07.05.2020

FES MV im Gespräch - mit Bildungsministerin Bettina Martin

Am 4. Mai 2020 diskutierten bei einem Live-Chat der FES MV ein interessiertes wie fachkundiges Publikum mit Bildungs- und Kulturministerin Bettina Martin zur aktuellen Lage im Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturbereich.

 

Eine Auswahl an Fragen und Antworten aus dem Online-Chat haben wir zum Nachlesen bzw. Nachsehen an dieser Stelle aufbereitet.

 

Welche Herausforderungen prägen MV derzeit am meisten?

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Wie unterstützt das Land MV Soloselbstständige und Kultureinrichtungen?

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Wie steht es derzeit um Sozialunterstützung (SGB 2 / Hartz4)

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Inwieweit können externe Bildungsträger Schulen während des geänderten Schulmodus' entlasten?

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Der Bedarf an Lehrkräften wird sich durch das Lernen in kleinen Klassen eher noch erhöhen. Wie stellt sich das Bildungsministerium die Lösung des Lehrermangels vor?

Die Lehrkräftesituation stellt sich aktuell nicht anders dar als vor der Krise. Allerdings ergeben sich aus der Corona-Pandemie, u. a. durch die Abstandsregelungen und die dadurch bedingte Teilung der Klassen, bedarfserhöhende Parameter. Rund ein Drittel der Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern gehören zu den Risikogruppen.

Außerdem werden die Lerngruppen geteilt, sodass wir eigentlich mindestens doppelt so viele Lehrkräfte und Räume benötigen. Deshalb können wir unter den gegebenen Hygienevorschriften nur einen eingeschränkten Präsenzunterricht gewährleisten. 

Die weitere schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebs wird ab dem 14.05.2020 wie folgt geregelt:
 

Grundschulbereich – Jahrgänge, die nach dem Rahmenplan der Grundschule unterrichtet werden

(Grundschule, Regionale Schule mit Grundschule, Gesamtschule, Förderschule)

  • Die Schülerinnen und Schüler kommen je Jahrgangsstufe an einem Tag in der Woche in die Schule.
  • Sie erhalten mindestens vier Unterrichtsstunden Präsenzunterricht pro Tag. In dieser Zeit werden sie auch auf das häusliche Lernen vorbereitet. Im Präsenzunterricht werden die Ergebnisse des häuslichen Lernens ausgewertet. Wenn die Situation an der Einzelschule ein weitergehendes Angebot erlaubt, soll dieses nach den Möglichkeiten vor Ort in eigener Verantwortung realisiert werden.
  • Ein Tag der Woche soll insbesondere als Kontakttag für Erziehungsberechtigte und deren Kinder sowie für die der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Unterstützungs- und Förderbedarf gelten. Hierbei sind die Hygieneregeln einzuhalten. Der Kontakt zu den Erziehungsberechtigten kann auch telefonisch hergestellt werden.
  • Die Notfallbetreuung wird auf der Grundlage der Allgemeinverfügung in der jeweils gültigen Fassung angeboten.
  • Die Schulen setzen die oben genannten Grundsätze entsprechend ihren räumlichen und personellen Kapazitäten selbstständig um.

 

Regionalschulbereich

(Grundschule mit Orientierungsstufe, Regionale Schule, Gesamtschule, Förderschule)

  • Die Schülerinnen und Schüler kommen nach Möglichkeit an mindestens einem Tag in der Woche in die Schule.
  • Sie erhalten mindestens sechs Unterrichtsstunden Präsenzunterricht in der Woche. In dieser Zeit werden sie auch auf das häusliche Lernen vorbereitet. Im Präsenzunterricht werden die Ergebnisse des häuslichen Lernens ausgewertet. Wenn die Situation an der Einzelschule ein weitergehendes Angebot erlaubt, kann das selbstverständlich in eigener Verantwortung realisiert werden.
  • Ein Tag der Woche soll insbesondere als Kontakttag für Erziehungsberechtigte und die der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Unterstützungs- und Förderbedarf gelten. Hierbei sind die Hygieneregeln einzuhalten. Der Kontakt zu den Erziehungsberechtigten kann auch telefonisch hergestellt werden.
  • Die Notfallbetreuung für die Jahrgangsstufen 5 und 6 wird auf der Grundlage der Allgemeinverfügung in der jeweils gültigen Fassung angeboten.
  • Die Schulen setzen die oben genannten Grundsätze entsprechend ihren räumlichen und personellen Kapazitäten selbstständig um.

 

Gymnasialer Bildungsgang

(Gymnasium, Gesamtschulen, Abendgymnasium)

Schritt 1 – Sicherung der Abiturvoraussetzungen im Jahr 2021:

  • Da dies inhaltlich und rechtlich relevant für die Durchführung des Abiturs im Jahr 2021 ist, wird die Jahrgangsstufe 11 (Jahrgangsstufe 12 an Abendgymnasien) vorrangig in Präsenz (3 Tage pro Woche) unterrichtet.
  • Hinsichtlich des Lehrkräfteeinsatzes hat die Durchführung des Abiturs 2020 oberste Priorität.

 

Schritt 2 – Absicherung der Voraussetzungen für den Übergang in die Qualifikationsphase:

  • Ab dem 18.05.2020 wird die Jahrgangsstufe 10 (Jahrgangsstufe 11 an Abendgymnasien) nach Abschluss eines Großteils der Abiturprüfungen wieder in den Präsenzunterricht eintreten, damit die Voraussetzungen für einen inhaltlich erfolgreichen Übertritt in Jahrgangsstufe 11 (Jahrgangsstufe 12 an Abendgymnasien) abgesichert werden. Präsenzunterricht und digitaler Unterricht können sich abwechseln.
  • In den Unterrichtsfächern sind schulinterne Schwerpunkte festzulegen, die mit den verfügbaren Lehrkräften abgesichert werden können.

 

Schritt 3 – Sicherung und Systematisierung des im E-Learning/häuslichen Lernen bearbeiteten Schulstoffs in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 als Voraussetzung für das Schuljahr 2020/2021:

  • Spätestens ab dem 03.06.2020 erfolgt nach dem Ende der schriftlichen Abiturprüfungen parallel zum o. g. Unterricht der Jahrgangsstufe 11 ein verbindlicher tage- bzw. wochenweiser Wiedereinstieg der Jahrgangsstufen 7 bis 9.
  • Die Notfallbetreuung wird auf der Grundlage der Allgemeinverfügung in der jeweils gültigen Fassung für die Jahrgangsstufen 5 und 6 angeboten.
  • Die Schulen setzen die oben genannten Grundsätze entsprechend ihren räumlichen und personellen Kapazitäten selbstständig um.

Inwiefern können Kooperationen mit Jugendverbänden und anderen außerschulischen Bildungsanbietern, die besonderen Bedarfe, die jetzt an Schule bestehen (Personal, Begleitung, Seelsorge, Abwechslung, Lebensweltbezug, …) abdecken helfen?

Insbesondere im Rahmen der Ausgestaltung des ganztägigen Lernens sind die ganztägig arbeitenden Grundschulen und Ganztagsschulen des Landes sehr eng mit einer Vielzahl von außerschulischen Kooperationspartnern aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens verbunden.

Auch wenn wir im Zuge der nun begonnenen schrittweisen Schulöffnungen noch weit vom regulären Schulbetrieb entfernt sind, zu dem auch die derzeit nicht realisierbaren vielfältigen Unterricht ergänzenden Angebote der Kooperationspartner gehören, können o. g. Partner einen unterstützenden Beitrag in dieser für die Schulen herausfordernden Situation leisten.

Entsprechende Möglichkeiten werden gegenwärtig ausgelotet, um die außerschulischen Kooperationspartner in die Organisation des unter den gegebenen Bedingungen anlaufenden Schulbetriebs einzubeziehen, den Lehrkräften vor Ort einerseits unterstützend zur Seite zu stehen und andererseits zusätzliche Bildungs- und Betreuungsangebote für die Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen.
 


Kinder mit Handycap benötigen dringend pädagogische Betreuung. Das sind Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Autisten und so weiter... denen fehlt die Struktur und die pädagogische Betreuung.

Das können Eltern nicht immer allein gewährleisten. Wie kann man in der jetzigen Situation dieser Gruppe gerecht werden?


Die Corona-Pandemie stellt die Lehrkräfte, das pädagogisches Personal an der Schule sowie auch Schülerinnen und Schüler mit deren Eltern vor besondere Herausforderungen. Unser gemeinsames Anliegen ist es, alle Schülerinnen und Schüler auch unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich zu fördern.

Ab dem 27. April 2020 erfolgt eine schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebes in unserem Land. Die derzeitigen Regelungen haben für die Zeit ab dem 27. April 2020 die Notfallbetreuung in Schulen, Einrichtungen der Kindertagesförderung und der Kindertagespflege auf weitere systemrelevante Berufs- und Bedarfsgruppen erweitert. Das gilt für Kinder, für die eine private Kinderbetreuung nicht anderweitig verantwortungsvoll organisiert werden kann, bei denen mindestens ein Elternteil in einem Bereich der kritischen Infrastruktur tätig und dort unabkömmlich ist.

Die Betreuung von Schülerinnen und Schülern mit komplexen Behinderungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist unabhängig von Alter oder Beschäftigungssituation der Erziehungsberechtigten immer sicherzustellen. Für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen oder Hören ist nach den Regelungen der Allgemeinverfügung weiterhin eine Notfallbetreuung unter Einhaltung der dargelegten Voraussetzungen möglich.

Der Anspruch auf gemeinsamen Unterricht wird für Schülerinnen und Schüler während der Schulschließung grundsätzlich gewährleistet. Dabei kann die Förderung in Form telefonischer oder digitaler Beratung durch Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen durchgeführt werden oder durch Bereitstellung differenzierter Lern- und Arbeitsmaterialien. Die Arbeitsmaterialien werden auf der Grundlage eines fachlichen Austausches der Klassenleitung mit Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen erarbeitet und an die entsprechenden Förderbedarfe der Schülerinnen und Schüler angepasst. Die Schülerinnen und Schüler erhalten diese differenzierten Förderangebote je nach technischen Voraussetzungen per E-Mail, über die Schulhomepage oder per Post. Eine Reflexion der Lernergebnisse findet seitens der Lehrkräfte statt. Somit kann weiterhin eine adäquat angepasste Förderung ermöglicht werden.

Ein möglicher Unterrichtsbeginn an Förderschulen für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Unterstützungs- oder Förderbedarf wird derzeit abgestimmt. Dabei werden selbstverständlich die besonderen pädagogischen Bedürfnisse beeinträchtigter Schülerinnen und Schülern im Rahmen individueller Förderangebote beachtet. Die Grundlage für unsere weiteren Überlegungen und Entscheidungen ist das Rahmenkonzept der KMK zur Wiederaufnahme von Unterricht in Schulen vom 28.04.2020.
 


Bisher drängt die Corona-Krise in eine Bildungsspaltung. Die digitalen Möglichkeiten sind nicht für alle Schüler_innen gleich. Der ländliche Raum und die finanziell Schwächeren werden abgehängt.

Wie trägt das Ministerium in naher Zukunft zur Angleichung der gleichwertigen Bildungschancen bei?


Die Schulschließungen haben vor allem für benachteiligte Kinder negative Folgen. Die sozialen Auswirkungen bestmöglich abzufedern, muss das Ziel sein. Deswegen ist es wichtig, dass bis zu den Sommerferien alle Schülerinnen und Schüler noch in die Schule kommen können.

