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Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

Industrie- und Technologiepolitik

Die doppelte Transformation aus Digitalisierung und Dekarbonisierung stellt den Wirtschaftsstandort Deutschland in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor ungeheure Herausforderungen. Der Umbau der industriellen Wirtschaft hin zu treibhausgasneutraler Produktion erfordert umfangreiche Investitions- und Modernisierungsanstrengungen. Auch die Digitalisierung zwingt zu Modernisierungsanstrengungen bis hin zu radikal veränderten Geschäftsmodellen. All diese Herausforderungen können die Unternehmen nicht alleine bewältigen.


Unsicherheit über zukünftige Rahmenbedingungen und Gewinnertechnologien verschärft Investitionsschwäche

Viele Unternehmen scheuen die dringend notwendigen großen Investitionen in klimafreundliche Technologien oder digitale Geschäftsmodelle, weil Unsicherheit über zukünftige politische Rahmensetzung besteht oder unklar ist, ob bestimmte Technologien sich tatsächlich auch langfristig durchsetzen. Die Corona bedingte Wirtschaftskrise verschärft diese Investitionszurückhaltung weiter. Dies gefährdet nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Geopolitischer Kampf um Technologieführerschaft

Bei wichtigen Zukunftstechnologien von überragender volkswirtschaftlicher Bedeutung haben Unternehmen aus den USA und China ihre europäischen Konkurrenten schon heute vielfach  abgehängt. Ein Grund hierfür ist die bessere Finanzierung der Unternehmen, die viel mehr privates und staatliches Risikokapital erhalten und damit Innovationen vorantreiben. Damit Europa wettbewerbsfähig bleibt, muss der Staat dringend eine aktivere und strategischere Industrie- und Technologiepolitik betreiben. 

Strategische Industrie- und Technologiepolitik erforderlich

Bislang dominiert in Deutschland eine eher passive Industriepolitik, die vor allem auf vorwettbewerbliche Forschungsförderung setzt und auf dem Prinzip der Technologieoffenheit beruht. In Zukunft sollte der Staat seine Mittel aber viel stärker als bisher auf Schlüssel- und Zukunftstechnologien von überragender volkswirtschaftlicher oder klimapolitischer Bedeutung konzentrieren. Hierbei sollte nicht nur Forschung gefördert werden, sondern auch die konkrete Umsetzung in Produkte und Geschäftsmodelle. Ein geeignetes Instrument für die Verknüpfung von Industrie- und Investitionspolitik wären konkrete technologieorientierte Investitionsfonds.

Staat auch an Erträgen seiner Industriepolitik beteiligen

Der Staat sollte dabei mit den Unternehmen aber nicht nur das Risiko, sondern auch die möglichen Erfolge teilen. Entsprechend sind in einem Konzept einer strategischen Industriepolitik auch Verfahren zu integrieren, wie der Staat an den zu erwartenden Renditen für seine risikoreichen Investitionen in neue Technologien beteiligt werden kann, z.B. durch stille Unternehmensbeteiligungen


Über die Autor_innen

Dr. Heike Belitz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin.

Prof. Dr. Martin Gornig ist Forschungsdirektor Industriepolitik und stellvertretender Leiter der Abteilung Unternehmen und Märkte am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und Honorarprofessor für Stadt- und Regionalökonomie an der Technischen Universität Berlin.

Prof. Dr. Claudia Kemfert ist Abteilungsleiterin Energie, Verkehr, Umwelt, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung und Professorin für Energiewirtschaft und Energiepolitik an der Leuphana Universität.

Ralf Löckener ist Diplom-Geograph mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozial-geographie und geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsunternehmens SUSTAIN CONSULT.

Dr. Torsten Sundmacher ist Diplom-Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Sozial-wissenschaftler und als Partner im Beratungsunternehmen SUSTAIN CONSULT tätig.

Ansprechpartner in der FES: Dr Robert Philipps

 

Prioritäten setzen, Ressourcen bündeln, Wandel beschleunigen

Neue Ansätze in der Industrie- und Technologiepolitik
Bonn, 2021

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