Photo: © CDRSEE, 2010

Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center, Mogadishu/Somalia, bei der Verleihung des FES Menschenrechtspreises 2014. Photo: Konstantin Börner

Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center, Mogadishu/Somalia, bei der Verleihung des FES Menschenrechtspreises 2014. Photo: Konstantin Börner

Kurt Beck, Vorsitzender der FES, und Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center, Mogadishu/Somalia, bei der Verleihung des FES Menschenrechtspreises 2014. Photo: Konstantin Börner

Kurt Beck, Vorsitzender der FES, und Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center, Mogadishu/Somalia, bei der Verleihung des FES Menschenrechtspreises 2014. Photo: Konstantin Börner

Verleihung des FES Menschenrechtspreises 2014. Photo: Konstantin Börner

Verleihung des FES Menschenrechtspreises 2014. Photo: Konstantin Börner

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Menschenrechtspreis 2014

Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center, Mogadischu/Somalia

Mit der Verleihung des Menschenrechtspreises der Friedrich-Ebert-Stiftung 2014 an Fartuun Adan, Direktorin des Elman Peace and Human Rights Center, möchte die Friedrich-Ebert-Stiftung ihr langjähriges und beharrliches Engagement für Frauenrechte in dem komplexen politischen Kontext einer durch Jahrzehnte des Bürgerkriegs geprägten Gesellschaft ehren. Dabei geht es auch darum, Frauen nicht nur als Opfer von Gewalt und Diskriminierung zu sehen, sondern als gesellschaftspolitische Akteure, die aktiv zu Frieden und sozialem Ausgleich beitragen.

Somalia ist von fragiler Staatlichkeit und einem langjährigen innergesellschaftlichen Konflikt gekennzeichnet. Insbesondere lokale zivilgesellschaftliche Akteure spielen eine zentrale Rolle im gesellschaftspolitischen Transformationsprozess. Mittel- und langfristig sind sie der Garant für ein Ende der politischen Systemkrise, für gesellschaftliche Integration und für die Durchsetzung von Menschenrechten.

Zur Preisträgerin

Fartuun Adan ist die Direktorin des Elman Peace and Human Rights Centers. Im Jahr 1991 gründete sie die Organisation gemeinsam mit ihrem Ehemann Elman Ali Ahmed, der fünf Jahre später ermordetet wurde und dessen Namen das Menschenrechtszentrum heute trägt. Nach seinem Tod emigrierte sie mit ihren Töchtern nach Kanada. Im Jahr 2007 kehrte sie trotz andauernder Konflikte nach Mogadischu zurück, um die gemeinsam begonnene Arbeit für Frieden und Versöhnung fortzuführen.

Das Elman Peace and Human Rights Center setzt sich unter schwierigen politischen Bedingungen für die Rechte von Frauen und Kindern ein. Es ist es die erste Nicht-Regierungsorganisation in Somalia, die Überlebenden von geschlechtsspezifischer Gewalt und Frauen in Not rechtliche und psychologische Unterstützung, gesundheitliche Versorgung und Zuflucht bietet. Es setzt sich auch für langfristige gesellschaftliche Versöhnung und Entwicklung ein und unterstützt, u.a. in Kooperation mit OXFAM und der ILO, ehemalige Kindersoldaten bei ihrer gesellschaftlichen Reintegration.

Zum politischen Kontext

Für Frauenrechte gilt Somalia als eines der schwierigsten Länder der Welt. Insbesondere junge, alleinstehende und politisch engagierte Frauen und Frauen mit Migrationsgeschichte erleben häufig geschlechtsspezifische Gewalt, darunter Zwangsheirat, Genitalverstümmelung und politisch motivierte Vergewaltigung. Fehlende staatliche Strukturen tragen dazu bei, dass die Täter in den seltensten Fällen zur Verantwortung gezogen werden. Stattdessen werden Frauen, die von ihren Gewalterfahrungen sprechen, sozial stigmatisiert und mussten bislang, vor allem in den von den islamistischen Al-Shabaab-Milizen dominierten Teilen des Landes, damit rechnen, der Promiskuität angeklagt und verfolgt zu werden. Auch Aktivistinnen der Zivilgesellschaft leben gefährlich, wenn sie sich für den Schutz der Menschenrechte und für die Anwendung der UN-Resolutionen zu Frauen, Frieden und Sicherheit sowie zu sexueller Gewalt gegen Zivilisten in Konfliktsituationen einsetzen.

Flyer

Der Menschenrechtspreis wird am 4. Dezember 2014 um 15:00 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastr. 17, 10785 Berlin durch Kurt Beck, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung und Ministerpräsident a.D., verliehen.

Die Laudatio hält Christoph Strässer, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie im Flyer.

Weitere Informationen: Begründung für die Nominierung Laudatio von Christoph Strässer, Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt Fotos Fotogalerie der Preisverleihung Audiobeiträge Podcast über Fartuun Adan und ihre Arbeit (dt., 10min18) Interview mit Fartuun Adan (engl., 9min30) IPG Vodcast »Das Leiden der Frauen wird aufhören« über die Lage von Frauen und Jugendlichen in Somalia (engl., 3min31) Websites der Preisträgerin Elman Peace And Human Rights Centre (Facebook) Sister Somalia Videos Fartuun Adan: Preisträgerin des FES-Menschenrechtspreises 2014 Die Dokumentation ist auch mit englischen Untertiteln verfügbar. Somalia - Interview with Fartuun Adan (2013) Publikationen der Friedrich-Ebert-Stiftung über Somalia und Ostafrika Regional Approaches to Maritime Security in the Horn of Africa Demessie Fantaye, FES Peace and Security Series No. 16, 2014 The African Union, the African Peace and Security Architecture, and Maritime Security Ulf Engel, FES Peace and Security Series No. 13, 2014 Mapping »Regional Security« in the Greater Horn of Africa Between National Interests and Regional Cooperation Jonathan Fisher, Horn Of Africa Security Dialogue, 2014 Somalia - The light at the end of the tunnel? Christian Manahl, FES International Policy Analysis, 2012 Boundaries with Issues - Soft Border Management as a Solution? Annette Weber, Perspective FES Eastern Africa, 2012 Sudan und Somalia - Weichensteller am Horn von Afrika (deutsch) Sudan and Somalia - Linchpins on the Horn of Africa (englisch) Annette Weber und Anja Dargatz, FES International Policy Analysis, 2010