05.11.2014

Der Vielfalt verpflichtet?

Medienpolitik in der bayerischen Einwanderungsgesellschaft

Bild: v.l.n.r.: Vural Ünlü, Markus Rinderspacher, Kurt Beck, Karl-Eberhard Hain, Andreas Bönte, Claudia Tieschky/Bild: Helmut Seisenberger

München, 5. November 2014. Medien – gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk – haben den Anspruch, ein Spiegel unserer Gesellschaft zu sein und diese Vielfalt auch in ihrer Berichterstattung und Unterhaltung abzubilden. Ein Blick auf die Besetzung der relevanten Aufsichtsgremien zeigt jedoch, dass diese Spiegelbildlichkeit in Bayern nur eingeschränkt gilt: Trotz eines landesweiten Anteils von 20 Prozent Migrant_Innen, findet sich in Bayerns Medien- und Rundfunkräten nicht ein einziges Mitglied mit Migrationshintergrund.

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zum ZDF-Staatsvertrag, das eine größere Unabhängigkeit des Senders von Staat und Politik fordert, hat auch in Bayern eine politische Debatte zur Neustrukturierung der Kontrollgremien des Rundfunksystems entfacht. Viele Interessensgruppen, darunter auch Migrantenverbände, fordern nun die Novellierung der entsprechenden Gesetze und einen Sitz in den Gremien.

Anfang November haben wir deshalb gefragt: Finden die Lebensrealitäten und Anliegen von Menschen mit Migrationshintergrund einen Ausdruck in unserer medialen Berichterstattung und Unterhaltung und wenn ja, wie? Wie prägen Medien unsere Wahrnehmung von Vielfalt in der Gesellschaft?

Mit: Kurt Beck, Ministerpräsident a.D., Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, Markus Rinderspacher, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Journalist, Andreas Bönte, Programmbeauftragter für das Bayerische Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Planung und Entwicklung beim BR, Honorarprofessor für Fernsehjournalismus in Würzburg, Prof. Dr. Karl-Eberhard Hain, Direktor der Institute für Medienrecht und Kommunikationsrecht sowie für Rundfunkrecht an der Universität zu Köln, Dr. Vural Ünlü, Vorstandssprecher Türkische Gemeinde in Bayern e.V.

Moderation: Claudia Tieschky, Süddeutsche Zeitung

Arbeitseinheit: BayernForum

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