Förderung als solches
Die Chancengleichheit ist ein zentrales Ziel unseres Bildungssystems. Allen Maßnahmen gemein ist, dass sie eingesetzt werden, um allen Lernenden losgelöst von ihrem sozioökonomischen Hintergrund einen ausschließlich an ihren spezifischen Fähigkeiten und Fertigkeiten orientierten Lernverlauf zu ermöglichen.

Materialpool und Handbuch zum Onlinelernen
Gleich zu Beginn der Schulschließungen wurde umfangreiches Material für die Lehrkräfte als Hilfestellung veröffentlicht. Dieses fließt nunmehr in ein Handbuch zum Onlinelernen ein. Dieses ist in Kooperation des Medienpädagogischen Zentrums (MPZ) mit dem Beratersystem des Instituts für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern (IQ M-V) entstanden und hat das Ziel, zur Sicherstellung von Bildungsgerechtigkeit die Lehrkräfte beim Onlinelernen sowie beim Lernen auf Distanz sehr praxisnah zu unterstützen. Die Hauptzielgruppe sind einerseits die Lehrkräfte mit geringen digitalen Kompetenzen sowie Erfahrungen und andererseits solche Lehrkräfte, die Ideen für einen Ausgleich zu mangelnder technischer Ausstattung benötigen. Diese Handreichung ist unter https://www.bildung-mv.de/online-lernen-materialpool/ abrufbar. Die Handreichung bündelt einen geprüften Materialpool, methodisch-didaktische Anregungen, Fragen der technischen Umsetzung sowie aktuelle (Online-) Fortbildungsangebote.

Lernmanagementsoftware
Allen Schulen stehen kostenlose Zugänge der digitalen Unterrichtsplattform Fuxmedia zur Verfügung, mit der Lehrerinnen und Lehrer die Unterrichtseinheiten organisieren sowie Lerninhalte und Anleitungen für ihre Schulklassen einpflegen, so dass sie zu Hause von allen Schülerinnen und Schülern digital abgerufen werden können.

Leihgeräteprogramm
Um Schülerinnen und Schüler zu unterstützen, die zu Hause auf kein Endgerät zur Bearbeitung von Unterrichtsaufgaben zugreifen können, stellt der Bund im Rahmen des DigitalPakts zusätzlich 500 Millionen bereit, die für die Anschaffung von schulgebundenen Leihgeräten verwendet werden können. Zusätzlich stellt das Land dafür Mittel bereit und sorgt damit für mehr Chancengleichheit beim digitalen Lernen

Beratungsstrukturen
Die Beratungssysteme des Referates 200/MPZ (Regionalbeauftragte für Medienbildung [RBM] und Medienpädagogische Multiplikatoren [MPM]) und des IQ M-V (Schul- und Unterrichtsberater [UB]) waren in der gesamten Zeit der Schulschließungen in weiterhin engem Kontakt mit ihren Schulen. Die MPM haben die Schulen betreut, die ihnen entsprechend des Roll-out-Planes des Digitalpaktes zugeordnet worden sind und die regulär ihre schulindividuellen Medienbildungskonzepte erstellen. Darüber hinaus haben die RBM und MPM auf alle Anfragen von Schulen durch individuelle Kontaktaufnahme reagiert.

Die Staatlichen Schulämter haben im Rahmen einer systematischen Umfrage alle Schulen zu ihren aktuellen Beratungsbedarfen und offenen Fragen befragt. Alle Schulen, die Bedarf signalisiert haben, wurden in einem geordneten Verfahren individuell betreut. Hier wurden sowohl die MPM als auch die UB beauftragt, mit den ihnen jeweils zugeordneten Schulen unmittelbar Kontakt aufzunehmen und beratend bei der Problemlösung zur Seite zu stehen.

Fortbildungsstrategien
Das IQ hat für die Zeit der Schulschließungen zunächst 600 Lizenzen für Online-Fortbildungen von FOBIZZ eingekauft und ist dabei, diese Zahl entsprechend des angemeldeten Mehrbedarfs auf 1000 zu erhöhen. Viele Institutionen haben für die Zeit der Schulschließungen ihre Online-Fortbildungsangebote erhöht und häufig zeitweise kostenlos zur Verfügung gestellt. Das MPZ hat hier Prüfungen vorgenommen, ob die Angebote hilfreich und qualitativ wertig waren und sie im Rahmen des Materialpools mit Spezifikation der Zielgruppen zusammengestellt und auf dem Bildungsserver abgelegt: https://www.bildung-mv.de/online-lernen-materialpool/
 


Schüler_innen dürfen und sollen wieder in Schulen gehen, Erwachsene (die die Hygienestandards einhalten können sollten) dürfen derzeit z. B. ihre arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, Fort- und Weiterbildungen nicht im gewohnten Maße wahrnehmen.

Wieso gibt es diese Ungleichbehandlung?


Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat Mitte März 2020 eine Reihe von Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie ergriffen. Auf der Grundlage positiver Entwicklungen hat die Landesregierung am 22.04.2020 erste Schritte zur Rückkehr in das Alltagsleben in Mecklenburg-Vorpommern beschlossen. Ihre Strategie hat die Landesregierung in einem M-V Plan dargestellt, hinsichtlich der vorliegenden Frage im Einzelnen unter Nr. 8 zum „Einzelbereich Bildung".

Maßstab für das Handeln der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern ist eine Bestandsaufnahme und Abwägung der jeweiligen Gefährdungspotenziale der Einzelbereiche mit den auftretenden gesellschaftlich sozialen und wirtschaftlichen Schäden. Das Wiederhochfahren des öffentlichen, wirtschaftlichen und sonstigen gesellschaftlichen Lebens kann nicht flächendeckend erfolgen. Es muss auch im jetzigen Stadium auf eine begrenzte Anzahl bestimmter Maßnahmen mit einem überschaubaren Anstiegsrisiko beschränkt bleiben. Dies wiederum hat zur Folge, dass in den jeweiligen Bereichen bestimmte andere Aktivitäten für vorübergehende Zeiträume weiterhin verboten bleiben müssen, auch wenn diese den jetzt zugelassenen nach Art und Gefährdungsrisiko durchaus ähnlich sind.

Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern bei der Ermittlung prioritärer Maßnahmen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Maßnahmen den erwarteten Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen gegenübergestellt und sachgerecht abgewogen – auch mit Blick auf erfolgte Grundrechtseingriffe. Im Ergebnis dieser Abwägung kann der Betrieb an anerkannten Bildungseinrichtungen für berufliche Qualifizierung und Weiterbildung bzw. Beschäftigungsgesellschaften nach jetziger Sachlage erst für einen späteren Zeitraum wieder vorgesehen werden. Die Schritte im Einzelnen sind im MV-Plan enthalten und beschlossen.
 


Ist die mit der Corona-Krise eingetretene Situation auch eine Chance für weitergehende Reformen? Z. B. in Bezug auf die Lehrer_innenausbildung, nachhaltige Digitalkonzepte, Lehrpläne etc?

Selbstverständlich werden wir im Bereich Schule, übrigens genauso wie in nahezu allen anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes, aber auch der Wirtschaft, sehen, was aus den jetzt tatsächlich erzwungenen Erfahrungen doch genutzt werden kann, insbesondere was die Flexibilisierung des Unterrichts mit Hilfe digitaler Unterstützung betrifft, aber auch, dass tatsächlich die Bereitschaft der Eltern und Lehrkräfte hoch ist, hier mit hohem Einsatz Ihren Beitrag zu leisten, um ihre Schülerinnen und Schüler ggf. noch individueller zu unterstützen.
 

Bild: Live-Online im Austausch mit Bettina Martin

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