Gefängnis 2 Jahre, 6 Monateunter Anrechnung von 14 Monaten HaftStrafhaft 3, 4Gefängnis München-Stadelheim vom 09.07.1936 bis 16.08.1936Gefängnis Landsberg a. Lech vom 16.08.1936 bis Mai 1937Gefängnis Donauwörth von Mai 1937 bis 09.11.1937Schutzhaft 4, 5, 6Unabhängig von der Verbüßung der Strafhaft, mit der das Gerichtsverfahren endete, wurde Kiesel in Schutzhaft genommen.Gefängnis des Polizeipräsidiums München, Ettstraße vom 09.11.1937 bis 24.11.1937 4Arbeitslosigkeit aus politischen Gründen vom 24.11.1937 bis 28.03.1938 4Kiesel hatte seinen Arbeitsplatz wegen der Verhaftung verloren und war nach der Entlassung aus der Haft bis Ende März 1938 arbeitslos. Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an FreiheitSchaden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen Quellenverweis 1 - Mehringer, Sozialdemokratie S. 382 Mehringer, Sozialdemokratie Mehringer, Hartmut: Die Bayerische Sozialdemokratie bis zum Ende des NS-Regimes. Vorgeschichte, Verfolgung und Widerstand. In: Broszat, Martin/Mehringer, Hartmut (Hrsg.): Bayern in der NS-Zeit Bd. 5. Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand. München/Wien 1983, S. 287 ? 432 Quellenart:SammelwerkeStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 2 - StAM, PolDir 8575 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 3 - BArch, NJ 9445 BArch, NJ Bundesarchiv Berlin, Nationalsozialistische Justiz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - BLFA LEA, EG 11335 BLFA LEA Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - BLFA LEA, EG 11335 BLFA LEA, EG Landesamt für Finanzen Bayern, Landesentschädigungsamt, Entschädigungsgesetz Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 5 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Archiv 14156 KZ-Gedenkstätte Dachau, Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau, Archiv Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - Bretschneider, Widerstand S. 97 f., 100, 103 Bretschneider, Widerstand Bretschneider, Heike: Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in München 1933-1945. Miscellanea Bavarica Monacensia Bd. 4. München 1968 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur