Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik

Berufliche Bildung im Gesundheitswesen - Reformbedarfe und Handlungsvorschläge

Gesundheitsfachberufe - z.B. Krankenpfleger_innen, Physiotherapeut_innen oder Logopäd_innen - helfen, eine gute gesundheitliche Versorgung in unserer alternden Gesellschaft sicherzustellen. Die Ausbildung dieser Berufsgruppen ist jedoch außerordentlich unterschiedlich geregelt. In der vorliegenden Publikation wird ein Vorschlag für eine kohärente Gesamtkonzeption der Berufsbildung skizziert.

Bild: von iStock/Hispanolistic


Gesundheitsfachberufe unterliegen einem ständigen Wandel. Mit den Fortschritten in der Medizin und Spezialisierungen bei der Behandlung von Krankheiten verändern sich die Anforderungen, teilweise entstehen neue Berufe.

Die Autor_innen der vorliegenden Veröffentlichung haben sich mit dem Reformbedarf der Beruflichen Bildung im Gesundheitswesen beschäftigt. Ihr Fazit: Die bisherige Sonderrolle der Gesundheitsfachberufe im System der beruflichen Bildung sei weder hinreichend noch zukunftsweisend. Die Nachteile sowohl für die Auszubildenden als auch für die Lehrkräfte sind offensichtlich. Statt Reparaturen an einzelnen Berufsgesetzen sei eine umfassende Reform erforderlich.

Zentrale Anliegen seien dabei die

  • Anwendung der für die Berufsbildung üblichen Qualitätsstandards;
  • Verbesserung von horizontaler und vertikaler Durchlässigkeit in der Ausbildung;
  • Anpassung der Qualifizierungsstrukturen an neue und zukünftige Versorgungsbedarfe;
  • Sicherung der Fachkräfteversorgung im Gesundheitswesen;
  • Steigerung der Attraktivität der Berufe;
  • Schulgeldfreiheit;
  • Verbesserung der Qualität der Leistungserbringung;
  • Verringerung der Arztzentriertheit des Gesundheitswesens;
  • Verbesserung der Zusammenarbeit der Angehörigen verschiedener Gesundheitsberufe;
  • Steigerung der Autonomie der Berufsangehörigen.

Dazu müssten die Ausbildungen entweder in das duale Berufsbildungssystem überführt werden, d. h. das Berufsbildungsgesetz muss zur Anwendung kommen, oder sie sind konsequent in den Hochschulbereich zu verlagern. Die Autor_innenen empfehlen einen dieser beiden Wege – oder eine Kombination von beiden – auf die unterschiedlichen Berufe anzuwenden. Sie formulieren Handlungsbereiche, in denen sie u.a. für eine Neuordnung der Gesundheitsfachberufe auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes (BBiG), einer Qualifizierungsoffensive für Lehrende, Übergänge in Masterstudiengänge und eine Aufwertung der Pflegeassistenzberufe plädieren.


Ansprechpartnerin in der FES: Iva Figenwald

 

Dielmann, Gerd; Rehwinkel, Ingrid; Weisbrod-Frey, Herbert

Berufliche Bildung im Gesundheitswesen

Reformbedarfe und Handlungsvorschläge
Bonn, 2020

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