Staatsauftrag "Kultur für alle"


Terminexport im ICS-Format

Kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR - Impulse für die Gegenwart

Bild: ©Andrea Schmidt/Typografie im Kontext

29. Oktober 2020 10.00 Uhr bis 19.00

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Universität Hildesheim und der Landesbibliothek Berlin

Welche Erfahrungen können wir in Ost- und Westdeutschland teilen und welche Impulse daraus gemeinsam weiterentwickeln? Was nehmen wir aus der Vergangenheit ins Heute mit?

Diese Fragen stellen sich uns im 30. Jubiläumsjahr der deutschen Wiedervereinigung drängender denn je.

Die Tagung, die in Kooperation der Friedrich-Ebert- Stiftung, der Universität Hildesheim und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin stattfindet, widmet sich einem Thema, das besondere Erfahrungen der DDR ins Heute bringt: Strategien und Instrumente kultureller Teilhabe und kultureller Bildung.

Durch den staatlichen Auftrag, „Kultur für alle“ als Teil sozialistischer Persönlichkeitsentwicklung zu garantieren, wurden in einem engmaschigen System planmäßig niedrigschwellige und sozialräumlich verankerte Aktivitäten der Kulturvermittlung etabliert.

Vor allem über die betriebliche Kulturarbeit sollten alle Menschen in ihrem Alltag erreicht werden. Kunst und Kulturarbeit waren in einem Spannungsfeld von staatlichen Vorgaben einerseits und individueller Aneignung und Nischen für Gegen-öffentlichkeit andererseits. Die Kunstfreiheit war in der DDR nicht gewährleistet, Inhalte und Formen der Kultur standen unter Kontrolle der SED und unterlagen der Zensur, doch boten die Künste und kulturelle Arbeit auch Möglichkeiten, diese zu umgehen.

Auf der Tagung werden Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Universität Hildesheim präsentiert, in dem erstmalig Erkenntnisse über Ziele, Strukturen und Wirkungen von Maßnahmen zur kulturellen Teilhabe in der DDR aufgearbeitet werden. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Kulturvermittlung, Kulturwissenschaft, Kulturpolitik und Kunst diskutieren und reflektieren die Maßnahmen für kulturelle Teilhabe und Kulturvermittlung in der DDR aus ihrem Erfahrungshintergrund und setzen Bezüge zur aktuellen Situation. Ein Fokus liegt dabei auf Projekten und Maßnahmen, die nach heutiger Perspektive „kunstferne“ Zielgruppen erreichen sollten, insbesondere Kinder und Jugendliche aus nicht-akademischen Elternhäusern sowie Erwachsene aus der Arbeiter- und Bauernklasse.

Neben der Diskussion zu den Erkenntnissen aus dem Projekt wird danach gefragt, welche Erfahrungen für die Programme kultureller Bildung und die Ausgestaltung von Kulturpolitik für kulturelle Teilhabe der Gegenwart produktiv sein könnten.

Diese Tagung wird seitens der Friedrich-Ebert-Stiftung im Rahmen der Reihe „Zur Lage der Generationen“ durchgeführt, die sich generationsübergreifend mit Fragen der deutschen Einheit, Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalts befasst.

Sie sind sehr herzlich zur Tagung eingeladen!

Hier können Sie sich anmelden.

Arbeitseinheit: Forum Berlin | Zur Lage der Generationen


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