Felder, Josef Reichstagsabgeordneter der SPD, nach 1945 Chefredakteur des „Vorwärts“ und SPD-Bundestagsabgeordneter. Mitglied des Reichsbanners. Stimmte 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz. Verhaftung 1934, KZ Dachau bis 1936. Der gelernte Buchdrucker Josef Felder wurde 1919 Mitglied der USPD, ab 1920 der MSPD. Er war von 1924 bis 1933 Redakteur bei der „Schwäbischen Volkszeitung“. Die Abt. VI (Politische Polizei) der Polizei-Direktion München meldete am 29.11.1930: "…ist seit ungef. 6 Jahren Mitglied der S.P.D. und als links eingestellter Agitator der Partei bekannt. Felder ist Redakteur […] und wurde am 8.12.1929 als Stadtrat gewählt. […] Felder nimmt insbesondere Stellung gegen die Bewilligung der Mittel für die Wehrmacht“ (StAM, Pol. Dir. 6880). Von 1929 bis 1933 war er als Stadtrat in Augsburg tätig, ab November 1932 als Reichstagsabgeordneter. Am 23.3.1933 stimmte er mit der SPD-Reichstagsfraktion gegen das Ermächtigungsgesetz. Einer drohenden Verhaftung entzog er sich anfangs durch häufigen Wohnungswechsel in Augsburg. Im Juni 1933 floh Felder nach Österreich, 1934 in die Tschechoslowakei und kehrte schließlich nach Deutschland zurück, wo er im November 1934 verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt wurde. Aufgrund einer Anforderung als Arbeitskraft durch Willy Bogner wurde er am 15.1.1936 entlassen.Er war Herausgeber und Chefredakteur des Südostkurier (Bad Reichenhall) von 1946 bis 1954 und Chefredakteur des „Vorwärts“ 1955 bis 1957. Von 1957 bis 1969 war er Bundestagsabgeordneter der SPD, seit 1985 Ehrenvorsitzender der bayrischen SPD. Politischer Werdegang und Funktion in der SPD SPD ab 1920 1Vorsitzender der SPD Mindelheim von 1922 bis 1924 2führende Tätigkeit in der Arbeiter-Jugend SchwabensVorsitzender der SPD Augsburg von 1932 bis 1933 in AugsburgStadtrat in Augsburg von 1929 bis 1933 2Mitglied des Reichstags (MdR) von November 1932 bis Juni 1933 2, 9 Werdegang in der SPD nach 1945 SPD ab 1945Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB) von September 1957 bis September 1969 2, 10Mitglied des Bezirksvorstandes FrankenEhrenvorsitzender der SPD Bayern ab 1985 Verfolgung Emigration 2, 3, 8Als Mitglied der SPD-Fraktion, die 1933 gegen das Ermächtigungsgesetz 1933 stimmte, musste er vor der drohenden Verhaftung fliehen. Anfangs konnte er in Augsburg durch häufiges Wechseln seiner Quartiere der Verhaftung entgehen. Seine Frau und die Söhne wurden von der örtlichen BPP verhört; sie zogen deshalb von Augsburg nach München um. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland besuchte er seine Familie in Obermenzing bis zu seiner Verhaftung im November 1934 immer wieder heimlich.nach Österreich im Juni 1933in die ?SR im Februar 1934Rückkehr nach Deutschland im Juni 1934Verhaftung im November 1934 8Polizeigefängnis AugsburgPolizeigefängnis MünchenSchutzhaft 1, 4, 5, 8KZ Dachau vom 19.12.1934 bis 15.01.1936Häftlingsnummer 6780Er wurde am 15.1.1936 aus dem KZ Dachau entlassen aufgrund einer Anforderung als Arbeitskraft durch Willy Bogner sen. Weitere Daten Religion/Konfession röm.-katholisch Schadenskategorie Schaden an Freiheit Ehrung Straßenname in München (Stadtbezirk: Pasing - Obermenzing) 2009 11Josef-Felder-Straße Quellenverweis 1 - Gerstenberg, Freiheit 2 S. 263 Gerstenberg, Freiheit Gerstenberg, Günther: Freiheit! Sozialdemokratischer Selbstschutz im München der zwanziger und frühen dreißiger Jahre Bd. 1-2. Andechs 1997 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 2 - Schröder, Parlamentarier S. 434 f. Schröder, Parlamentarier Schröder, Wilhelm Heinz: Sozialdemokratische Parlamentarier in den deutschen Reichs- und Landtagen 1867 - 1933. Biographien - Chronik - Wahldokumentation. Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien Bd. 7. Düsseldorf 1995 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 3 - StAM, LRA 58117 StAM, LRA Staatsarchiv München, Landratsämter Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 4 - KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank KZ-Gedenkstätte Dachau, Häftlingsdatenbank Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 5 - StAM, PolDir 6880 StAM, PolDir Staatsarchiv München, Polizeidirektion Quellenart:ArchivalienStatus:Unveröffentlichte Quellen 6 - AdsD, Nachlass Josef Felder AdsD, Nachlass Archiv der sozialen Demokratie, Bonn: Nachlässe und Deposita #http://www.fes.de/archiv/adsd_neu/index.htm#URL Datum LZ: letzter Zugriff am 20.10.2013Quellenart:Internet-VeröffentlichungenStatus:Unveröffentlichte Quellen 7 - Münchner Stadtadreßbuch 1934 Münchner Stadtadreßbuch Münchner Stadtadreßbuch. Adreßbuch der Landeshauptstadt München Bd. 83 ff. München 1933 ff. Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und LiteraturAnmerkungen:in Monacensia, Theresienstr. 23 8 - Felder, Warum S. 110, 112, 120, 167, 181f. Felder, Warum Felder, Josef: Warum ich nein sagte. Erinnerungen an ein langes Leben für die Politik. Zürich/München 2000 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 9 - Bureau, Reichstags-Handbuch VII, S. 261; VIII, S. 129 Bureau, Reichstags-Handbuch Bureau des Reichstags (Hrsg.): Reichstags-Handbuch, I. - VIII. Wahlperiode. Berlin 1920-1933 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 10 - Schumacher, M. d. B. S. 100 Schumacher, M. d. B. Schumacher, Martin (Hrsg.): M. d. B. Volksvertretung im Wiederaufbau 1946-1961. Bundestagskandidaten und Mitglieder der westzonalen Vorparlamente. Eine biografische Dokumentation. Düsseldorf 2000 Quellenart:Bücher und BroschürenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 11 - Landeshauptstadt München, Straßennamen Landeshauptstadt München, Straßennamen Landeshauptstadt München: Kommunalreferat, Straßennamen #http://www.muenchen.de/rathaus/search-results.html?suche=Stra%C3%9Fennamen&lang=de#URL Datum LZ: letzter Zugriff am 13.10.2013Quellenart:Internet-VeröffentlichungenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur 12 - Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik (8. Wahlperiode), (8. Wahlperiode) Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik (8. Wahlperiode), (8. Wahlperiode) Liste der Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik #https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Reichstagsabgeordneten_der_Weimarer_Republik_%288._Wahlperiode%29#Quellenart:Internet-VeröffentlichungenStatus:Veröffentlichte Quellen und Literatur