Feuerer, Josef Michael Mitglied der Widerstandsgruppe „Rote Rebellen“ (Faltner). Verhaftung 1935, Untersuchungshaft, Zuchthaus, KZ Dachau, Tod im KZ Mauthausen 1941. Josef Feuerer war Wagenkellner bei der Mitropa, wo ihn ein Kollege für die „Roten Rebellen“, eine Widerstandsgruppe ehemaliger Mitglieder des Reichsbanners im Münchner Osten und des Arbeiter- Turn- und Sportvereins Aubing um Franz Faltner, anwarb. Er war beteiligt am Verteilernetz illegaler Schriften der Sopade (Exil-SPD in der Tschechoslowakei). Auf seinen beruflichen Fahrten kaufte er in Basel ausländische Zeitschriften ein und gab diese weiter.Feuerer wurde am 28.4.1935 verhaftet und am 22.12.1936 vor dem Volksgerichtshof Berlin gemeinsam mit Franz Faltner angeklagt, „…das hochverräterische Unternehmen mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt die Verfassung des Reichs zu ändern, vorbereitet zu haben, wobei die Tat […] darauf gerichtet war, zur Vorbereitung des Hochverrats einen organisatorischen Zusammenhalt [der SPD] herzustellen oder aufrecht zu halten“ (Zarusky/Mehringer, Fiche 0082). Weiter wurde ihm vorgeworfen, durch das Verbreiten von Schriften, die aus dem Ausland importiert wurden, die Massen zu beeinflussen. Außerdem wurde ihm die Verabredung eines Sprengstoffanschlags auf den Münchner Hauptbahnhof zur Last gelegt. Ebenfalls mit angeklagt war Franz Weber, der als Gefangener auf dem Transport von München nach Berlin in der Nähe von Halle unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Das Urteil vom 24.3.1937 lautete: Drei Jahre Zuchthaus, abzüglich ein Jahr und 10 Monate Haft, drei Jahre Ehrverlust. Nach Verbüßen der Haft wurde er in am 22.6.1938 in das KZ Dachau gebracht und von dort am 27.9.1939 in das KZ Mauthausen. Er starb im Januar 1941 im KZ Mauthausen; als Todesursache wurde „Lungen-Darm-Tbc“ angegeben. Verfolgung Verhaftung am 28.04.1935 1Schutzhaft 9Haftort unbekannt vom 28.04.1935 bis 05.06.1935Gefängnis der Polizeidirektion München, Ettstraße vom 06.06.1935 bis 12.06.1935Gefängnis München-Stadelheim vom 13.06.1935 bis 15.08.1935Untersuchungshaft 1, 7Gefängnis München-Stadelheim vom 16.08.1935 bis März 1937Im März 1937 wurde Feuerer in das Zuchthaus Berlin-Moabit überstelltProzessVolksgerichtshof BerlinAnklage vom 22.12.1936: Vorbereitung eines hochverräterischen UnternehmensEr wurde beschuldigt, er habe ab Mai 1934 insbesondere in Basel und Eger "das hochverräterische Unternehmen, mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt die Verfassung des Reichs zu ändern", vorbereitet, wobei die Tat "darauf gerichtet war, […] einen organisatorischen Zusammenhalt [der SPD] herzustellen oder aufrecht zu halten" und die Beeinflussung der Massen durch Verbreitung von Schriften herbeizuführen, die aus dem Ausland eingeführt wurden. Weiterhin wurde er beschuldigt, an der Verabredung eines Sprengstoffanschlags auf den Hauptbahnhof in München beteiligt gewesen zu sein. [7]Urteil vom 24.03.1937Strafmaß: Zuchthaus 3 Jahreunter Anrechnung von 1 Jahr und 10 Monaten HaftEhrverlust 3 JahreStrafhaft 1, 7Zuchthaus Amberg bis 24.05.1938Erneute Schutzhaft 3Unabhängig von der Strafverbüßung, mit der das Verfahren endete, wurde Feuerer in Schutzhaft genommen.KZ Dachau vom 22.06.1938 bis 27.09.1939Häftlingsnummer 16570KZ Mauthausen vom 27.09.1939 bis 14.01.1942Registriernummer: 7937Deportation Weitere Daten Schadenskategorie Schaden an Freiheit Quellenverweis 1 - StAM, JVA Landsberg 13365 Franz Faltner StAM, JVA Landsberg Staatsarchiv München, Justizvollzugsanstalt Landsberg Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 2 - AKZ-Mauthausen, Totenbuch Gusen Totenbuch Gusen (NARA RG 549) AKZ-Mauthausen, Totenbuch Gusen Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Totenbuch Gusen Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 3 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - StAM, JVA München 9350 StAM, JVA München Staatsarchiv München, Justizvollzugsanstalt München Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 5 - Mehringer, Sozialdemokratie S. 382 Mehringer, Sozialdemokratie Mehringer, Hartmut: Die Bayerische Sozialdemokratie bis zum Ende des NS-Regimes. Vorgeschichte, Verfolgung und Widerstand. In: Broszat, Martin/Mehringer, Hartmut (Hrsg.): Bayern in der NS-Zeit Bd. 5. Die Parteien KPD, SPD, BVP in Verfolgung und Widerstand. München/Wien 1983, S. 287 ? 432 Quellenart:SammelwerkeStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 6 - Bretschneider, Widerstand S. 99 Bretschneider, Widerstand Bretschneider, Heike: Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in München 1933-1945. Miscellanea Bavarica Monacensia Bd. 4. München 1968 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 7 - Zarusky/Mehringer, Widerstand Fiches 0082 f. Mehringer, Widerstand Mehringer, Hartmut: Widerstand und Emigration. Das NS-Regime und seine Gegner. München 1997 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 7 - Zarusky/Mehringer, Widerstand Fiches 0082 f. Zarusky/Mehringer, Widerstand Zarusky, Jürgen/Mehringer, Hartmut: Widerstand als "Hochverrat" 1933 - 1945. Die Verfahren gegen deutsche Reichsangehörige vor dem Reichsgericht, dem Volksgerichtshof und dem Reichskriegsgericht. Mikrofiche-Edition und Erschließungsband. München 1994, 1998 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 9 - StAM, PolDir 8575 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 10 - Weißbuch S. 22 Weißbuch Weißbuch der deutschen Opposition. Gegen die Hitlerdiktatur. o.O. o.J. Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur