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Forum Politik und Gesellschaft

02.09.2020

30 Jahre nach der friedlichen Revolution - Zeit für ein feministisches Update? - Rückblick auf das Jubiläumsjahr

 

2019 jährte sich die Friedliche Revolution zum 30. Mal. Ein Grund zum Feiern! Aber auch ein Grund für eine kritische Bestandsaufnahme. Anlässlich des Internationalen Frauentages wollten wir uns diesem besonderen Ereignis aus feministischer Perspektive nähern.

 

Mutige Bürgerinnen und Bürger haben 1989 durch friedlichen Protest und politisches Handeln tiefgreifende soziale, gesellschaftliche und politische Veränderungen herbeigeführt. Für viele Frauen bedeutete die Friedliche Revolution in erster Linie: Freiheit und einen Aufbruch zu neuen Ufern. Gleichzeitig bedeutete das neue Zeitalter aber auch: ökonomische Unsicherheit, Arbeitsplatzverlust, komplette Neuerfindung des eigenen Selbst. 30 Jahre später kämpfen Frauen in Ost und West noch immer für gleiche Chancen, gerechte Teilhabe und für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft. Wir haben gefragt: Ist also Zeit für ein feministisches Update? Wie kann durch den Einbezug deutsch-deutscher Perspektiven der gleichstellungspolitische Fortschritt in Gesamtdeutschland befeuert werden?

 

Ein Blick zurück

Wir wollten zurückblicken: Die DDR-Bürgerrechtlerin Katrin Mahler-Walther, die schon als junge Frau eine Frauengruppe im Arbeitskreis Gerechtigkeit gegründet hatte, berichtete von Ihren Erfahrungen. „Frauen hatten in der Bewegung, die zur friedlichen Revolution führte, eine deutlich größere Selbstverständlichkeit, als dies in der politischen Bewegung Westdeutschlands war.“ Die friedliche Revolution war auch von mutigen Frauen getragen, die von Anfang an Zeichen für die Gleichberechtigung setzten.

Im Rückblick darauf, was man 30 Jahre nach der Wiedervereinigung hätte besser machen können, stellte die Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig die These auf: Die Chance, das in der DDR vieles selbstverständlicher war, um Familie und Beruf zu vereinbaren, hätte man stärker in die deutsche Einheit einbringen und würdigen müssen. Hier muss auch heute noch viel nachgebessert werden. Und ohne die Wiedervereinigung gäbe es auch heute noch keinen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung.

 

Die Analyse des Hier und Jetzt

Wir wollten analysieren: Welche Ungleichheiten schreiben sich auch heute zwischen den Frauen in Ost und West fort? Brauchen wir einen differenzierteren Feminismus – treiben Frauen in Ost und West andere Fragen und Herausforderungen um?

Die Journalistin Tanja Brandes hat in ihrer Recherche für das Buch „Ost-Frauen verändern die Republik“ viele Frauen im Osten interviewt und war dabei sehr beeindruckt, mit wieviel Selbstsicherheit, Würde und Elan die Frauen den Umbruch gemeistert haben. „Den Ost-Frauen wurde der Zweifel nicht so ins Herz gepflanzt“, wie vielen westlichen Frauen, die sich oft in stereotypen Rollenzuschreibungen wiedergefunden haben. Heute ist es notwendig, dass sich der Pragmatismus und eine größere Selbstverständlichkeit im Einsatz für Frauenrechte und für Geschlechtergerechtigkeit mit der Frage der dafür notwendigen Strukturen verbinden werden müssen.

 

Zeit für ein feministisches Update?

Wir wollten für die Zukunft lernen: Was können wir von den Vorkämpferinnen der friedlichen Revolution für die aktuellen feministischen Kämpfe lernen? Der Kampf für Geschlechtergerechtigkeit ist noch nicht vorbei, so waren sich die Rednerinnen einig, dafür müssen auch neue Bündnisse geschlossen werden. Die nächste Frauengeneration Ost muss unbedingt auch in der Politik dabei sein, meinte Ministerpräsidentin Schwesig. „Es gibt keine bessere Botschaft der friedlichen Revolution als die, dass man die Dinge verändern kann! Weil Menschen mutig waren. Das wünsche ich mir auch zum Thema Gleichberechtigung für die Zukunft.“

 

 

 

 

Hier das Programm zur Jubiläumsveranstaltung


 

Ein fotografischer Rückblick

 


Der Veranstaltungsstream zum Nachschauen

Datenschutzhinweis zum Video

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Und was sagt eigentlich die dritte Generation dazu?

Das kann man unter dem folgenden Link zur "Ausgequetscht"-Folge mit Elisa Gutsche erfahren.

Mehr Infos und Videos finden Sie außerdem auf unserem Social Media-Kanal "Gender Matters!"

 

 

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