Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

  • Bild: von FES 

Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik

Bild: Branko Milanović von Rolf Schulten 
Bild: von Suhrkamp 

Preisträger 2018: Branko Milanović

Der diesjährige Hans-Matthöfer-Preis für Wirtschaftspublizistik „Wirtschaft.Weiter.Denken.“ geht an den serbisch-US-amerikanischen Ökonomen Branko Milanović. Die Jury ehrt damit sein Buch „Die ungleiche Welt – Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht“ (Suhrkamp 2016). Darin analysiert der Autor den Zusammenhang zwischen globaler Ungleichheit und Migration.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt: „Branko Milanović hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Verständnis des Problems der globalen Ungleichheit beigetragen. […] Milanović löst in seinem Buch einen vermeintlichen Widerspruch auf: Zwar hat die Ungleichheit zwischen Schwellen- und Industrieländern durch die Globalisierung abgenommen […]. Innerhalb vieler entwickelter Länder hat das Einkommensgefälle jedoch teilweise drastisch zugenommen. Der frühere Weltbank-Ökonom hat damit die Grundlage gelegt, zielgenaue Instrumente zu entwickeln, die es erlauben, die Ungleichheit wieder zu reduzieren.“

Branko Milanović zeigt in seinem Buch eindrücklich: ausgerechnet die obersten Einkommensgruppen haben in den vergangenen Jahrzehnten vom steigenden Wohlstand profitiert.  Die Mittel- und Unterschicht hingegen kaum. Milanović warnt: diese Entwicklungen gefährdeten nicht nur die wirtschaftliche Stabilität. Die massive globale Ungleichheit führt zu zunehmender Migration aus den armen Ländern des Südens in den reichen Norden. Damit ist Ungleichheit Wasser auf die Mühlen des Rechtspopulismus und gefährdet letztlich unsere Demokratie.

Branko Milanović (*1953 in Belgrad) gehört zu den angesehensten Experten weltweit zum Thema Einkommensverteilung. Zurzeit ist er Gastprofessor an der City University of New York. Davor war er unter anderem leitender Ökonom der Forschungsabteilung bei der Weltbank.

Die Verleihung fand am 19. März 2018 in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin statt.

zum Programm

 

Die auf der Festveranstaltung zur Preisverleihung am 19. März 2018 in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin gehaltenen Reden finden Sie unter folgenden Links.

Die ungleiche Welt - Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht
Festschrift zur Preisverleihung an Branko Milanovic
Berlin, 19. März 2018
Festschrift öffnen

Global inequality - a new approach for the age of globalisation
Award ceremony for Branko Milanovic
Berlin, 19 March 2018
Festschrift öffnen (in english language)

Auf die Shortlist für die vierte Vergabe des Wirtschaftspublizistik-Preises der Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung schafften es außerdem:

  • Uwe Fuhrmann: Die Entstehung der „Sozialen Marktwirtschaft“ 1948/49, UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz und München 2017.
  • Stephan Lessenich: Neben uns die Sintflut – Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis, Hanser Berlin im Carl Hanser Verlag, München 2016.
  • Aaron Sahr: Keystroke-Kapitalismus – Ungleichheit auf Knopfdruck, Hamburger Edition, Hamburg 2017.
  • Till van Treeck und Janina Urban (Hrsg.): Wirtschaft neu denken – Blinde Flecken der Lehrbuchökonomie, iRights media, Berlin 2016.
  • Kontakt

    Hans-und-Traute-Matthöfer-Stiftung

    Dr. Andrä Gärber
    Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

    Friedrich-Ebert-Stiftung
    Hiroshimastraße 17
    10785 Berlin

    E-Mail-Kontakt

    Kontakt

    Irin Nickel
    Hiroshimastr. 17
    10785 Berlin

    030 26935-8318
    E-Mail-Kontakt


  • Expertise
    Bild: von FES 

    Die Abteilung WISO arbeitet zu folgenden Themen:

      • Arbeit
      • Soziales
      • Bildung & Forschung
      • Räumliche Entwicklung
      • Finanzen
      • Wirtschaft
      • Klima, Energie, Umwelt

      Wir freuen uns, wenn Sie mit uns in den Austausch treten.

      Hier finden Sie unsere thematischen Ansprechpartner_innen

      weiter

    Preisträger 2017

    Bild: Oliver Nachtwey von FES 

    Der Preis geht an Oliver Nachtwey für sein Buch  "Die Abstiegsgesellschaft: Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne" weiter.

    nach oben